„Danke, dass und wie Sie da waren“ Glandorf verabschiedet sich voll Wehmut von Pfarrer Ulrich Müller

Von Andreas Wenk

Meine Nachrichten

Um das Thema Glandorf Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


awen Glandorf. Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann brachte es beim Empfang zum Abschied von Pfarrer Ulrich Müller in der Ludwig-Windthorst-Schule auf den Punkt: „Sie haben uns allen gut getan. Danke, dass Sie da waren und wie Sie da waren.“

Damit erklärte sich auch der Andrang beim vorangegangenen Gottesdienst in St. Johannis. Schon weit vor Beginn waren die Plätze belegt, und schließlich standen die Besucher am Eingang und seitlich an den Rändern. Allein 70 Messdiener waren erschienen, dazu Chöre, Abordnungen von Schützen, Feuerwehr, Vereinen und Verbänden. Was wie das Zeugnis eines funktionierenden Gemeindelebens erscheint, für Vera Sprengkamp war es „sehr bewegend“, vor allem das Abschiedslied der Chöre „Liebe ist“. Zuvor hatte ein Nachzügler im Vorbeigehen erklärt, die Glandorfer gingen zwar schon regelmäßig zur Kirche, aber das übervolle Haus sei auf die außerordentliche Beliebtheit des Pfarrers zurückzuführen.

Kein leichter Abschied

Beiden Seiten schien der Abschied nicht leicht zu fallen. Es ist kein Geheimnis, dass Müller gerne länger in Glandorf geblieben wäre. Er selbst sagt, er habe hier eine Heimat gefunden und sich „aufgehoben gefühlt“. Der stellvertretende Kirchenvorstand Dieter Hagedorn hatte bereits zum Ende des Gottesdienstes in St. Johannis Müllers Verdienste um zahlreiche Bauprojekte gewürdigt.

Am Rande des Empfangs in der Ludwig-Windthorst-Schule schwärmte er vor allem von dessen „ehrlichen Art und Weise“. Wie Müller auf Augenhöhe mit den Menschen umgehe, daran merke man, „dass er sich als Teil der Gemeinde betrachtet“. Möglicherweise ist es eben diese Integrationskraft, die Müllers Erfolgsgeschichte in Glandorf beendet. Denn dieses Talent dürfte künftig in St. Joseph in Osnabrück mindestens ebenso gefragt sein. Dort gilt es, zwei zum Jahresbeginn zusammengelegte Pfarrgemeinschaften mit einem Einzugsgebiet vom Schölerberg bis nach Lüstringen zu vereinen.

Mut und Demut

Trotzdem antwortet Müller mit „gar nicht“ auf die Frage, ob und wie sehr er Bischof Bode böse sei, aber dass so viele Menschen zu seinem Abschied gekommen seien, habe ihn sehr gefreut. Heuvelmann sagte, Bode habe Müller darum gebeten, die neue Stelle in St. Joseph anzunehmen und „sie haben – wie ich Sie kenne, in Demut angenommen. Manchmal ist die deutsche Sprache genial, denn in Demut steckt auch das Wort Mut“. In diesem Sinne wirkte bereits der Geburtstagsgruß im Gottesdienst an Gemeindereferentin Christine Plogmann wie für Müller selbst. Inbrünstig sang die Gemeinde „Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen.“

„So leicht werden Sie uns nicht los“, versprach Martina Tranel, die Leiterin des Theresienhauses, beim Empfang in der Aula. Schließlich betreue Ihre Einrichtung auch eine Wohnung in Voxtrup, damit im neuen Wirkungskreis von Ulrich Müller.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN