Kutter zwischen Kleiderständern Am Sonntag stechen Schiffsmodelle bei Biedendieck in See

Eine ganze Reihe originalgetreuer Schiffsmodelle lassen Karsten Mönkediek und seine Clubkameraden auf Einladung von Michael Biedendieck im Modehaus zu Wasser (von links). Foto: Petra RopersEine ganze Reihe originalgetreuer Schiffsmodelle lassen Karsten Mönkediek und seine Clubkameraden auf Einladung von Michael Biedendieck im Modehaus zu Wasser (von links). Foto: Petra Ropers

Glandorf. Krabbenkutter, Jachten und Binnenschiffe gehen am Sonntag im Modehaus Biedendieck vor Anker: Ab 11 Uhr lässt im eigens aufgebauten Bassin der Schiffsmodellbauclub Georgsmarienhütte seine Modelle zu Wasser.

Ein weißes unter grünem Licht leuchtet am Mast des Krabbenkutters auf – das Zeichen, dass sich die Netze gerade im Wasser befinden und das Schiff damit manövrierbehindert ist. Die unterschiedlich zu aktivierenden Leuchten, Laternen und Positionslichter sind nur einige der technischen Finessen, die Karsten Mönkediek in seinen Nordseekutter eingebaut hat. Am ehemaligen Badeteich im Spell in Georgsmarienhütte – Domizil des Schiffsmodellbauclubs – sticht der Kutter üblicherweise in See.

Diesmal allerdings lassen die Modellbauer ihre mit viel Liebe zum originalgetreuen Detail geschaffenen Schätze in einem ungewöhnlichen Ambiente zu Wasser: Der verkaufsoffenen Sonntag im Modehaus Biedendieck bildet den Rahmen. „Ich finde Modellbau sehr interessant“, verrät Michael Biedendieck. Einen Besuch bei der „Welt des Modellbaus“ in Osnabrück lässt er sich deshalb nicht nehmen. Dort traf der passionierte Segler auch die Georgsmarienhütter Schiffsmodellbauer an. Wenig später war die Idee für ein Event geboren, für das Biedendieck eigens ein 2,50 mal 4,50 Meter großes Wasserbecken bauen lässt.

Originalgetreue Funktionen

Schiffe, die zwischen Kleiderständern nicht nur gleichsam im Trockendock liegen, sondern vor den Augen der Besucher real über das Wasser gleiten? Diese Gelegenheit lassen sich Mönkediek und seine Vereinsfreunde nicht entgehen. Und gerne beantworten sie dabei auch alle Fragen der kleinen und großen Modellbau-Fans. Zum Innenleben ihrer Modelle etwa. Denn die punkten nicht nur mit einer originalgetreuen Optik. Auch die Funktionen müssen stimmen.

„Scale machen“ nennen die Modellbauer das aufwändige Prozedere, das ihren Schätzen Leben einhaucht. Bei seinem Krabbenkutter ersetzte Karsten Mönkediek die hölzernen Masten dafür durch Alurohre, durch die er die Kabel für die Beleuchtung führen konnte. Bald soll sich auch der Kurrbaum des Fischernetzes ferngesteuert absenken. Die Behälter für die Krabben sind bereits an Bord. Kreiert wurden sie mit einem 3-D-Drucker. Und auch für die Meerestierchen selbst hat Mönkediek schon eine Idee: „Dafür nehme ich Kümmel. Der sieht aus wie frisch gefangene Krabben.“ Allerdings werden die Krabben auf den Kuttern auch gleich gekocht. Wie er dem Kümmel die passende rosa Farbe verleihen will? „Daran arbeite ich noch“, gesteht Mönkediek grinsend.

 Aber gerade derartige Herausforderung machen den Modellbau für die rund 20 Aktiven des Vereins so interessant. Einen Einblick in die Welt des Schiffsmodellbaus geben sie beim verkaufsoffenen Sonntag ab 11 Uhr im Modehaus Biedendieck am Kreisel. Das offizielle Anschippern am Badeteich im Spell findet am 13. April statt. Modelle mit Funktionsproblemen können dazu gerne mitgebracht werden: Die Aktiven werden alles versuchen, sie noch vor Ort zum Laufen zu bringen. 


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