Rat stimmt über Haushalt ab Glandorfer müssen „Gefühl für das Geld wiederbekommen“

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Eine Gemeinde hat viele Ausgaben. Glandorf bildet da keine Ausnahme. Während der Verhandlungen konnte der Rat jedoch noch einige Einsparmöglichkeiten finden und ein bisschen Geld ins Sparschwein kehren. Foto: Marcus Brandt/dpaEine Gemeinde hat viele Ausgaben. Glandorf bildet da keine Ausnahme. Während der Verhandlungen konnte der Rat jedoch noch einige Einsparmöglichkeiten finden und ein bisschen Geld ins Sparschwein kehren. Foto: Marcus Brandt/dpa

Glandorf. Kontrovers und Konstruktiv waren die zahlreichen Sitzungen in den vergangenen Monaten: Nun steht der Haushalt 2018. Der Rat stimmte ihm einstimmig zu. Doch für die Zukunft wurde Sparsamkeit angemahnt.

Ein Minus vom 154. 500 Euro stand noch im Dezember im vorläufigen Haushaltsplan für 2018 der Gemeinde Glandorf. Während Verhandlungen wurde diese Summe auf letztendlich 56. 300 Euro. Es ging dabei vor allem um kleinere Einsparmaßnahmen an vielen Ecken und Enden. Der Rotstift angesetzt wurde unter anderem bei der Straßenbeleuchtung rund um das Feuerwehrhaus und bei der Entscheidung den Breitbandausbau mit der kreiseigenen Firma Telkos zu unterstützen – statt selbst Zuschüsse zum Ausbau mit Muenet zu zahlen. Willi Micke (SPD) lobte die kontrovers aber auch konstruktiv geführten Verhandlungen.

Schulden verdoppeln sich

Zu diesem Minus im Ergebnishaushalt sorgte auch auch der sichtbar wachsende Schuldenberg für ein Aufseufzen im Rat. Dabei geht der Gemeindekämmerer davon aus, dass sich die Schulden zunächst mehr als verdoppeln werden von 4. 097. 043 Euro auf etwa 8. 900. 000 Euro. Auch wenn sich das zunächst viel anhört: Die Entscheidung den Kreditrahmen auszuschöpfen erklärten Ulrich Hengelsheide (CDU) und Sebastian Gottlöber (UWG): „Es ist eine zukunftsweisende Entscheidung: Wir haben Ausgaben gemacht, wir werden aber auch wieder Geld einnehmen“. Denn es ist vor allem der sogenannte „Flächenpool“, der sich so finanzieren könnte. Die Bürgermeisterin soll in diesem Rahmen die Möglichkeit haben, den Kreditrahmen auszuschöpfen, um weiteres Bauland zu kaufen. Die Fraktionen fordern nun stärker in den Verkauf von Flächen zu gehen.

Ein Gefühl für Geld

Schon im vergangenen Jahr hatte vor allem die Fraktion der CDU zu etwas mehr Sparsamkeit gemahnt. Diese Forderung bekräftigte der Ulrich Hengelsheide nun: In Zukunft müsse die Gemeinde wieder eine schwarze Null als Ziel haben: „Wir müssen das Gefühl für Geld wiederbekommen“, sagte er. Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann sagte hingegen: „Wir haben zwar auch mutige Entscheidungen getroffen aber auch viele notwendige Aufgaben zu bewältigen“, sagte sie. Dazu gehöre zum Beispiel der Ausbau der Betreuung für unter dreijährige Kinder. Sie habe nicht den Eindruck, dass die Gemeinde „den Gürtel zu locker lasse“.

Einsparpotenziale

Die Diskussion drehte sich auch um die Frage, wie Einsparpotenziale gesehen werden können: „Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen. Es ist die Aufgabe der Politik nach Einsparpotenzialen zu suchen“, betonte Karsten Jochmann. Die Verwaltung solle nun nicht alle Anträge „auf Teufel komm raus“ auf Einsparpotenziale hin vorentscheiden. Es sei klar, dass ein erster Haushaltsplan Ausgaben enthalte, die noch diskutiert und schließlich gestrichen werden müssten. Josef Hesse (CDU) wandt ein, dass er aus eigener beruflicher Erfahrung als Controller wisse, dass gerade die Verwaltung die Möglichkeit habe, Einsparmöglichkeiten überhaupt zu sehen und Anregungen dazu geben könnte.

Steuererhöhung

André Winterberg (CDU) bringt schließlich das Thema Steuern auf den Tisch: „Ich bin seit 13 Jahren im Rat, wir haben seitdem nie die Grundsteuern erhöht“. Es müsse ein Ziel sein, die Investitionen so zu tätigen, dass dies so bleibe. Auch Sebastian Gottlöber lobt die Entscheidung nicht an die Steuern zu gehen. Dies stelle auch eine Verlässlickeit für den Bürger dar. Dem stimmen die Fraktionen zu.


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