Blühendes Büffet für Insekten Kinder säen eine Wildblumenwiese in Glandorf

Von Petra Ropers

Einfach locker ausstreuen:
               Kai Behncke zeigte den Kindern von Kindergarten und Grundschule, wie sie den Tisch für Insekten decken können. Foto: Petra RopersEinfach locker ausstreuen: Kai Behncke zeigte den Kindern von Kindergarten und Grundschule, wie sie den Tisch für Insekten decken können. Foto: Petra Ropers

Glandorf. Viele junge Helfer deckten in Schwege den Tisch für Wildbienen, Hummeln und andere Insekten: Fast 90 Kinder aus Grundschule und Kindergarten St. Marien halfen mit, am Dorfeingangsplatz eine Wildblumenwiese anzulegen.

Auf Initiative von Ortsbürgermeister Josef Hesse verwandelt sich die rund 300 Quadratmeter große Fläche in den kommenden Wochen in eine kunterbunt blühende Oase für Insekten. Bereits im vergangenen Jahr packten in Schwege viele Hände an, um den Dorfeingangsplatz neu und attraktiv zu gestalten. Ein Ort der Kommunikation sollte es werden, erklärte Hesse. In Eigenleistung wurde dafür ein Pavillon mit Bänken und einer Radladestation aufgestellt. Eine Fläche zum Boulen entstand. Daran angrenzend folgt demnächst noch ein Kletterbereich für die kleinen Schweger.

„Blumiger Landkreis“

Doch auch die tierischen Bewohner des Glandorfer Ortsteils sollten nicht zu kurz kommen. Und so wandte sich Josef Hesse an den Verein Umweltschutz und Lebenshilfe aus Melle, der gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ umsetzt. Unglaubliche 200 Flächen seien ihnen in Stadt und Landkreis angeboten worden, freute sich Initiator Kai Behncke über die große Resonanz auf einen entsprechenden Aufruf Anfang des Jahres. Insgesamt 40 Flächen verwandeln sich nun in insektenfreundliche Blühwiesen. Mehr aus Glandorf im Netz

40 verschiedene Blühpflanzen

Am Dorfeingangsplatz in Schwege säten die Kinder dafür die Saatmischung „Blühende Landschaft Nord“ aus. Das mehrjährige Saatgut enthält rund 40 verschiedene Blütenpflanzen, darunter Borretsch, Ringel- und Sonnenblume, wilde Möhre, Mohn und Kamille. „Das ist gut für die Insekten. Es gibt ja nur noch so wenige“, erklärten die kleinen Naturfreunde fachkundig, die eifrig die Hände nach den mit Saatgut gefüllten Bechern ausstreckten.

Kai Behncke selbst fand noch deutlichere Worte: „Das massive Insektensterben ist eine Katastrophe.“ Denn wenn die Insekten fehlen, gerät die gesamte Nahrungskette in Gefahr: Vögel, Amphibien und Reptilien finden nicht genug Futter. Den Kultur- wie auch den Wildpflanzen fehlt es an Bestäubern. Die Vielfalt von Flora und Fauna ist massiv bedroht. In Schwege soll deshalb nun ein reiches Nahrungsangebot für die Insekten erblühen. Die Voraussetzungen sind geschaffen: Locker ausgestreut und von den Kindern mit Begeisterung festgestampft können die Samen nun austreiben. (Weiterlesen: Naturfreunde Glandorf bereichern Bad Iburg mit Nistwand – Altes Handwerk für Wildbienen und LaGa-Besucher)

Auch im eigenen Garten

Zweimal im Jahr muss die Fläche dann gemäht werden – in zwei Hälften, damit die Insekten nicht plötzlich vor einem gänzlich leeren Büffet stehen. Und damit der Dorfeingangsplatz nicht das einzige Nahrungsangebot bleibt, erhielten alle Kinder noch ein Tütchen mit Samen für eine kleine Blühfläche im eigenen Garten oder auch auf dem Balkon.