Unterwegs mit Bürgermeisterin Heuvelmann Wohnbebauung als Leuchtturmprojekt: Was 2019 in Glandorf wichtig wird

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Eine gute Schulbildung in Glandorf ist eine Herzensangelegenheit der Bürgermeisterin. Sie hat sich in den vergangenen Jahren dafür stark gemacht, dass die Oberschule vollständig digital ausgestattet wird. Bei einem Besuch lässt sich Magdalene Heuvelmann erklären, wie Achtklässler im Matheunterricht mit der interaktiven Tafel arbeiten. Foto: Holger JansingEine gute Schulbildung in Glandorf ist eine Herzensangelegenheit der Bürgermeisterin. Sie hat sich in den vergangenen Jahren dafür stark gemacht, dass die Oberschule vollständig digital ausgestattet wird. Bei einem Besuch lässt sich Magdalene Heuvelmann erklären, wie Achtklässler im Matheunterricht mit der interaktiven Tafel arbeiten. Foto: Holger Jansing 

Glandorf. Vom Hinterhof zur guten Stube: Ein Teil des Glandorfer Zentrums wird schon in naher Zukunft nicht mehr wiederzuerkennen sein. Im Dezember hat der Rat grünes Licht für die Bebauung der Fläche "Am Markt" gegeben. Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann spricht von einem Leuchtturmprojekt für die Gemeinde.

Wohnen, Bildung, Gemeinschaftssinn: An drei Stellen in der Gemeinde erläutert die Bürgermeisterin, was 2019 in Glandorf wichtig wird, was die Gemeinde weiter bewegen will. Dass die Tour am Markt zwischen der Windmühlen- und der Johannisstraße startet, ist kein Wunder. Hier soll die Zentrumsentwicklung absehbar einen deutlichen Sprung nach vorne machen, soll in Ergänzung zum Thie die Ortsmitte an Attraktivität gewinnen.

1. Station: Bebauungsfläche "Am Markt"

Nicht nur an trüben Wintertagen macht das 5200 Quadratmeter große Areal nicht gerade einen rosigen Eindruck. Es gibt einen Spielplatz, auf dem wahrscheinlich schon seit Jahren kein Kind mehr mit Freude getobt hat. Auf den Parkplatz haben sich nur wenige Autos verirrt. Verlassen und heruntergekommen sind das alte Feuerwehrhaus, Lagerhallen voller Gerümpel und ein mehrgeschossiges Wohngebäude mit eingeschlagenen Fensterscheiben. Und in der langgezogen Gewerbeimmobilie drehen Maschinen schon lange keine Hanfseile mehr zusammen.

Das langgezogene Gebäude auf der Fläche "Am Markt" beherbergte früher die Hanfseilerei Josef Hälker. Foto: Holger Jansing

Wobei an der Klinkerfassade bis heute eine Messingtafel an das alte Handwerk erinnert.

Foto: Holger Jansing

Magdalene Heuvelmann bezeichnete die Fläche am Markt, die im Besitz der Gemeinde ist, gleichwohl als "Filetstück". Sie weiß welches Potential darin steckt. Sie hofft, dass Architekten einen originellen Gebäudekomplex entwickeln, in dem unterschiedliche Wohnformen Platz finden.

2. Station: Ludwig-Windthorst-Oberschule

Vom Markt bis zur Glandorfer Oberschule sind es zu Fuß nur wenige Minuten. Der direkte Weg führt über einen schmalen Pfad, der in die neue "Pättkes-Tour" eingebunden werden soll. Die kleine Wanderroute wird künftig historisch und kulturell wichtige Punkte in Glandorf miteinander verbinden und führt auch zur Windmühle, die gewissermaßen ein Wahrzeichen der 7000 Einwohner zählenden Gemeinde ist.

Foto: Holger Jansing

Wie ihren Amtskollegen in der Region ist auch der Glandorfer Bürgermeisterin eine gute, ortsnahe Schulversorgung eine echte Herzensangelegenheit.

"Jeder Ort braucht seine Schule, sonst ist der Ort auf Dauer tot."Magdalene Heuvelmann, Bürgermeisterin

Die Gemeinde hat deshalb in den vergangenen Jahren viel Geld in die Ludwig-Windthorst-Schule mit ihren rund 270 Schülern investiert – in bessere Fachräume zum Beispiel und in eine Küche, die weit und breit ihres Gleichen sucht. Vor Weihnachten haben hier Schüler 400 Stutenkerle gebacken und in der neuen Mensa verkauft.

Markanter Spülstein aus den Fünfzigerjahren: Konrektor Michael Fritze, Bürgermeisterin Magadalene Heuvelmann und Rektor Jörg Ringling (von links) schmunzeln über das Relikt aus der Entstehungszeit der heutigen Glandorfer Oberschule. Foto: Holger Jansing

Zuletzt sind jedes Jahr zwei Klassenräume renoviert worden. Die Gemeinde hat zudem die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass an drei Nachmittagen in der Woche Schüler an Ganztagsangeboten bis 15.30 Uhr teilnehmen können. Beim Rundgang durch das im Kern 65 Jahre alte Gebäude äußern sich Schulleiter Jörg Ringling und sein Konrektor Michael Fritze erfreut darüber, dass sie nie lange im Rathaus betteln müssen, wenn es um weitere Verbesserungen geht.

Stolz auf die digitale Ausstattung

Wie gut die Ausstattung inzwischen ist, wird an diesem Nachmittag im Mathe-Erweiterungskurs der achten Klasse deutlich. Johannes Wolken gestaltet den Unterricht an einem interaktiven Bildschirm und seine Schüler machen begeistert mit. Die Riesen-Tablets hängen bereits in vier Räumen, zehn weitere sind mit digitalen Tafeln ausgestattet.

In der Pause zeigen einige Achtklässler stolz ihrer Bürgermeisterin, wie die neuen technischen Möglichkeiten funktionieren. Magdalena Heuvelmann staunt und fühlt sich bestätigt in ihrem kommunalpolitischen Tun. Während andere Gemeinden auf den Digitalpakt oder vergleichbare Fördertöpfe warten, seien sich in Glandorf Rat und Verwaltung einig:

"Wir sehen nicht den Handlungsbedarf, sondern handeln selbst."Magdalene Heuvelmann, Bürgermeisterin

3. Station: Dorfeingangsplatz Schwege

Von der Ortsmitte bis zum Dorfeingangsplatz in Schwege sind es rund sechs Kilometer. An dem vor gut einem Jahr errichteten Pavillon wartet bereits Ortsbürgermeister Josef Hesse. Der Christdemokrat ist sich mit der parteilosen Magdalene Heuvelmann einig, dass die neu gestaltete Fläche ein Paradebeispiel für Gemeinschaftssinn in der Gemeinde ist.

Ausruhen und den Akku aufladen: Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann und der Schweger Ortsbürgermeister Josef Hesse am neuen Dorfeingangsplatz, wo es auch Ladestationen für Elektro-Fahrräder gibt. Foto: Holger Jansing

Viel Eigenleistung aus der Bevölkerung und die finanzielle Unterstützung ortsansässiger Firmen haben das Umbauprojekt ermöglicht. Auf der anderen Straßenseite steht eine Mitfahrbank, um die Mobilität zu fördern. Bis der Bürgerbus fährt und in einem fest getakteten Ringverkehr das Zentrum mit den Ortsteilen und dem Bahnhof in Kattenvenne verbindet, werden sich die Glandorfer noch einige Monate gedulden müssen.

Viele Chancen für den Ort

Für Magdalene Heuvelmann ist das nur ein Aspekt, um zum Beispiel Schwege, wo sie selbst wohnt, weiter zu stärken. Geplant ist ein Baugebiet mit 30 Grundstücken. Und ein Dorfentwicklungsprogramm soll dazu beitragen, dass Vereine und Institutionen häufiger gemeinsame Sache machen. Die Bürgermeisterin ist überzeugt, dass ein solcher Ansatz viele Chancen für den Ort und die ganze Gemeinde birgt.


Halbzeit für die Bürgermeisterin

Magdalene Heuvelmann (Jahrgang 1959) wurde 2014 zur hauptamtlichen Bürgermeisterin von Glandorf gewählt. Die freiberufliche Historikerin setzte sich als unabhängige Kandidatin gegen Stefan Jürgens und Elke Fox durch. Im Rückblick auf die erste Hälfte ihrer Wahlzeit sagt Heuvelmann, dass insbesondere die Verwaltungsreform die Gemeinde stark vorangebracht habe. Im Rathaus werde jetzt deutlich konzeptioneller und prozessorientierter gearbeitet als früher. Für die zweite Halbzeit nimmt sich Heuvelmann vor, die Kinderbetreuung weiter zu verbessern und vor allem Nachmittagsangebote auszubauen. Ob sie 2022 erneut für das Bürgermeisteramt kandidiert, lässt Magdalene Heuvelmann derzeit noch offen.

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