Breitbandausbau Glandorf: Wann kommt das schnelle Internet?

Meine Nachrichten

Um das Thema Glandorf Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

•Das schnelle Internet wird Glandorfs Außenbezirke erreichen, die Frage ist wann. In Schwege und Schierloh wird die Telkos keine Glasfaserkabel bis 2020 verlegen.Foto: Carsten Rehder/dpa•Das schnelle Internet wird Glandorfs Außenbezirke erreichen, die Frage ist wann. In Schwege und Schierloh wird die Telkos keine Glasfaserkabel bis 2020 verlegen.Foto: Carsten Rehder/dpa

Glandorf. Wann kommt das schnelle Internet in Glandorfs Außenbezirke? Und mit welchem Anbieter, der privatwirtschaftlichen Firma Muenet oder dem landkreiseigenen Unternehmen Telkos?

Bei der Bauausschusssitzung am 20. Februar ab 19.30 in der Gaststätte Herbermann wird die Telkos auf ihre Pläne im Detail eingehen. Vorab schon einmal ein Vergleich.

Der Zeitfaktor: Muenet verspricht, in kurzer Zeit Glandorfs Außenbezirke ans schnelle Internet anzuschließen. Das war bislang eines der Argumente für das private Unternehmen. Die landkreiseigene Firma der Telkos legt nun nach und einen konkreten Zeitplan für Glandorf vor. Die erste Ausbaustufe wird bis Mitte 2019 abgeschlossen sein, die zweite bis 2020, die dritte ist noch nicht bewilligt, Dirk Holtgrewe und Frank Rotert von der Telkos peilen das Jahr 2022 an. Allerdings: Die Fördergelder sind noch nicht bewilligt. Sicher ist das nicht.

Ausbaugebiete: In diesen drei Stufen möchte die Telkos „um die geschlossenen Ortschaften herum“ ausbauen. Die erste Ausbaustufe umfasst das derzeit unterversorgte Gewerbegebiet in Glandorf, aber über den Telefonanschluss werden zahlreiche Haushalte profitieren: Vor allem in Glandorf, aber auch in Averfehrden. Dort wird in der zweiten Ausbaustufe schließlich ein Glasfaseranschluss gelegt. Auch Sudendorf soll in dieser Phase versorgt werden. Die Firma Muenet geht nach Auftragslage vor: Wenn etwa 80 Prozent in einem vorher festgelegten Bereich sich für einen Ausbau entscheiden, werden diese Haushalte schnelles Internet bekommen. Zunächst wollte die Gemeinde einen 100-Prozent-Ausbau mit Muenet fördern. Das ist vom Tisch.

Wer geht leer aus? Nach der zweiten Ausbaustufe 2020 werden etwa 140 Haushalte unterversorgt sein. Diese liegen in Schwege und Schierloh. Aktuell würde es keinen 100-Prozent-Ausbau mit Muenet geben. In jedem Polygon könnten etwa 20 Prozent für lange Zeit von der Möglichkeit eines Breitbandausbaus abgeschnitten sein.

Kostenfrage: Wer einen Anschluss der Firma Telkos bekommt, zahlt selbst „grundsätzlich“ nichts dazu, wie Dirk Holtgrewe von der Telkos erläutert. Der Landkreis könne sonst keine Fördergelder vom Bund beziehen. Insgesamt kostet der Ausbau der zweiten Stufe alleine in Glandorf 1,9 Millionen Euro, finanziert mit Geldern von Bund, Landkreis und Kommunen. Die Muenet-Lösung würde die öffentliche Hand weniger kosten. In ihren alten Plänen hatte die Gemeinde einen Zuschuss von 130000 Euro angepeilt. Allerdings kommen hier Kosten für die Landwirte hinzu. Die leisten nicht nur Vorarbeiten, sondern haben einen Eigenanteil, der für einen Privathaushalt pro Anschluss bei 2000 Euro liegt.

Preisunterschiede liegen einerseits in der von Telkos gewählten Technik begründet. Ein großer Kostenfaktor kommt aber auch durch die Art der Verlegung zustande: Telkos verlegt die Glasfaserkabel unter öffentlichen Straßen und Wegen. Damit ist aber auch sichergestellt, dass bei Reparaturen jederzeit der Zugang zu den Kabeln ermöglicht wird. Die Glasfaserkabel der Muenet werden überwiegend unter die Felder gebracht, die im Privatbesitz der Landwirte sind. Auch wenn es eine entsprechende vertragliche Lösung gibt: Dieser Punkt sorgt immer wieder für Diskussionsstoff. Auf der einen Seite gibt es Befürchtungen, dass Landwirte sich für eine andere Art der Bepflanzung oder Bebauung entscheiden und die Reparatur dadurch erschwert wird. Andererseits fürchten auch Landwirte Ernteausfälle durch Reparaturarbeiten.


Ausbauweg

Viele Möglichkeiten die Glasfaserkabel zu verlegen hat Telkos nicht, denn es sind immer Anknüpfungspunkte notwendig. Nach ersten Plänen sollen in einer ersten Ausbaustufe von Bad Laer aus Glasfaserkabel über den Brockweg und die Iburger Straße, an der B 51 entlang um Glandorf herum und hoch zur Kattenvenner Straße verlegt werden. Somit wird das Gewerbegebiet bis 2019 mit schnellem Internet versorgt. Außerdem werden vier Kabelverzweiger mit Glasfaser angebunden. Damit profitieren nach Angaben des Landkreises in Glandorf mehr als 250 Haushalte. Die angeschlossenen Haushalte in unmittelbarer Nähe der Kabelverzweiger kommen auf bis zu 100 Mbit/s, mit wachsender Entfernung nimmt das allerdings ab. Trotzdem: Positiv könne sich diese erste Ausbaustufe auch schon auf einigen Höfen in Averfehrden auswirken. Mit Glasfaser werden sie innerhalb der zweiten Ausbaustufe versorgt. Profitieren werdeb vor allem Häuser östlich der Kattenvenner Straße, etwa entlang der Laudieker Straße, am Kalberkamp entlang und nahe der Straße zum Strothoff. Auf der anderen Seite wird innerhalb des zweiten Ausbaus an der Sudendorfer Straße hoch bis in den Bereich der Greifestraße.“

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN