Herausforderung für Spediteure Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen: Säulen in Glandorf und Ostercappeln

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Die Firma Toll-Collect hat im Landkreis Osnabrück zwei Maut-Säulen errichtet: eine in Ostercappeln, eine in Glandorf.Foto: Patrick Pleul/ZB/dpaDie Firma Toll-Collect hat im Landkreis Osnabrück zwei Maut-Säulen errichtet: eine in Ostercappeln, eine in Glandorf.Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa

Osnabrück. Bislang mussten Lkw in Deutschland nur für die Benutzung von Autobahnen eine Gebühr entrichten. Seit 1. Juli gilt die Mautpflicht auch auf Bundesstraßen, im Landkreis Osnabrück kontrollieren zwei Mautsäulen den Schwerlastverkehr. Für die ohnehin gebeutelten Spediteure ist die Bundesstraßen-Maut eine zusätzliche Belastung.

Zwei Kontrollsäulen hat das Berliner Unternehmen Toll-Collect, das vom Bundesamt für Güterverkehr mit der Mauterhebung in Deutschland beauftragt wurde, im Landkreis Osnabrück aufgestellt. Zum einen in Ostercappeln zwischen Heers Bruchweg und Niederhaaren, zum anderen in Glandorf zwischen Höferweg und Haarweg/Auf der Urlage. Beide Kontrollsäulen befinden sich damit an der B51.

Größtmögliche Abdeckung

„Im Landkreis Osnabrück sind zurzeit keine weiteren Standorte geplant“, sagt Assane Ndoye vom Bundesamt für Güterverkehr. Die Standorte der Kontrollsäulen seien mit verkehrswissenschaftlichen Methoden ermittelt worden, um eine größtmögliche Abdeckung von Fahrtverläufen im gesamten Bundesgebiet abzudecken. „Dabei wurden auch die anderen Kontrollmittel des Bundesamtes berücksichtigt, insbesondere die Kontrollbrücken auf Bundesautobahnen.“ Ergänzend kommen laut Assane Ndoye Kontrollfahrzeuge für die mobile Kontrolle sowohl auf Bundesautobahnen als auch Bundesstraßen flexibel zum Einsatz. Daneben fänden auch noch übergreifende Betriebskontrollen statt.

Mautpflicht gilt auch für Müllwagen

Seit 1. Juli 2018 gilt die Lkw-Mautpflicht auf allen Bundesstraßen in Deutschland. Mautpflichtig sind Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Die Mautpflicht gilt auch für Müllwagen, Fahrzeuge für die Straßenreinigung und den Winterdienst sind hingegen befreit. (Weiterlesen: Lkw-Maut jetzt auch auf allen Bundesstraßen)

Manuelles Verfahren

Toll-Collect bietet unterschiedliche Möglichkeiten für die Mauterhebung an. Zum einen kann eine sogenannte On-Board-Unit in den Lkw eingebaut werden, die dann automatisch die Maut erhebt. Zum anderen besteht die Möglichkeit, die Maut im manuellen Verfahren zu bezahlen.

Keine Blitzer

„Für die Mautkontrolle auf den Bundesstraßen werden rund 600 Kontrollsäulen in Deutschland aufgebaut“, sagt Antje Schätze von Toll-Collect. Die vier Meter hohen Säulen hätten im Mautsystem eine reine Kontrollfunktion. Weder erheben sie die Maut, noch fungieren sie als Blitzer. Das scheint vielen Autofahrern nicht bewusst zu sein, in den vergangenen Wochen kam es zu mehreren Unfällen, weil Autofahrer plötzlich vor den vermeintlichen Radarfallen bremsten. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Osnabrück hat es solche Fälle aber bislang noch nicht gegeben.

Gestiegene Kosten für Spediteure

Eine Herausforderung ist die Bundesstraßen-Maut aber natürlich vor allem für die Spediteure. „Wir haben mal ausgerechnet, dass wir für einen 7,5-Tonner pro Woche jetzt zusätzlich zehn bis 18 Euro Maut zahlen“, sagt Herbert Brüner von der Georgsmarienhütter Spedition Brüner-Transporte. Die gestiegenen Kosten geben die Transporteure logischerweise an ihre Kunden weiter. Doch deren Zahlungsmoral sei schlecht, die meisten würden sich laut Herbert Brüner weigern, einen Maut-Aufschlag zu zahlen. Auf mautfreie Straßen auszuweichen, um damit Kosten zu sparen, davon hält Herbert Brüner nichts. „Hier in Georgsmarienhütte nutzen viele die Alte Heerstraße, um Maut zu sparen. Aber da sind viele Wohnhäuser mit Kindern, und ich habe unseren Leuten gesagt, dass sie da auf keinen Fall fahren sollen.“


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