Mit Landtagsrede zum Wolf Heute-Show zieht Glandorfer Martin Bäumer durch den Kakao

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Prominent platziert: Im Jahresrückblick der Heute-Show tauchte der Glandorfer Landtagsabgeordnete Martin Bäumer mit sehr bildlichen Worten über Wolfsrisse auf. Screenshot: NOZProminent platziert: Im Jahresrückblick der Heute-Show tauchte der Glandorfer Landtagsabgeordnete Martin Bäumer mit sehr bildlichen Worten über Wolfsrisse auf. Screenshot: NOZ

Glandorf/Mainz. Ein paar Sekunden im Fernsehen und schon wird aus einem niedersächsischen CDU-Landtagsabgeordneten der mit dem Wolf tanzt. Mit einer kurzen Sequenz aus einer Landtagsrede schaffte es der Glandorfer Martin Bäumer am Freitag in den Jahresrückblick der ZDF-Heute-Show.

Nach der Verleihung des "Goldenen Vollpfostens in der Lammkeulenedition" für das Comeback des Jahres an den deutschen Wolf wurde Bäumer von zwei Weihnachtsmännern vorgestellt: "Es ist noch kein Mensch verletzt worden. Aber das heißt ja nicht, dass man keine Panik machen darf."

Auftritt des umweltpolitischen Sprechers der CDU im Landtag: "Wir brauchen Wölfe, weil sie der Natur dienen, aber die Wölfe, die dummes Zeug tun, die gehören konsequent erschossen. Das Wolfsrudel schlägt auch inmitten der Häuser erbarmungslos zu und das Blut der Weidetiere spritzt bis an die Häuserwände."

Drastische Worte, von den Satirikern der Heute-Show so kommentiert: "Es soll sogar Dörfer in Niedersachsen geben, da waten die Kinder auf dem Schulweg knietief durch Schafseingeweide. Landleben halt, töten oder getötet werden."

Den Goldenen Vollpfosten für das Comeback des Jahres verlieh die Heute-Show dem Wolf. Screenshot: NOZ

Martin Bäumer sieht seinen unbeabsichtigten Fernsehauftritt entspannt und wunderte sich am Montag vor allem darüber, wie viele seiner Freunde und Bekannte die Sendung gesehen und ihn dazu beglückwünscht haben. Wolfshysteriker sei er nicht, sagt der 51-Jährige: "Manchmal formuliert man als Abgeordneter sehr deutlich." 

Er habe in seiner Rede im Oktober vom sogenannten Rodewalder Wolfsrudel nahe Nienburg an der Weser gesprochen. Dort seien Weidetiere längst von den Flächen geholt und in die Nähe der Ställe gebracht worden. 

Dennoch habe es dort weitere Risse relativ nahe an Wohnhäusern gegeben. "Ich war dort und habe gesehen, dass ein totes Schaf zehn bis 15 Meter vom Haus entfernt lag. Ein zweites lebte noch, musste aber wegen einer eingerissenen Luftröhre eingeschläfert werden." Dort habe er auch Blut an einer Hauswand gesehen: "Ich weiß natürlich nicht, ob das Schaf mit blutigem Hals dort entlang gelaufen ist."

Die Rodewalder fühlten sich von der Politik vergessen, hätten Angst um ihre Kinder, berichtet Bäumer. "Der Wolf übertreibt es in manchen Gegenden", findet der Landtagsabgeordnete. Deshalb sehe er auch Reaktionen wie die eines Berliners entspannt, der ihm nach der Heute-Show geraten habe, sich in fachärztliche Betreuung zu begeben. "Anonym kam noch die Mail eines Mannes, der sich wünschte, mein Blut an einer Hauswand zu sehen. Nach meiner Antwort-Mail hat sich der Mann für seinen Ton entschuldigt, meinte aber, dass ich wohl übertrieben hätte."


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