Rosenmontagszug Mit dem Strandbuggy zum Glandorder Helau

Von Andrea Pärschke


Glandorf. Glandorf Helau heißt es am Montag wieder am südlichsten Zipfel im Osnabrücker Land: 320 Jecken stehen bereits in ihren Startlöchern.

Früh sind die sechs Familien in diesem Jahr dran – nachdem sie sonst immer auf dem letzten Drücker ihren Mottowagen fertig bekommen haben. Stets bemüht, wie in der Halle von Schmidt-Hendker eilig und allseits beteuert wird, denn schließlich ist der Name auch Programm: „Die stets Bemühten“, nennt sich die kleine Gruppe und sie sind dabei, seit Paul Harwerth das närrische Treiben wieder nach Glandorf gebracht hat. Seit dem Jahr also, in dem der Rosenmontagszug seine derzeitige Größe erreichte. 14 Gruppen sind es in diesem Jahr, 140 Kinder und 180 Erwachsene werden am Rosenmontag durch Glandorfs Straßen ziehen. Das kann sich sehen lassen, auch wenn die Teilnehmerzahl etwas gesunken ist. Paul Harwerth bedauert das. Er hofft, dass sich das wieder ändert. Denn mittlerweile ist der Rosenmontagszug nicht nur beliebt bei den Glandorfern. „Es ist die Veranstaltung, mit der wir die meisten Leute ins Dorf locken“, berichtet der Zugorganisator. Die meisten kommen aus der direkten Umgebung, aber auch in Münster sei Paul Harwerth schon angesprochen worden.

Alt und grau auf der Mitfahrerbank

Doch noch ist es nicht so weit. Letzte Handgriffe werden allerorts bei den Wagenbauern gemacht – auch auf Schmidt-Hendkers Hof: „Wir müssen noch die Stoffpuppen gestalten“, berichtet Simone Gangei. Ansonsten ist alles fertig, eine Bank hängt außen an dem Wagen „ Mitfahrbank gleich Mitwartbank?“ – steht da und nimmt augenzwinkernd aufs Korn, was sich wohl schon viele Glandorfer gefragt haben: Wie lang muss ein Mitfahrwilliger an den neuen Mitfahrerbänken warten, ehe ein Autofahrer ihn aufliest? Für die sechs Glandorfer Familien steht fest: zu lange. Alt und grau könne man bei der Gelegenheit werden. Entsprechend werden die sechs Familien am Rosenmontag auch selbst als Oma und Opa verkleidet auf dem Wagen stehen.

Die Route

Nachdem um 14.30 Uhr das Rathaus gestürmt wird, soll der Straßenumzug übrigens ganz genau um 15 Uhr 11 vom Parkring aus starten. Wie stets waren die sechs Familien auch in diesem Jahr um ein angemessenes Zugfahrzeug bemüht: Statt vom Rasenmähertrecker wird der Anhänger in diesem Jahr erstmals vom Strandbuggy gezogen. Unter welchem Motto die anderen 14 Gruppen über die Osnabrücker Straße, an der Schule vorbei bis zu Martins Getränkemarkt ziehen, ist indes weitestgehend geheim. Damit nichts passiert, geht Glandorf auf Nummer sicher: Neben den üblichen Sicherheitsvorkehrungen, werden am Rosenmontag auch zahlreiche kleine Schornsteinfeger den Zug begleiten.