Glandorf im Ausnahmezustand Hunderte Narren feiern Rosenmontag in Glandorf

Viel Arbeit: Die Luftpumpen hatten ihren Wagen mit 600 Ballons geschmückt und würdigten an den Flanken die neuen Pättkestour. Foto: Anke SchneiderViel Arbeit: Die Luftpumpen hatten ihren Wagen mit 600 Ballons geschmückt und würdigten an den Flanken die neuen Pättkestour. Foto: Anke Schneider

Glandorf. An Mittagsschlaf war am Montag in Glandorf nicht zu denken. Die Bässe der Karnevalswagen dröhnten unüberhörbar durch die Straßen. 13 Gespanne und zwei Fußgruppe waren dieses Mal beim Rosenmontags-Umzug dabei. Schwege war besonders stark vertreten.

Wohin man auch sah - es wimmelte beim Karnevalsumzug von Schafen und Wölfen. Die Wolfsichtung vor einigen Wochen im Grenzgebiet zwischen Glandorf und Bad Laer lässt die Bevölkerung offenbar nicht los. "Das ist schon ein großes Thema hier", bestätigte eine der Teilnehmerinnen des Umzuges. Wohl auch deswegen hatte sich Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann als Rotkäppchen verkleidet und verteilte an das Fußvolk an der Strecke rote Rosen.


Charmant: Magdalene Heuvelmann verteilte im Rotkäppchen-Kostüm rote Rosen.


Der Umzug begann mit dem Sturm auf das Rathaus. Den übernahmen dieses mal die Kinder der Grundschule Schwege. Als die Tür der Ramme endlich nachgab, strömte das bunte Volk in den Amtssitz der Bürgermeisterin und ließ sich mit Schokoküssen und Bonbons wieder milde stimmen.


Mit vereinten Kräften: Die Kinder der Grundschule Schwege stürmten das Rathaus.


Pünktlich um 15.11 Uhr startete der Umzug, der dieses Mal aus 13 Wagen und zwei Fußtruppen bestand. 


Eine Gruppe bildeten die Kinder des Christopherus-Kindergartens, die allesamt ein Baustellenschild auf dem Kopf trugen und ihrer Freude Ausdruck gaben, dass sie bald umziehen werden. Foto: Anke Schneider


Die andere Gruppe waren die KFD-Frauen, die zum 100. Geburtstag der KFD 100 Damen mobilisieren wollten. Es blieb bei einer handvoll - die 300 bunte Luftballons mitgebracht hatten.

Ein Wagen voller Rotkäppchen ohne Angst vorm bösen Wolf. Foto: Anke Schneider


Zum ersten Mal dabei war auch die Feuerwehr, die auf die zähflüssigen Planungen in Sachen Gerätehaus aufmerksam machte. Auf dem Wagen war zu lesen, dass die Helfer mit dem Einzug ins neue Haus im Jahr 2030 rechnen. Auch die Malteser, die den Umzug von Anfang an begleiten, waren erstmals mit einem Mottowagen dabei, der die Rettungsgasse zum Thema hatte, die für manche noch immer ein Fremdwort zu sein scheint.


Premiere: Die Feuerwehr war zum ersten mal dabei und nahm die schleppende Planung beim Feuerwehrgerätehaus aufs Korn.


Die Gruppe Sonntagsbier hatte am Sonntag am Umzug in Everswinkel und am Montagmorgen in Milte teilgenommen. Dementsprechend gut vorgeglüht hatte die Wagenbesatzung. Der Ortsrat Schwege würdigte mit seinem Wagen den neuen Dorfeingangsplatz, und die Luftpumpen um Organisator Paul Hawert hatten die Pättkestour zum Thema, die am 16. Februar eröffnet wurde. 


100 Jahre KFD Foto: Anke Schneider


Die Schierluder waren Im Schafspelz dabei, die Johannis-Kita träumte von laufenden Spaghetti und die Averfehrdener forderten eine Umweltzone am Thie - ließen es sich aber nicht nehmen, mit einem qualmenden Lanz-Bulldog-Trecker durch Glandorf zu fahren. Die stets Bemühten hatten gleich mehreren Themen auf ihrem Wagen verewigt, unter anderem den Wolf und den Bürgerbus.

Im Schafspelz. Foto: Anke Schneider


Alles in allem war der Umzug wieder phantasievoll und bunt und die Mühen wurden von vielen ebenso bunten Zuschauern am Rand der Strecke mit Applaus belohnt.


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