Wolfsberater bestätigt Sichtung Im Osnabrücker Südkreis aufgetauchtes Tier "definitiv" ein Wolf

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In die Fotofalle getappt: Am Neujahrstag um 20.16 Uhr nahm eine Wildkamera im Osnabrücker Südkreis einen Wolf auf. Foto: NWM-TV/RötrigeIn die Fotofalle getappt: Am Neujahrstag um 20.16 Uhr nahm eine Wildkamera im Osnabrücker Südkreis einen Wolf auf. Foto: NWM-TV/Rötrige

Glandorf. Bei dem Tier, das am Abend des Neujahrstages im Osnabrücker Südkreis von einer Wildkamera fotografiert wurde, handelt es sich nach Ansicht eines Experten zweifelsfrei um einen Wolf.

Die Bilder, die am Abend des Neujahrstages im Grenzgebiet zwischen Glandorf und Bad Laer aufgenommen wurden, zeigten "definitiv einen Wolf", sagte Wolfsberater Raoul Reding von der Niedersächsischen Landesjägerschaft am Samstag auf Nachfrage unserer Redaktion. Das auf mehreren Fotos abgebildete Raubtier weise alle entsprechenden Merkmale auf, bis hin zu der für Wölfe typischen Gesichtszeichnung. Die Sichtung im Osnabrücker Südkreis erfülle somit die Kriterien für einen sogenannten C1-Nachweis: C1 steht nach den bundeseinheitlichen Standards für das Monitoring von Großraubtieren für einen "eindeutigen Nachweis".

Vermutlich ein "Durchzügler"

Keineswegs sicher ist es nach Angaben des Hannoveraner Experten hingegen, dass der Wolf damit bereits in der Region Osnabrück heimisch geworden ist. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen Durchzügler", sagte Reding. Von einem territorialen Wolf, also einem Tier, das ein bestimmtes Waldgebiet zu seinem festen Revier erkoren hat, könne erst gesprochen werden, wenn über mehrere Monate immer wieder Nachweise erbracht werden. Diese können durch Fotofallen wie die des Hardensetteners Bernd Rötrige entstehen, aber zum Beispiel auch durch den wiederholten Fund von Wolfsfährten oder -kot. Wolfsberater Reding wird in Absprache mit dem zuständigen Jagdpächter in den kommenden Wochen möglicherweise in die Region reisen, um sich selbst ein Bild zu machen.

Mit solchen Wildkameras kann die Anwesenheit von Wölfen nachgewiesen werden. Foto: NWM-TV


Die Wolfssichtung erfolgte im Außenbereich östlich von Hardensetten unweit der Heideseen - also weit entfernt von geschlossener Wohnbebauung. Laut Reding gibt es keinen Anlass, diesen Bereich nun zu meiden. Er empfiehlt Wanderern oder Spaziergängern aber, sich mit den allgemeinen Empfehlungen für den Aufenthalt in Wolfsgebieten vertraut zu machen und auch ihre Kinder darüber zu informieren.

Tipps für Spaziergänge in Wolfsgebieten

So sollten Hundebesitzer ihre Tiere unbedingt an der kurzen Leine führen, um zu verhindern, dass Wolf und Hund aufeinander treffen, da der Wolf den Hund als "feindlichen Artgenossen" identifizieren könnte. Wer einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und nicht weglaufen, wohl aber – wie bei jedem Wildtier – eine "respektable" Distanz beibehalten. Da der Wolf selbst den Menschen möglicherweise noch gar nicht bemerkt hat, sollte man sich außerdem bemerkbar machen, etwa durch ein Händeklatschen. So werde verhindert, dass sich der Wolf erschrickt. Sollte sich das Tier weiter annähern, könne es durch ein Ausbreiten der Arme und lautes Rufen vertrieben werden.


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