Sanierungskonzept Neue Dynamik für Glandorfs Haussanierungen?

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Unter anderem bei der energetischen Sanierung von Gebäuden winken steuerliche Vorteile im Rahmen der Städtebauförderung. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmnUnter anderem bei der energetischen Sanierung von Gebäuden winken steuerliche Vorteile im Rahmen der Städtebauförderung. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn

Glandorf. Könnten die Glandorfer bei der Sanierung älterer Häuser von steuerlichen Vergünstigungen profitieren? Damit die Bürger diese in Anspruch nehmen können, müsste die Gemeinde einen ersten Schritt machen und ein Sanierungskonzept erstellen. Das Vorgehen erklärte – von der CDU angeregt – Ruth Drüggemüller, Referentin von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

„Es ergibt sich eine Dynamik aus einem solchen Prozess“, erklärt sie während einer Ratssitzung und zeigt anhand der Gemeinde Harsefeld, wie die Dynamik aussehen könnte. Dort habe sich die Gemeinde schließlich entschlossen, den Weg zu gehen und ein energetisches Quartierskonzept durch ein Planungsbüro erstellen zu lassen. „Ein Quartier umfasst ein Gebiet unterhalb der Ortsgrenze“, erläuterte sie. Die Kosten dafür könnten zu 85 Prozent von Land und Bund gefördert werden. Entscheidet sich die Gemeinde schließlich für das fertige Konzept, wird offiziell ein Gebiet abgesteckt. In Harsefeld umfasste das Gebiet 735 Haushalte in 543 Wohngebäuden. Das Programm gelte für ältere und alte Gebäude, die energetisch saniert werden sollen.

Einsparpotenziale

Im Falle von Harsefeld ergab sich innerhalb der festgesetzten Grenzen ein Sanierungsbedarf bei 263 Häusern. 94 Eigentümer nahmen das Beratungsangebot an. Exemplarisch rechnet Ruth Drüggemüller während der Ratssitzung anhand eines Beispielhaushaltes aus, welche Vorteile die Hausbesitzer hätten: Sie nimmt ein Jahreseinkommen von 50.000 Euro im Jahr und ein Steuersatz von 35 Prozent an. Die Modernisierungskosten liegen in ihrem Beispiel bei 100.000 Euro. Die jährlichen Steuerersparnisse, die sich aus dem Programm ergäben, lägen bei 3.150 Euro. Hausbesitzer könnten laut Drüggemüller so insgesamt bis zu einem Drittel der Modernisierungskosten von der Steuer erstattet bekommen. Öffentliche Gebäude könnten davon ebenfalls profitieren. Einsparpotenziale, die in Harsefeld von 56 Hauseigentümer angenommen wurde.

Quartiersmanager

Betreut werde die Umsetzungsphase von einem Quartiermanager, dessen Gehalt ebenfalls zum Teil aus den Fördermitteln des Programms finanziert wird (65 Prozent). Das könne der Leiter des Bauamtes oder eine andere Person sein.

Dorferneuerung möglich

Auf Nachfrage erläuterte Ruth Drüggemüller zudem, dass die Inanspruchnahme der steuerlichen Vorteile für Hausbesitzer keine Auswirkungen auf die Inanspruchnahme anderer möglicher Fördermittel habe, wie beispielsweise Mittel aus der Dorferneuerung.

Noch keine Entscheidung

Eine Entscheidung für das Programm steht noch zur Debatte. Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann zeigte sich zunächst etwas abwartend. „Wir sollten die Informationen sacken lassen“, schlug Martin Bäumer (CDU) vor. Grundsätzlich sei das Programm „sehr interessant“.


Das energetische Konzept

Doch nicht alleine steuerliche Vorteile und der Bedarf bei einzelnen Häusern wird in dem grundlegenden Konzept ermittelt. Es spielen auch quartiersübergreifende Fragen eine Rolle: Wie ist die Demografie? Ziehen ältere Leute aus? Kommen jüngere oder neue Besitzer nach? Wie wird das Wohngebiet genutzt? Aufschluss kann es außerdem über die Frage geben, ob ein Quartier mit Nahwärme versorgt werden könnte.

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