17 Prozent weniger Feinstaub im Jahr Glandorfer Pandalis und Bäumer wollen Silvesterknallerei abschießen

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Fahles Licht liegt über der Stadt: Kommt zum Silvesterfeuerwerk noch eine Investionswetterlage, kann es Tage dauern, bis der Feinstaub durch die Silvesterraketen abzieht. Foto: Chromorange/Martina RaedleinFahles Licht liegt über der Stadt: Kommt zum Silvesterfeuerwerk noch eine Investionswetterlage, kann es Tage dauern, bis der Feinstaub durch die Silvesterraketen abzieht. Foto: Chromorange/Martina Raedlein

Glandorf. In Glandorf formiert sich Widerstand gegen die Belastungen durch das alljährliche Silvesterfeuerwerk. Seit Jahren fordert der Glandorfer Unternehmer Georgios Pandalis, zugunsten der Umwelt auf die Knallerei zu verzichten. Vor wenigen Tagen appellierte er in einem offenen Brief direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Menschen vor den Folgen des Feuerwerks zu schützen. Einen Verzicht auf die Silvesterböller fordert jetzt auch der Glandorfer CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer.

Politisch dürften Pandalis und Bäumer wenig gemeinsam haben. Doch in dieser Sache sind sie sich einig. Raketen wie "Armageddon", "Goldrausch", "Kanonenschlag" oder "Kugelblitz" brauche kein Mensch, finden sie.

Der Hauptgrund ist für beide die extrem hohe Feinstaubbelastung, die durch die Knaller freigesetzt wird. 5000 Tonnen Feinstaub, das sind 16 bis 17 Prozent der jährlich durch den Straßenverkehr freigesetzten Menge, werden in der Silvesternacht in die Luft gejagt, so das Umweltbundesamt. 

"600.000 Kinder sterben jährlich an den Folgen von verschmutzter Luft", schreibt Bio-Unternehmer Pandalis, die Weltgesundheits-Organisation zitierend, an die Bundeskanzlerin. "Wir Deutschen aber feiern den Jahreswechsel, als gäbe es kein Morgen mehr." Dabei sei keine Maßnahme zur Verringerung des Feinstaub-Ausstoßes leichter umzusetzen als eben der Verzicht auf das Feuerwerk.

Schön, aber schädlich: Silvesterfeuerwerk über Osnabrück. Foto: Gert Westdörp


Pandalis ruft Merkel dazu auf, so mutig zu sein wie beim Atom-Moratorium: "Setzen Sie dem Wahnsinn ein Ende. Im Eilverfahren. Dieser skandalöse Zustand lässt sich durch nichts rechtfertigen, auch nicht durch Tradition und Brauchtum."

Auf seinen Appell habe er viele positive Reaktionen bekommen. "Dass unser Hinweis bei vielen Menschen auf so fruchtbaren Boden fällt, freut mich sehr." Auch Martin Bäumer habe er seine Argumente in den vergangenen Jahren immer wieder vorgetragen. "Wir sind eine wachsende Gemeinschaft der Vernünftigen, die bald nicht mehr ignoriert werden kann", ist Georgios Pandalis sicher.

Martin Bäumer erinnert in dem Text auf seiner Homepage an Menschen mit Atemwegserkrankungen, die durch den Feinstaub von Silvester zusätzlich litten. Ein Feuerwerk sei in wenigen Minuten abgebrannt, der damit angerichtete Schaden für Mensch, Tier und Umwelt halte länger an. Er glaube, dass die meisten Menschen so vernünftig sind, über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken. 

Noch eine Kehrseite des Funkelns am Himmel: Der Müll, der an Neujahr entsorgt werden muss. Foto: Gert Westdörp


Auch entstünden durch Feuerwerk regelmäßig Brände. Er verzichte deshalb seit Jahren auf Feuerwerksraketen. "Mir reichen ein ruhiger Abend, ein traditionelles Essen und sich im Kreise der Familie ein 'Frohes Jahr' zu wünschen."

Und Georgios Pandalis bittet die Bundeskanzlerin: "Seien Sie wieder mutig und handeln Sie in unser aller und dem Interesse der nachfolgenden Generationen."

Pandalis gratulierte Bäumer am Dienstag zu seiner Presseerklärung und dankte ihm dafür: "Hoffen wir, dass sich unserem Beispiel weitere Persönlichkeiten anschließen und der Spuk so endlich ein Ende findet", schreibt der Unternehmer.


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