Aus 40 Meter Höhe Der fliegende Holländer: Glandorfer Wahrzeichen erhält neue Flügel

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Tolle Kulisse: Die Montage der neuen Flügel zog viele Glandorfer an die Windmühlenstraße. Foto: NWM-TVTolle Kulisse: Die Montage der neuen Flügel zog viele Glandorfer an die Windmühlenstraße. Foto: NWM-TV

Glandorf. Diese Kindergartenkinder hatten ihren Familien nach der Kita viel zu erzählen. Denn am Morgen wanderten sie in Zweierreihen zur Glandorfer Windmühle, die in luftiger Millimeterarbeit neue Flügel bekam.

Ganz schön was los über der Mühle. Die Kindergartenkinder staunten. Foto: Elvira Parton


Ein Festtag für Glandorf und seinen Windmühlenverein: Die Freude über diesen Meilenstein bei der Sanierung des Galerieholländers war dem Vorsitzenden Hubert Schlotmann, dem zweiten Vorsitzenden Michael Herbermann und Kassenwart Josef Laumann deutlich anzumerken. Viele Schaulustige verfolgten das seltene Spektakel von der Windmühlenstraße aus.

Ab an den Haken. Foto: Elvira Parton


Von der Vorstellung der Sanierungspläne für die Windmühle im Dezember 2016 bis zur Montage der majestätischen Flügel sei es ein langer Weg gewesen, erzählt Schlotmann. Die fast 20 Meter langen Flügel, allein 10,73 Meter messen die gefächerten Bruststücke, wurden mit einem 40 Meter-Ausleger in die Höhe gehievt.

Gefertigt wurden die Flügel in Quakenbrück, ein Mühlenbauer unterstützte das Holzbauunternehmen.

An einem 40-Meter-Ausleger schwebt der Flügel zur Haube. Foto: Elvira Parton


"Jetzt geht's hoch", kündigte der Kranführer an. Und dann ging es hoch für den ersten Flügel. Aus Lärchenholz ist er gefertigt, "das ist witterungsbeständig", erklärte Schlotmann.

Dabei saß der Kranführer unten im Fahrerhaus: 20 Meter über ihm stand für das Einfädeln an der Turmhaube ein Handwerker oben auf dem Dach, ein anderer arbeitete von einem Hubwagen aus, damit der Flügel ins Kreuz kommt. Die beste Sicht auf die knifflige Arbeit hatte man von der Galerie im zweiten Stock.

Im ersten Anlauf rutschte der Flügel ins Kreuz. Foto: Elvira Parton


Denn nicht das Hochziehen der Holzkonstruktion war die Herausforderung: "Der schwierige Teil kommt dann erst. Wenn ein Flügel ins Kreuz eingefädelt ist, wird er mit Holzkeilen fixiert." Dann werde aus der Gegenrichtung der zweite Flügel ins Kreuz geschoben. "Wenn man da fünf Millimeter falsch liegt, hat man schon ein Problem", sagte Hubert Schlotmann. Aber der Kranführer war sicher: "Jetzt wird's was."

Luftige Angelegenheit: Höhenangst wäre hier fehl am Platz. Foto: Elvira Parton


Er hatte Recht. Als die ersten zwei Flügel endlich fest ineinander verkeilt waren, wurden sie mit einer Klammer verbunden. Drehen sich alle vier Flügel, wird die Windenergie mittels einer sogenannten Königswelle in die Mühle geleitet. Und damit die Flügel immer richtig zum Wind stehen, dreht sich auch die Turmhaube.

Fünf Geschosse hat die Mühle. Ihre Sanierung kostet eine knappe halbe Million Euro. Davon übernimmt die Gemeinde zwei Drittel, ein Drittel hat der Mühlenverein zusammengetragen.


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