Im Einsatz für den Halbstundentakt RB66 nach Münster: Berufspendler startet Petition

Von Michael Schwakenberg

Meine Nachrichten

Um das Thema Glandorf Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wolfgang Peters hofft, dass der Halbstundentakt erhalten bleibt. Foto: Michael SchwakenbergWolfgang Peters hofft, dass der Halbstundentakt erhalten bleibt. Foto: Michael Schwakenberg

Lienen. Wird die Pendlerstrecke Osnabrück–Münster auch in Zukunft im Halbstundentakt bedient werden? Sollte ab 2019 der Rhein-Ruhr-Express zwischen Düsseldorf und Osnabrück fahren, würde der Zug RB 66 wohl nur noch stündlich fahren. Ein Pendler hat deshalb eine Petition gestartet.

Wolfgang Peters ist leidenschaftlicher Bahnfahrer. Morgens steigt er zu Hause aufs Rad und fährt zum Kattenvenner Bahnhof. Von dort geht es mit der Regionalbahn (RB) nach Münster zum Hauptbahnhof. Und von der dortigen Radstation fährt er mit seinem Zweitfahrrad noch mal drei Kilometer weiter zur Arbeit. Abends das ganze Prozedere umgekehrt.

Eine Frage treibt ihn seit geraumer Zeit um: „Bleibt der Halbstundentakt zu den Stoßzeiten?“ Gemeint ist die RB66, die Kattenvenne mit Münster und Osnabrück verbindet. Denn ihr Halbstundentakt ist für Schüler, Studenten und eben Berufspendler schon fast von existenzieller Bedeutung.

Hintergrund ist, dass Gespräche darüber laufen, ob nicht ab Dezember 2019 ein Rhein-Ruhr-Express (RXX, bislang noch RE2) von Düsseldorf bis Osnabrück durchfahren soll. Peters: „Dann würde die RB66 auch in Stoßzeiten nur noch im Stundentakt fahren.“ Was erst mal nicht weiter schlimm wäre, wenn der RXX auch in Kattenvenne hielte und dadurch der Halbstundentakt gewahrt bliebe. Allerdings halten sich Gerüchte, wonach beim RXX zwischen Münster und Osnabrück zwei Haltepunkte auf der Strecke bleiben sollen: Kattenvenne und Natrup-Hagen.

Peters lässt das nicht los: „Wir wissen nichts Konkretes darüber. Man wird ja auch nicht informiert.“ Um den Entscheidungsträgern klarzumachen, wie wichtig die einzelnen Haltepunkte sind, haben Peters und einige Mitstreiter im Internet eine an den Landtag adressierte Petition gestartet. Über 1000 Unterzeichner zählt die Petition schon. Peters: „Es geht uns nicht nur um Kattenvenne, sondern um alle Orte: Westbevern, Ostbevern, Kattenvenne, Lengerich, Natrup-Hagen und Hasbergen.“

Für Bewegung sorgt dieses Thema auch in der Lokalpolitik. Lienens Bürgermeister Arne Strietelmeier erklärt, dass der Kreis Steinfurt, die Städte Münster und Osnabrück sowie die betroffenen Kommunen eine deutliche Erhöhung der Fahrgastzahlen anstreben, um eine möglichst hohe Bahntaktung auch weiterhin zu rechtfertigen.

Auf Anfrage beim Zweckverband SPNV Münsterland sagte dessen Geschäftsführer Michael Geulcker: „Wir befinden uns mitten in Gesprächen, auch mit der niedersächsischen Seite, ohne dass ich irgendein Ergebnis mitteilen könnte. Es gibt noch keines.“ Ob ein RXX, falls er denn überhaupt kommt, alle Haltepunkte anfährt oder eben nicht, könne unter anderem eine Zeitfrage sein, wenn zum Beispiel von niedersächsischer Seite gewünscht werde, dass in Osnabrück bestimmte Anschlusszüge erreicht werden sollen, sagt Michael Geulcker vom Zweckverband SPNV Münsterland auf Anfrage..

Letzteres ist genau das, was Wolfgang Peters befürchtet: „Dass der Fernverkehr dem Nahverkehr vorgezogen wird.“ Die Petition für die Beibehaltung des Halbstundentaktes kann noch bis Freitag, 7. September, unterschrieben werden. Sie ist zu finden unter www.openpetition.de/!swpsr


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN