Werke von der Romantik bis zur Moderne „Kultour-Gut“ in Glandorf

Von Rolf Habben

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Einen begeisternden Auftritt hatte der Kammerchor der Universität Osnabrück in der gut besuchten St- Johannis-Kirche in Glandorf. Foto: Rolf HabbenEinen begeisternden Auftritt hatte der Kammerchor der Universität Osnabrück in der gut besuchten St- Johannis-Kirche in Glandorf. Foto: Rolf Habben

Glandorf Mit einem außergewöhnlichen Chorkonzert begeisterte die Uni-Musik Osnabrück unter der Leitung von Joachim Siegel die Besucher in der St.-Johannis-Kirche in Glandorf. Bereits im Vorjahr war der Chor der Universität in der Reihe „Kultour-Gut!“ in der katholischen Kirche aufgetreten.

„Wir singen im wesentlichen Chorwerke der Romantik und der gemäßigten Moderne“ verrät Chorleiter Siegel eingangs. Gleich zu Beginn stand mit „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ (Psalm 100) unter anderem eine kleine Auswahl Mendelssohn-Motetten, darunter auch das berühmte Engelsoktett „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus dem Elias. Weiterhin war im ersten Block Anton Bruckner mit „Locus iste“ zu vernehmen, dessen Architektur einer Sakristei sich im Text widerspiegele, so Siegel in seiner Moderation.

Gemäßigte Moderne

Im mittleren Block der gemäßigten Moderne intonierte der Chor aus 11 weiblichen und 11 männlichen Sängern beeindruckend und erfrischend in schnellerem Tempus drei moderne Werke von Ernst Pepping, Erneuerer evangelischer Chormusik nach dem 2. Weltkrieg, mit „Jesus und Nikodemus“ in teils drastischen Klängen vertont, Anthony Bernacucci mit Anklängen gregorianischer Chormusik, sowie von Alejandro Consolacion II, einem philippinischen Komponisten mit italienischem Pseudonym, „wohl deshalb, weil er seine Musik in tiefem katholischen Glauben interpretiere“, vermutet der Chorleiter.

„Die gemäßigte Moderne bezeichnet Werke, die ein Publikum eher einnehmen als abschrecken, sie klingen also weniger nach Zahnarzt und Geräuschkulisse als nach wirklich schöner Chormusik, obwohl sie zeitgenössischen Ursprungs sind“ erläutert Chorleiter Siegel auf Nachfrage.

Abendlieder

Passend zum Ausklang des Konzerts schlug der dritte Block schlug mit einer char-manten Zusammenstellung von Abendliedern den Bogen wieder zurück zur Romantik, die als Gegengewicht der zunehmenden Industrialisierung wieder eine Renaissance erlebt habe- Zu hören waren Joseph Gabriel Rheinbergers „Abendfriede“ sowie sein „Abendlied“, Albert Beckers „Bleibe, Abend will es werden“ und „Wanderers Nachtlied“ von Moritz Hauptmann.

Mit Blick auf das gutbesuchte Kirchenschiff dankte Siegel im Namen des Ensembles den Zuhörern humorvoll, „es gebe für einen Chor nichts Schlimmeres, wenn er gegenüber den Besuchern in der Überzahl sei“.

Lehrende und Studierende

Die Universitätsmusik ist ein Angebot von Lehrenden und Studierenden des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück. Ziel der regelmäßigen stimmbildnerischen Arbeit ist der gepflegte homogene Klang jugendlicher Stimmen, der den Chor auszeichnet. Das Ensemble singt regelmäßig in den Kirchen Osnabrücks und der Region und gastiert darüber hinaus im gesamten nordwestdeutschen Raum.


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