Firmen und Oberschule Zwei neue Mitglieder im Kooperationsverbund Glandorf

Von Alexander Heim


alhe Glandorf. Seit sechs Jahren besteht der Kooperationsverbund zwischen der Ludwig-Windthorst-Oberschule Glandorf und rund 30 Unternehmen des südlichen Landkreises. Bei der jüngsten Zusammenkunft stand die Aufnahme zweier Kooperationspartner auf dem Programm. Das Thema „Inklusion“ im Arbeitsleben wurde beleuchtet.

Schul-Sozialpädagogin Maria Narberhaus hatte dazu mit Vertretern der Arbeitsagentur sowie der Osnabrücker Werkstätten Profis in Sachen Inklusion eingeladen. Manfred Ende, Abteilungsleiter von „Arbeit inklusiv“ der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück, stellte die Angebote der Werkstätten vor. 2250 Mitarbeiter gebe es an elf Standorten. Im Bereich „Arbeit inklusiv“ seien 300 davon beschäftigt, so Ende. Eine individuelle Zukunfts- und Berufsplanung gehöre ebenso zum Angebotsspektrum für junge Mitarbeitende mit Behinderung wie Qualifizierungsmaßnahmen, Unterstützung bei etwaigen Bewerbungen, Mobilitätstraining oder konkrete Unterstützung am Arbeitsplatz. Auch die Unterstützung von Arbeitgebern sei Teil des Konzeptes, führte Ende aus.

Finca

Ein solcher Arbeitgeber findet sich in der Firma „Blumenfeld“. „Ich finde, dass das eine ganz tolle Sache ist“, vermittelte Katharina Pues-Tillkamp den anderen Kooperationsmitgliedern, die im gemütlichen Café-Bereich der Finca am Blumenfeld Platz genommen hatten. „Man wird wirklich gut unterstützt“, hob sie hervor. Trotz des klaren Plädoyers ließ sie aber auch keinen Zweifel daran, dass die Mitarbeit eines Menschen mit Behinderung „nicht immer ganz einfach“ sei. Es gebe „Höhen und Tiefen.“

Seit rund 16 Monaten beschäftigt das Blumenfeld Marcel Restemeier, einen jungen Mitarbeiter mit Behinderung. Der junge Mann nimmt täglich 90 Minuten Fahrtzeit für die Möglichkeit in Kauf, seiner Arbeit nachzukommen. Die Nahverkehrs-Verbindungen seien schlecht. „Osnabrück hat ein grauenvolles Bus-Netz“, findet Manfred Enden. Um so mehr lobte er den Einsatz des 20-Jährigen.

Ergänzend

„Die jungen Menschen machen keine Ausbildung, es sind immer ergänzende Arbeitskräfte“, hob Manfed Ende zudem hervor. Im Bereich der Metallverarbeitung seien die 300 Mitarbeitenden von „Arbeit inklusiv“ ebenso tätig wie bei Zuarbeiten in einer Tischlerei, als Reinigungskräfte oder im Kommissionierungsbereich einer Spedition. Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. beträgt das durchschnittliche monatliche Arbeitsentgelt in einer Werkstatt für Behinderte 180 Euro. Mehr aus Glandorf im Netz

Thomas Schnieder und seine Kollegin Elisa Schwiekert von der Agentur für Arbeit stellten den Mitgliedern die Möglichkeiten von sogenannten Einstiegs-Qualifizierungen sowie Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB) vor. Zudem stellte sie den Ausbildungs-Zuschuss sowie die Möglichkeit der Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BAE) vor. Im Rahmen der Einstiges-Qualifizierung übernehme, so Schnieder, die Agentur für Arbeit die Ausbildungsvergütung in Höhe von 231 Euro.

Einstiegs-Qualifizierung

Theresia Lietmann, Inhaberin der Lietmann GmbH & Co. KG, berichtete über ihre positiven Erfahrungen mit einem jungen Schulabsolventen, der über die Einstiegs-Qualifizierung (EQ) den Weg in ihr Unternehmen gefunden habe. Neben dem handwerklichen Geschick hätten dabei Interesse und Fleiß überzeugt.

Das hörte wohl auch Jörg Ringling gerne, Schulleiter der Ludwig-Windhorst-Schule. Er nutzte die Gelegenheit, um die Mitglieder des Kooperationsverbundes noch einmal über die Noten zum Arbeits- und Sozialverhalten zu informieren. „Das „C“ ist unser positiv bewerteter Standard“, machte er dabei deutlich, dass sich alle Schüler mit diesem - oder einem besseren - Vermerk, als sehr positiv in dem Bereich hervorgetan hätten. Zudem merkte Ringling an, dass dieser Standard nicht nur in Glandorf, sondern für alle Oberschulen des Südlichen Landkreises gelte.

Neumitglieder

Anja Schloesser (Frisuren & Kosmetik) und Frank Greshake (AGU direkt GmbH) schlossen sich als Neumitglieder dem Kooperationsverbund an. Klaus Pues-Tillkamp hatte die Gäste eingangs durch seinen Betrieb geführt und mit 4500 Quadratmetern „unter Glas“ ebenso verblüfft wie mit der 10 Hektar großen Gemüseanbaufläche und einem Gesamtareal für den Anbau von Tomaten, Kürbis, Mais, Gras und Roggen von 25 Hektar.


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