Sommerfest zu Ehren des Pastorats Verein KultourGut begrüßte 90 Gäste im Garten des Pastors

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So hätte es aussehen können: Michael Sabisch baute das Pastorat nach den Plänen eines alten Stadtbaumeisters nach.So hätte es aussehen können: Michael Sabisch baute das Pastorat nach den Plänen eines alten Stadtbaumeisters nach.

Glandorf. 150 Jahre alt ist das Domizil der Glandorfer Pastöre geworden. Das nahm der Kultur- und Heimatverein zum Anlass, sein Sommerfest im Garten von Pastor Stephan Höne zu feiern.

Der Verein hatte allerdings einen Tag erwischt, an dem der Sommer eine Pause einlegte. 15 Grad und ein wolkenverhangener Himmel sorgten dafür, dass viele Gäste vorsichtshalber die Steppjacke herausgekramt hatten. Die Organisatoren des Kultur- und Heimatvereins begegnete den ungewohnten Temperaturen mit Gasstrahlern und Heizkanonen.  

Ausschlaggebend für den ungewöhnlichen Ort des Sommerfestes war der 150. Geburtstag des Pastorats an der Osnabrücker Straße. Und den hat der Archivleiter Dieter Heimsath eher zufällig entdeckt. „Bei Archivarbeiten fand er eine Rechnung über den Abriss des alten Pastorats“, berichtete der Vorsitzende Frank Niermann. Und er habe sich gedacht, wenn es abgerissen wurde, wurde es ja auch irgendwann neu gebaut. Weitere Recherchen ergaben, dass das 1868 der Fall gewesen war – nach stolzen 26 Jahren Planung.


Geschichte des Pastorats: Karl-Heinz Krützkamp, Dieter Heimsath und Frank Niermann (von links) vom Vorstand des Heimat- und Kulturvereins stellten beim Sommerfest das neue heft vor.


Der seit 1841 geplante Pastorats-Neubau hatte schließlich das Interesse der zehnköpfigen Archiv-Arbeitsgruppe des Vereins geweckt und man stieg in die Geschichte des 150 Jahre alten Hauses ein. Die förderte schließlich Skurriles zutage. „Die Planungen dauerten so lange, weil man sich nicht einig wurde, wie das neue Domizil des Pfarrers aussehen sollte“, so Niermann. Viel zu viele Institutionen hätten ein Mitspracherecht gehabt, darunter der Bischof, der Landbaumeister und der Stadtbaumeister. Verschiedenste Pläne wurden vorgelegt, darunter ein Plan einer tollen Stadtvilla eines Stadtbaumeisters, die Michael Sabisch als Modell nachbaute. „Der damalige Pfarrer Hülster hatte aber ganz eigene Pläne, die nicht mit den anderen Plänen unter einen Hut zu bringen waren“, so Niermann. Und er hatte offenbar auch einen Dickkopf, denn er blockierte den Bau über ein Vierteljahrhundert. 

Erst als er starb und sein Nachfolger Pastor Landwehr die Regie übernahm, nahmen die Pläne Gestalt an. „Er hatte zudem das Glück, dass er das Nachbargrundstück der Familie Vennewald erwerben konnte“, so Niermann. Damit war genug Platz für einen Langbau, der den Pastor, die Haushaltshilfe und auch das Vieh für die eigene Landwirtschaft beherbergen konnte.


Hintergrundmusik: Die Gruppe Plutos Swinging Dixie Five aus Münster spielte lockeren Swing.


Die Geschichte des Pastorates hat der Heimat- und Kulturverein in einem kleinen Büchlein auf 78 Seiten zusammengefasst, das ab sofort für 9 Euro erworben werden kann. Beim Sommerfest wurde das Heft vorgestellt, ebenso wie das Modell von Michael Sabisch. Nach dem einführenden Vortrag über die Geschichte des Hauses wurde gemütlich geklönt und über das gehörte diskutiert. Dazu gab es ein kaltes Buffet, verschiedene Getränke und Hintergrundmusik der Gruppe Plutos Swinging Dixie Five aus Münster, die bereits beim vorangegangenen Sommerfest in Glandorf zu Gast waren.

Dem aufmerksamen Heimatkenner hätte übrigens schon seit 150 Jahren auffallen können, was das Pastorat gebaut wurde. Das Baujahr steht nämlich unübersehbar über dem Eingang des Gebäudes. Allerdings in römischen Zahlen, die im vierstelligen Bereich eine gewisse Herausforderung darstellen. Oder hätten Sie auf Anhieb gewusst, dass sich hinter der Buchstabenkombination MDCCCLXVIII die Zahl 1868 verbirgt?


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