Tierisches Hobby Familie Maag aus Glandorf ist dem tiefen Blick der Alpakas verfallen

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Alpakas sind Fluchttiere und reagieren auf Fremde erstmal scheu. Claudia und Michael Maag gehören aber inzwischen zur Herde und werden freudig am Gatter begrüßt, vor allem wenn sie Futter mitbringen. Foto: Carolin HlawatschAlpakas sind Fluchttiere und reagieren auf Fremde erstmal scheu. Claudia und Michael Maag gehören aber inzwischen zur Herde und werden freudig am Gatter begrüßt, vor allem wenn sie Futter mitbringen. Foto: Carolin Hlawatsch

Glandorf. Freude-Spender, Rasenmäher und Wolllieferant zugleich sind die vier Alpakas von Familie Maag aus Glandorf. Im Juni 2016 entschloss sich Michael Maag zur Anschaffung dieser südamerikanischen, domestizierten kamelartigen Tiere und widmete sich somit einem neuen, umfassenden Hobby.

Mit der raschelnden Futterdose in der Hand stehen Claudia und Michael Maag nicht lange allein am Zaun. Zutraulich kommen Amadeus, Meggy, Luna und Maja heran getrabt. Amadeus hat dabei die „Nase vorn“, zeigt sich als der Neugierigste und präsentiert sich als Anführer der Herde. „Der tut nur so“, wissen die Maags und lachen. Und tatsächlich ist es schließlich Stute Luna, die sich als mutige Chefin entpuppt, als erste aus den Händen ihrer Halter frisst und das, obwohl sie ihr Fohlen Maja an der Seite hat.

Tiere entzücken immer wieder aufs Neue

So haben die vier Alpakas ganz unterschiedliche Charaktere, mit denen sie die Maags immer wieder aufs Neue entzücken. Die lebhafte kleine Maja wurde am 5.Juni auf dem Hof in Glandorf geboren. „Das war die erste Alpaka-Geburt die wir erlebten. Wir waren ganz schön aufgeregt“, berichtet Michael Maag, der die anderen drei Tiere, Halbgeschwister, von einem Züchter aus Hagen kaufte. Schnell einigte sich die Familie, dass das Fohlen einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben „M“ erhalten solle, so wie sein menschlicher Hauptverantwortlicher. 

Alpaka-Wallach Amadeus (links) tut so, als müsse er seine Halbschwestern Meggy und Luna (rechts) beschützen. In Wahrheit kommen die Stuten aber auch gute ohne sein Imponiergehabe zurecht. Foto: Carolin Hlawatsch


Michael Maag plant, die Herde zukünftig noch um ein bis zwei Tiere zu vergrößern: „Damit es keine Inzucht gibt, haben wir damals Amadeus kastrieren lassen. Für die Nachzucht „leihen“ wir uns einen Hengst aus Hagen“. Und es ist ein ganz besonderer Hengst der nun für die Glandorfer Alpaka-Stuten auserkoren wurde: „Ich sage Panda-Alpaka zu ihm, weil er zwei schwarze Flecken um die Augen am sonst weißen Kopf trägt. Wie ein Pandabär eben“, erklärt Michael Maag. Klappt es mit der Fortpflanzung, wird womöglich Stute Meggy nach rund elf Monaten ein Fohlen zur Welt bringen. Ein Fohlen? „Ja, Alpakas bekommen immer nur eins“, erklärt Michael Maag.

Statt der Pferde grasen Alpakas auf der Wiese

Auf die Idee der Alpaka-Haltung kam er, als er die Wiese vor seinem Haus, auf der früher einmal Pferde grasten, mit neuem Leben füllen wollte. Ein Spruch unter Liebhabern der Tierart laute: „Schau einem Alpaka nicht zu tief und zu lange in die Augen, sonst ist es um dich geschehen“. Michael Maag tat genau das und so zogen statt Kühen oder Schafen eben Alpakas in Glandorf ein; genau genommen Huacaya-Alpakas. Diese Rasse hat dichtes, wolliges Fell im Gegensatz zu der zweiten Alpaka-Variante, den Suris mit längeren, zotteligen Haaren. 

Die Alpaka-Herde von Familie Maag: (von links) Stutfohlen Maja, Wallach Amadeus, Stute Luna und ihre Schwester Meggy. Foto: Carolin Hlawatsch


Einmal im Jahr, kurz vor dem Sommer, werden die Alpakas der Maags geschoren. Pro Tier erhalten sie drei bis vier Kilogramm weiche Wolle, die sie zur Weiterverarbeitung an eine Steppdeckenfabrik im Erzgebirge schicken. „Auf diese Weise haben wir nun schon die gesamte Familie mit neuen Bettdecken ausstatten können“, berichtet Claudia Maag. Die Decken mit Alpakawolle seien allergikerfreundlich, atmungsaktiv und würden nach individuellem Wunsch dichter befüllt für mehr Wärme. 

Zweimal im Jahr wird geheut

Auch wenn Amadeus, Maja und Co. das Gras in ihrem insgesamt 5000 Quadratmeter großen Areal durch Fressen kurz halten, wird ein Teil ihrer Wiese zweimal im Jahr geheut. Das Heu kommt den Alpalaks im Winter zu Gute. Beim Heuen ist Michael Maag voll in seinem Element, bewegt er sich dann nicht nur zwischen seinen geliebten Tieren, sondern sitzt auch noch auf einem seiner Oldtimer-Traktoren, sein zweites Hobby. Als Mitglied im Verein zur Erhaltung historischer Landtechnik (VHLT) bringt er dabei zudem alte Mähbalken, Heuwender und Schwader in Fahrt.

Alpaka-Damen unter sich: „Tante“ Meggy passt auf, während „Mama“ Luna und Fohlen Maja grasen. Foto: Carolin Hlawatsch


So pflegeleicht und robust Alpakas auch seien, essentiell für Interessenten dieser Tierhaltung sei ein vorheriger Lehrgang. „Beim Kauf eines Alpakas oder auf Verlangen des Veterinäramts muss man oftmals auch einen Sachkundenachweis vorlegen den man nach Absolvierung des Lehrgangs erhält“, weiß Michael Maag. Er lernte mehr über Fütterung, Hufpflege, Impfung, Geburt und Fohlenversorgung von erfahrenen Alpakahaltern auf dem „Alpakalana-Hof“ in Ankum. In ganz Deutschland gebe es Alpaka-Züchter, die extra befugt sind, solche Lehrgänge auszurichten. „Dort habe ich auch erfahren, dass man mindestens immer drei Individuen halten sollte, da Alpakas Herdentiere sind“, erzählt Michael Maag. Nächstes Jahr möchte er einen Hügel auf seiner Wiese anlegen, weil Alpakas gerne den „Überblick behalten“. Dann können sie ihre Nachbarn, die Hühner oder auch vorbeiziehende Rehe noch besser beobachten. 


Kleine Kamel-Kunde

Von der einst artenreichen Familie der Kamele haben drei Wildformen überlebt. Davon ist eine vom Aussterben bedroht, die beiden anderen gelten dank Schutzmaßnahmen heute als gesichert. Ferner gibt es vier Haustierformen.

Die Familie der Kamele wird in Altwelt- und Neuweltkamele unterteilt. Zu den Altweltkamelen zählen zum einen die zweihöckrigen Trampeltiere aus Asien. Trampeltiere sind domestiziert, stammen vom Wildkamel ab. Zum anderen gibt es die einhöckrigen Dromedare aus Afrika. Vom Dromedar ist keine Wildform bekannt.

Neuweltkamele gliedern sich in die beiden Wildformen Guanako und die kleineren Vikunjas. Die domestizierte, also nicht mehr wilde Formen sind Lama und Alpaka. Diese Arten kommen ursprünglich aus Südamerika.

Das Guanako, gilt als die hauptsächliche Stammform der domestizierten Lamas und Alpakas. Lama wurden zum tragen von Lasten, Alpakas als Wolllieferanten gezüchtet. Ursprünglich wurde angenommen, das Guanako sei die Stammform des Lamas, das Vikunja jene des Alpakas. Später galt das Guanako als alleiniger Ahne beider Haustierformen. Molekularbiologische Untersuchungen deuten aber darauf hin, dass sich in den Haustierformen auch Vikunjablut befindet. Da sich alle vier Neuweltkamele kreuzen lassen und die Nachkommen fruchtbar sind, lässt sich die Abstammung der Haustierformen nicht mit letzter Sicherheit nachvollziehen.

Quelle: Verband der Zoologischen Gärten

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