Fleißige Helfer unterwegs Tannenbäume im Osnabrücker Südkreis für soziale Zwecke eingesammelt

Helfer der KAB sammelten in Glandorf die ausrangierten Weihnachtsbäume ein. Die beiden Teams sind seit Jahren bestens eingespielt. Foto: Petra RopersHelfer der KAB sammelten in Glandorf die ausrangierten Weihnachtsbäume ein. Die beiden Teams sind seit Jahren bestens eingespielt. Foto: Petra Ropers

Glandorf. Nieselregen, nasses Grün und feuchte Klamotten? Die vielen Helfer, die am Samstag im Osnabrücker Südkreis allerorts die ausrangierten Weihnachtsbäume einsammelten, hielt das nicht ab.

Aus den allermeisten Wohnzimmern müssen sie nach dem Dreikönigstag weichen. Doch wohin mit den Bäumen, die an Weihnachten in schönstem Schmuck ihren großen Auftritt hatten? In Glandorf ersparen die Ehrenamtlichen der KAB den Bürgern seit 36 Jahren den Weg zum Grünabfallsammelplatz. Die beiden Teams, die ab dem frühen Morgen durch die Straßen fuhren, sind bestens eingespielt: „Einer fährt, zwei laden auf, einer stapelt“, beschrieb der zweite Vorsitzende Martin Peters das Verfahren.

Für eine Kaffeepause zwischendurch blieb dabei keine Zeit. Gegen eine süße Wegzehrung hatten Peters, Arnold Brandmann, Hubert Krummacker, Peter Mirlenbrink, Markus Hülsmann, Ansgar Dallmöller, Stefan Jurczyk und Willi Herbermann allerdings nichts einzuwenden. Für eine kleine Spende sammelten sie die Bäume ein. Und die Glandorfer gaben gerne. Denn der Erlös der Aktion kommt traditionell dem Weltnotwerk der KAB zugute.

Bäume landen im Osterfeuer

Auf der Ladefläche des ersten Lkw war bereits nach zwei Stunden der Platz für Willi Herbermann eng geworden. Höchste Zeit also, den Hof Recker in Sudendorf anzusteuern. Dort hatte sich der Verein zum Erhalt historischer Landtechnik und ländlichen Brauchtums (VHLT) verpflichtet, den Berg der ausrangierten Bäume in den kommenden Wochen mehrfach umzuschichten – bis sie beim Osterfeuer ihren letzten großen Auftritt haben.

Vor allem Nordmanntannen nehmen mittlerweile den Weg in die österlichen Flammen. Kahle, abgenadelte Äste fanden sich nur wenige auf den Ladeflächen der beiden Wagen, die von der Möbeldiele und dem Hof Pues-Tillkamp zur Verfügung gestellt wurden. „Die können Sie einfrieren und im nächsten Jahr wieder aufstellen“, scherzte Peter Mirlenbrink angesichts der noch saftig-grünen Nordmanntanne, die am Johannis-Kindergarten auf ihre Abholung wartete.

Kleiderwechsel vor dem Essen

In Dissen waren gleichzeitig die Helfer von DLRG und CDU-Stadtverband mit insgesamt sechs Fahrzeugen unterwegs. „Alles ist gut gelaufen“, zog der CDU-Vorsitzende Heiner Prell ein positives Fazit. Rund 450 Bäume, schätzte er, seien eingesammelt worden. „Auch im neuen Baugebiet konnten wir schon ein paar Bäume mitnehmen.“ Dabei blieb den Trupps durchaus Zeit für ein kurzes Gespräch oder eine schnelle Tasse Kaffee. Der Erlös der Sammelaktion in Dissen kommt vollständig der DLRG Dissen-Bad Rothenfelde zugute.

„So nass wie heute bin ich noch nie gewesen“, blickte unterdessen in Bad Rothenfelde ein langjähriger Helfer zurück. Rund 30 Aktive – Konfirmanden, jugendliche Teamer und einige erwachsene Begleiter – zogen im Kurort durch die Straßen. Vollkommen entastet landete der große Weihnachtsbaum aus der Jesus-Christus-Kirche auf ihrem Wagen. Vor dem abschließenden Mittagessen war erst einmal ein Kleiderwechsel angesagt: Den durchnässten Sammlern brachten die Eltern trockene Kleidung ins Gemeindehaus.

Zweiter Sammeltag in Glandorf und Bad Laer

Die in Bad Rothenfelde von Pastorin Gesine Jacobskötter koordinierte Tannenbaum-Sammelaktion hilft nicht nur den Bürgern, sondern leistet mit den eingenommenen Spenden auch einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres im JES-Projekt. Auch in Bad Laer bleibt der Erlös größtenteils am Ort: Die Integrativen Freizeit, das Zeltlager der Jungen, die Mädchenfreizeit und das Hilfswerk Misereor unterstützt die KAB Bad Laer mit dem Erlös.

Die Bürger spendeten gerne und sie sparten angesichts des Dauernieselregens nicht mit Anerkennung: „Wir haben noch nie so viel Lob bekommen wie heute“, freute sich KAB-Vorsitzender Bernhard Strothmann. Seit 1984 sammelt die KAB die Bäume ein. Mit ihnen machten sich auch einige Firmlinge auf den Weg. Zur Belohnung gab es anschließend eine deftige Erbsensuppe im Haus des Vorsitzenden. Am kommenden Samstag ist dann erneut Zupacken angesagt. „Die Müschener lassen ihre Bäume gerne eine Woche länger stehen“, erklärte Strothmann. Und auch die KAB in Glandorf sammelt dann ein, was noch stehengeblieben ist.

Ein wiederholtes Ärgernis für die Sammler in vielen Orten sorgte leider auch in diesem Jahr wieder für Unmut: Immer wieder werden Spenden, die an die Bäume gebunden wurden, entwendet.


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