Gemeinsam für die Natur Glandorf möchte Wegerandstreifen aufwerten

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Mit viel Liebe zum Detail hat sich Björn Rohloff die Wegerandstreifen angesehen. Foto: Bernd MendeMit viel Liebe zum Detail hat sich Björn Rohloff die Wegerandstreifen angesehen. Foto: Bernd Mende

Glandorf. Auch Glandorf wird an dem „Osnabrücker Kompensationsmodell“ teilnehmen. Denn neben der Möglichkeit, über Wegerandstreifen Baugrundstücke zu kompensieren, kommt das Programm auch der Umwelt zugute. Die Gemeinde und das Planungsbüro Ge-Komm GmbH setzen dabei auf Gemeinschaft und Teilhabe.

Doch zunächst hat sich Björn Rohloff von der Ge-Komm erst einmal alles angesehen, was Glandorf an Wegerandstreifen zu bieten hat: Zunächst einmal stand die Potenzialanalyse am heimischen Schreibtisch an: In Karten markierte er in liebevoller Detailarbeit sämtliche gemeindeeigene Grünflächen. Das Ergebnis: Es gibt 101 überackerte Flächen und 541 weitere „Einzelstücke“, am Rande von Feldern, Wege und Gräben. „Es gibt aber nicht nur überackerte Flächen“, betont Rohloff – sondern auch im Gegenteil Flächen, die Landwirten gehören und als Wegeranstreifen von der Gemeinde genutzt werden. Dann ging es für ihn und einen Kollegen raus auf die Straßen, um genauer zu inspizieren, was in Glandorf blüht: „Ich bin schon jetzt begeistert, da es viele seltene Arten gefunden habe“, berichtet der Experte, der dennoch nicht unerhebliches Aufwertungs-Potenzial für Glandorf sieht. Dabei gehe es immer darum, an den gegebenen Umständen anzuknüpfen – und nicht ausschließlich und zwangsläufig um blühende Wiesen. Manchmal – das zeigt der Experte an unterschiedlichsten Bildern – sehen die artenreichsten Wiesen für das ungeübte Auge unspektakulär aus.

Verkehrssicherheit geht vor

Aber nicht nur die Natur hatte Björn Rohloff fest im Blick. „Immer mitberücksichtigt haben wir, dass es Wirtschaftswege gibt, bei denen die Wiesen auch schon mal als Ausweichfläche für die Autos genutzt werden“, erläuterte Rohloff einen der Punkte, auf die er sein Augenmerk legte.

Karte wird erstellt

Mit dem Landkreis wurden die möglichen Wegerandstreifen und die Verfahrensweise schon grob abgesprochen. Nun wird Björn Rohloff eine entsprechende Karte erstellen. Diese soll öffentlich gemacht werden. Eine offizielle Aufnahme des Konzeptes durch den Landkreis – und damit eine abschließende Genehmigung – der Wegerandstreifen in das Osnabrücker Kompensationsmodell steht noch aus. Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann regte an auch auf die Biotopvernetzung zu achten, obwohl dies über die Vorgaben des Osnabrücker Kompensationsmodell hinaus geht. Trotzdem würde dies kleinen Tieren die Möglichkeit geben, von Wegestück zu Wegestück zu wechseln. Danach könnte die Umsetzungsphase beginnen – „ohne Druck“, wie Bernd Mende betonte. Denn ihm, dem Rat und Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann gehe es darum, alle mit ins Boot zu holen. „Das Projekt soll vor allem auf Freiwilligkeit beruhen“. Dazu sind Informationsveranstaltungen geplant.

Optimiertes Mähen

Denn ein Randstreifen kann schon durch gezieltes Mähen aufgewertet werden. So ist es manchmal effektiver nicht jede Woche „mit dem Rasenmäher“ über die Wegerandstreifen zu flitzen – sondern gezielt wenige Male jährlich die Wiese zu kürzen. Bei anderen Flächen kann genau das Gegenteil der Fall sein: Statt wenige Mahten – immer wieder kürzen. An anderen Stellen ist eine Aussaat mit „Regio-Saatgut“ empfehlenswert. Bei breiteren Streifen rät der Experte auch zu Hecken.

Noch in diesem Jahr?

André Winterberg (CDU) fragte in der anschließenden Diskussion nach der Zeitschiene: „Wie gehen wir mit den 50.000 Euro um, die bereits dieses Jahr in den Haushalt eingestellt wurde?“ Festlegen wollte sich noch niemand. Während sich Frank Scheckelhoff und Bernd Mande bezüglich erster Projekte in diesem Bereich optimistisch zeigten noch in diesem Jahr erste Wegerandstreifen aufwerten zu können – war Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann noch vorsichtig.


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