Kolping-Karneval in Glandorf Das Glandorfer Helau schon von Weitem zu hören

Von Susanne Pohlmann


Glandorf. Wer sich am Freitagabend der alten Turnhalle an der Ludwig-Windthorst-Schule in Glandorf näherte, konnte das große Helau schon von Weitem hören. Da hatten die Narren der Kolpingfamilie Glandorf das Zepter übernommen, und es wurde nach Herzenslust gefeiert, geblödelt und gelacht.

Seit Anfang der Siebzigerjahre wird in Glandorf der Kolping-Karneval gefeiert, und jedes Jahr schaffen es die Karnevalisten, eine große Show auf die Bühne zu stellen. Auch 2018 wieder brillant und mit viel komödiantischem Talent: Frank Andiel, der als Hausmeister Krause mit Dackel und superblonden Tochter durch das Programm führte und natürlich für Ordnung sorgte: „Sischer, sischer!“ Ein Job, der ihm auch im wahren Leben als Gemeindebrandmeister von Glandorf nicht fremd, aber dann sicherlich nicht so lustig ist.

Überhaupt schwirrten als Organisatoren und Ordner eine ganze Reihe Kolpingnarren im Haumeisteroutfit durch die schön geschmückte Turnhalle. Eine ganze Woche hatten die Mitglieder der Kolpingfamilie die Turnhalle narrenfest gemacht. Da wurde die Decke verkleidet, ein Boden verlegt, jede Menge Kabel und nicht zuletzt eine Bühne aufgestellt, wo auch der Elferrat aus dem Jugendkolping Platz nahm. Dazu gab es Musik von der Blaskapelle Glandorf-Schierloh und der Band Desperados. Aber auch der Saal durfte stimmgewaltig mitsingen beim großen Finale mit dem Lied „Glandorf, oh Glandorf“. Auf die Melodie von „My Bonnie is over the ocean“ hieß es dann „Einst war ich allein in der Wüste, ich dachte, ich wär‘ schon verlor’n, kein einziger Mensch, der mich grüßte, da träumt‘ ich vom Schierhölter Korn. Glandorf, oh Glandorf, du Kleinod im Südkreis von Osnabrück“.

Das Besondere am Kolping-Karneval in Glandorf, so der Vereinsvorsitzende Andreas Pues: „Unser Karneval ist selbst gemacht.“ Da tanzen die jungen Mädchen einen tollen modernen Gardetanz, um Getränke und Essen kümmern sich lokale Anbieter. Martin Peters als Büttenredner ließ so manche Spitze los auf die Politik in aller Welt. Angesichts der langen Verhandlungen der Parteien für die Regierungsbildung, stellt er unter anderem die Frage, ob man überhaupt eine Regierung braucht, wenn das Provisorium so gut funktioniere. Er äußerte den Verdacht, dass die Merkel-Raute tatsächlich ein Bermuda-Dreieck sei: „Wir Wähler haben offenbar die Politiker mit unserer Wahl komplett überfordert.“ Und am Eingang kümmerte sich der Vereinspräsident höchstpersönlich mit seinen Clownsfreundinnen um den Einlass, damit es pünktlich um 19:11 Uhr losgehen konnte.

Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann genoss das närrische Treiben nicht ohne Stolz: „Es ist schon toll, was die Glandorfer und die Kolpingfamilie jedes Jahr auf die Beine stellen. Das kann sich wirklich sehen lassen.“