Fast jeden Tag bewohnt Spende der Kfd Bad Laer für Obdachlosenhaus Glandorf

Von Carolin Hlawatsch


Glandorf/Bad Laer. Die Freude ist groß beim ehrenamtlichen Team der Obdachlosenunterkunft Glandorf. Frauen der kfd Bad Laer überreichten eine Spende von 780 Euro an die gemeinnützige Einrichtung, die Ende der 90er Jahre noch einen schweren Stand in Glandorf hatte, heute aber als eines der sozialen Aushängeschilder der Gemeinde gilt.

„Ganz Glandorf steht inzwischen hinter dem Hilfskonzept“, berichtete Arnold Brandmann vom Team der Obdachlosenunterkunft. „Viele unterstützen: Das Theresienhaus, eine Einrichtung für Suchtkranke Menschen, wäscht kostenlos Bettwäsche und Handtücher, der Pfarrer vergibt Brötchengutscheine und die Werkstatt repariert gelegentlich defekte Fahrräder der Obdachlosen“. Schon ein wenig stolz führt Brandmann die Kfd-Damen durch die Räume, die sich gegenüber dem Pfarrheim Glandorf befinden. Zwei Leute können dort übernachten, neben den Schlafräumen gibt es jeweils eine Küchenzeile und Badezimmer mit Dusche, Waschmaschine und Trockner für beide Räume. (Weiterlesen: Bunter Nachmittag – Viel Spaß bei den kfd-Frauen in Bad Laer)

Stammgäste

Zwei Nächte hintereinander, oder ein Wochenende dürfen die Menschen bleiben, die eine Unterkunft suchen. „Klar, inzwischen gibt es auch Gäste, die immer wieder kommen. Sie wissen die Ruhe hier zu schätzen und auch, dass es nicht so riesengroß ist, stets nur zwei Leute wohnen“, sagt Arnold Brandmann. 250 bis 350 Übernachtungen im Jahr verzeichnet die Obdachlosenunterkunft, 2017 waren es 275. Doch woher wissen die Obdachlosen überhaupt von der Möglichkeit in Glandorf? Die Ehrenamtlichen im Team wissen, dass sich das Angebot herumspricht, außerdem stehe es in der Osnabrücker Straßen-Zeitung „Abseits“ und auf Aushängen in anderen Unterkünften. Weitere Obdachlosenunterkünfte gibt es in der Region in Georgsmarienhütte, Melle und Osnabrück. Dabei müsse eigentlich jede Gemeinde laut Gesetz eine Unterkunft zur Verfügung stellen, gerade auch im Winter bei Minustemperaturen. (Weiterlesen: Schlüssel zur Gemeinde übergeben – Neuer Pfarrer Stephan Höne in Glandorf begrüßt)

„Wenn ein Obdachloser hier in Glandorf ankommt, sollte er sich beim Sozialamt oder im Pfarrhaus anmelden. Einige fragen sich einfach durch zu den Ansprechpartnern“, weiß Arnold Brandmann aus Erfahrung. Er mahnt, Vorurteile anzubauen. Längst nicht alle Obdachlosen seien unzugänglich oder alkoholisiert. Es kann vorkommen, dass jemand auch seinen tierischen Kumpel mitbringt. Ob der Hund mit in die Unterkunft darf, würde von Fall zu Fall entschieden. „Es gibt auch Menschen, die wir nicht einlassen, weil sie vorher schon einmal Hausverbot bekommen haben“, so Brandmann. Bei Ankunft wird ein Aufnahmeformular ausgefüllt und die Hausordnung unterschrieben, in der der Nutzer absichert, den Raum besenrein zu verlassen. (Weiterlesen: Erstmals Wartelisten für Wohnheim – Zahl der Obdachlosen in Osnabrück steigt)

Bunter Nachmittag

Acht Glandorfer Paare, teils Geschwister, teils Ehepartner, betreuen im wöchentlichen Wechsel die Obdachlosenunterkunft. Für die Instandhaltung der Einrichtung sind sie auf Spenden angewiesen. Die Gemeinde zahlt, mit Unterstützung des Landkreises Osnabrück, einen kleinen finanziellen Obolus pro Übernachtung. Die Kfd-Mitglieder Ingrid Kälker, Maria Bunte, Susanne Bevermann und Kerstin Börger zeigten sich am Mittwoch begeistert von dem Glandorfer Projekt und unterstrichen: „Wir unterstützen jedes Jahr mit der bei unserem bunten Nachmittag gesammelten Kollekte einen guten Zweck in der Region. Bei der Obdachlosenunterkunft Glandorf ist die Spende bestens eingesetzt“. Mehr aus Glandorf im Netz

Die Idee für die Obdachlosenunterkunft ist 1996 durch den Caritas-Ausschuss des Pfarrgemeinderats ins Leben gerufen worden. Vier Jahre später setzte sie sich tatsächlich durch, viele Ehrenamtliche halfen beim Umbau des ehemalige Abstellschuppens der Kirchengemeinde. Material stellte die Gemeinde Glandorf. 2012 wurde die Obdachlosenunterkunft renoviert und erweitert. Ein gutes Jahr für das Projekt-Team, das damals mit dem NDR-Preis „Unbezahlbar und freiwillig“ ausgezeichnet wurde.