Mit dem Malbuch durch den Ort Glandorf: Wo das Schnaatmännchen arabisch spricht

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Glandorfer Flüchtlingsfrauen freuen sich über das Malbuch, welches nicht nur durch ihre neue Heimat führt sondern nun auch auf arabisch erschienen ist. Foto: Andrea PärschkeGlandorfer Flüchtlingsfrauen freuen sich über das Malbuch, welches nicht nur durch ihre neue Heimat führt sondern nun auch auf arabisch erschienen ist. Foto: Andrea Pärschke

Glandorf. Nicht nur Grenzsteine trägt das Schnaatmännchen herum – es weiß auch allerlei über das Dorf. Was kaum jemand bislang ahnte: Der kleine Kobold spricht fließend arabisch. Das offenbart nun ein Glandorfer Malbuch für Kinder und Erwachsene.

Dabei geht es um nicht mehr und nicht weniger als des Schnaatmännchens täglich Brot – könnte man meinen: Grenzen finden und versetzen – darauf versteht sich der kleine Kobold im Gehrock – und macht sich einen Spaß aus den Reaktionen der Menschen. Überlegt man sich das einmal genau, scheint es auf der Hand zu liegen, dass der kleine neckische Mann auch manchmal seinen eigenen Grenzen erweitert – und zum Beispiel arabisch lernt. Das zumindest suggeriert die neuste Ausgabe des Malbuchs „Schnaatmännchens-Tour“ durch Glandorf. Bisher war es deutschsprachigen Kindern und Erwachsenen vorbehalten – nun ist der Rundgang durch das Dorf auch auf arabisch zu lesen.

Vom Schnaatmännchen zum Dschinn

Die Idee dazu hatte Kunsttherapeutin Vera Sprengkamp, aus deren Feder auch die Ausmalbilder stammen – durchaus auch komplizierter, damit auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen, wie die Künstlerin berichtet. Die Texte dazu verfassten Klaus Irlenbusch und Frank Niermann. Von da war es für die Mitglieder des Heimat- und Kulturverein Glandorf, Kultourgut, nur noch ein kleiner Schritt: „Gerade für diejenigen, die neu nach Glandorf kommen, ist das Ausmalbuch interessant“, sagt Vera Sprengkamp, auch etwa für Flüchtlinge aus Syrien. Deshalb übersetzte Glandorfs ehrenamtliche Dolmetscherin Hala Othman „Schnaatmännchens-Tour durch Glandorf“. Doch wie lassen sich Worte wie Schnaatmännchen ins arabische übersetzen? „Ich habe dafür das Wort Dschinn benutzt“, sagt die Übersetzerin – das arabische Wort für ein übersinnliches Wesen, ein Geist.

Bald auch auf kurdisch?

Und die Idee kommt an. „Wir haben deutsche und arabische Exemplare mit zur Grünen Woche in Berlin mitgenommen“, berichtet Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann. Die Leute reagierten begeistert, die Hefte waren restlos vergriffen. Und auch bei der Flüchtlings-Frauengruppe sorgen die Ausmalbücher für Begeisterung. Bei einer der letzten Treffen der Gruppe für geflüchtete Frauen in den Räumen der evangelischen Kirche Kripplein Christi überreicht Vera Sprengkamp die Hefte. Das Interesse und die Freude sind groß. „Als Nächstes bitte die kurdische Übersetzung“, sagt schließlich eine der Flüchtlingsfrauen scherzhaft. Mehr aus Glandorf im Netz


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