Für mehr Mobilität Per Anhalter de Luxe Richtung Glandorf fahren

Von Andrea Pärschke


Glandorf. Glandorf macht mobil: Unter anderem mit Mitfahrerbänken. In Schwege ist nun eine direkt gegenüber des Dorfeingangplatzes eingeweiht worden.

Schon seit September steht eine Mitfahrerbank in Glandorf und bietet einen Sitzplatz für Autofahrer, die auf dem Weg nach Schwege mitgenommen werden wollen. Nun steht auch für den umgekehrten Weg eine Bank in Schwege bereit: In Holzklasse könnte man sagen. Denn während das Glandorfer Pendant eine halbrunde Metallbank ist, ist die Schweger Version aus Holz. Gekennzeichnet mit dem grünen Schild, ist sie direkt gegenüber des Dorfeingangsplatzes zu finden. Eingeweiht wird sie von Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann, Ortsbürgermeister Josef Hesse, Robert Ellerbrock und Hubert Ahmann, die Anteil am Aufbau der Bank hatten. Beim Probesitzen in der kühlen Januarluft wird klar: Ein bisschen friert es den Anhalter schon. Aber lange muss hoffentlich niemand warten. Wie lange genau möchte Josef Hesse persönlich testen, wenn er sich in Zukunft auf dem Weg zu Ausschuss- und Ratssitzungen macht. „Es wäre gut, wenn möglichst viele Schweger die Möglichkeit der Mitfahrerbank wahrnehmen würden“, sagt Magdalene Heuvelmann. Denn nur dann könne sich das System einspielen.

Pendeln: Ein Ding der Unmöglichkeit

Profitieren würden davon vor allem die jüngeren und älteren Bewohner Schweges, die kein Auto haben. Denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln – das hatten die Ratsmitglieder der Jungen Union festgestellt – ist ein „Ding der Unmöglichkeit“. Deshalb hatten sie einen entsprechenden Antrag gestellt. Ein Blick auf den Plan an der nahen Bushaltestelle zeigt: Mittags fährt zweimal ein Bus Richtung Glandorf. Hinzu kommen Schulbusse, in die jeder einsteigen darf. Und doch: Ohne Auto ist es weit bis zum Busbahnhof. Die Mitfahrerbänke sollen nun diejenigen mobil machen, die kein Auto haben. Damit es sicher bleibt, können sich die Fahrer bei der Gemeinde registrieren. Ein Anruf bei der Gemeindeverwaltung reicht und als Gegenleistung für Kennzeichen und Name bekommt jeder einen Aufkleber mit einer Nummer, der gut sichtbar für den Beifahrer im Auto klebt. In ein so registriertes Auto zu steigen bietet vor allem Schutz für den Mitfahrer, sollte er den Fahrer nicht kennen. „Das Kennzeichen merkt man sich nicht“, sagt die Bürgermeisterin, die in ihrer Jugend oft selbst den Daumen ausgestreckt hat – und beim Einsteigen auch immer ein Risiko eingegangen ist. Den Aufkleber aber kann man sehen, sollte im Auto etwas passieren.

Mit Karte fahren

Und was ist, wenn jemand nicht von Schwege nach Glandorf möchte – sondern von einem der anderen Ortsteile startet? „Dann können wir mit Karte fahren“, berichtet Hubert Ahmann. Magdalene Heuvelmann zeigt das grüne Kärtchen, das benutzt wird wie der klassische Daumen. Ausgegeben wird sie – ganz ohne Registrierung – unter anderem in der Gemeindeverwaltung.