Ortskernsanierung Glandorfs Bauausschuss für die "Kleine Lösung" am Thie

Meine Nachrichten

Um das Thema Glandorf Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Verschiedene Stufen einer Sanierung: Durch einige kleinere Maßnahmen konnte die Aufenthaltsqualität am Thie bereits gesteigert werden. Foto: Achim KöppVerschiedene Stufen einer Sanierung: Durch einige kleinere Maßnahmen konnte die Aufenthaltsqualität am Thie bereits gesteigert werden. Foto: Achim Köpp

Glandorf. Glandorfs Thie soll saniert werden. Der Bauausschuss empfiehlt, mit der "kleinen Lösung" zu beginnen. Denn zukünftig könnte es zu einem höheren Verkehrsaufkommen an "historischen Ortsachse" kommen.

Derzeit ist Glandorfs Thie noch ein "Provisorium" – wie Architekt Dirk Junker den aktuellen Zustand des Platzes nennt: Einige Maßnahmen sind schon getroffen worden, um schlussendlich die Aufenthaltsqualität zu steigern. Diese war bedingt durch die hohen Bäume, die zahlreiche Raben anzogen, fehlende Sitzmöglichkeiten und die Hochbeete damals nicht so hoch gewesen, wie sie hätte sein können. 2017 beschloss der Rat schließlich den Platz vor der Eisdiele neu zu gestalten. Doch dann wurden die erhofften Fördergelder aus dem Dorfentwicklungsprogramm nicht bewilligt. Eine Übergangslösung wurde angestrebt. Nun empfahl der Ausschuss, einen weiteren Versuch zu starten. Wie damals empfahl das politische Gremium auch jetzt die sogenannte "Kleine Lösung".

Erhöhter Verkehr am Thie

"Der Kerngedanke  ist eine homogene Platzfläche in der Mitte", so der Architekt. Bäume sollen dort gepflanzt werden, so dass sitzen unter einem niedrigen Blätterdach möglich ist. Dazu kommen Wasserfontänen. Auch die Außengastronomie soll stärker einbezogen werden. Bei der "großen Lösung" würde auch die Straßenführung um den Bereich vor der Eisdiele einbezogen. Denn auch unter dem dortigen Verkehr leidet die Aufenthaltsqualität. Von der Sanierung der Straße riet nun jedoch auch der Architekt selbst ab. Denn mittlerweile habe sich die Verkehrssituation verändert: Zum einen läuft derzeit ein Bauleitverfahren zu einem geplanten Edeka Markt an der Münster Straße, zum anderen soll die B475 inklusive Kreisverkehr saniert werden. Durch beide Maßnahmen könnte sich der Verkehr an dieser "historische Verkehrsachse" (Münster Str./Thie/Osnabrücker Str.) voraussichtlich erhöhen.


"Schon 2019 könnten jedoch erste Elemente platziert werden".Dirk Junker


Dirk Junker rät daher zunächst eine abgeschlackte Version der "Kleinen Lösung" umzusetzen. Wenn die Fördergelder des Dorfentwicklungsprogrammes bewilligt würden, könnte im Januar 2020 mit dem Bau begonnen werden. Um die Zeit zu verkürzen, könnten "schon 2019 erste Elemente platziert werden", so der Architekt. Zudem schlägt er vor ein Verkehrskonzept für den innerörtlichen Bereich zu entwicklen. Mit dieser Richtschnur würde der Bereich um den eigentlichen Platz herum, langfristig nochmal weiterentwickelt werden können.

60.000 Euro für Planungskonzept

Bauamtsleiter Frank Scheckelhoff schätzt, dass ein solches Plaungskonzept bis zu 60.000 Euro kosten würde. Dieses könnte im Rahmen des Dorfentwicklungsprogrammes gefördert werden.

Diskussion im Bauausschuss

Der Bauausschuss folgte dem Vorschlag schließlich und empfiehlt dem Rat, Förderanträge für die Umsetzung der "kleinen Lösung" am Thie und für ein Verkehrskonzept zu erstellen. Gegen die Sanierung des Thies stimmte Alfons Pöhler (CDU): "Sollten wird wirklich 200.000 Euro investieren, um von einer gesteigerten Qualität zu einer noch höheren Aufenthaltsqualität zu kommen?" Schon mit relativ geringen Maßnahmen habe man es bereits geschafft, die Aufenthaltsqualität auf ein gutes Level zu bringen. "Würde es nicht reichen einige Bäume zu pflanzen?". Willi Micke (SPD) sprach sich zwar für die Sanierung des Platzes aus, aber gegen die der Straße. Es sei auch der Bevölkerung kaum darstellbar, warum eine intakte Straße für viel Geld erneuert werden soll, "nur um die Farbe zu ändern". Sebastian Gottlöber (UWG) wies bei der Diskussion darauf hin, dass die deutlich mehrzahl der Bürger in den Befragungen, den Wunsch nach der "großen Lösung" geäußert hätten. Er regte an, zumindest langfristig auf das Ergebnis einzugehen.


 



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN