Projekt mit Studenten Glandorf: „Eine Insel im Osnabrücker Land“

Von Andrea Pärschke

Wie wird das Glandorf von heute zum Glandorf von morgen? Damit beschäftigt sich eine Gruppe von Studenten. Die Ergebnisse präsentierten sie während des Gemeinderates. Archivbild: Gert WestdörpWie wird das Glandorf von heute zum Glandorf von morgen? Damit beschäftigt sich eine Gruppe von Studenten. Die Ergebnisse präsentierten sie während des Gemeinderates. Archivbild: Gert Westdörp

Glandorf. Manchmal sieht man die Allee vor lauter Bäumen nicht. Ein Blick von Außen kann das ändern. Das zeigt die Präsentation einer Gruppe von Studenten bei der Gemeinderatssitzung.

Unter Federführung von den Professoren Dirk Junker und Cord Petermann hatten sie sich zur Vorbereitung auf das Dorfentwicklungsprogrammes ein Semester lang mit Glandorf und seinem Potenzial beschäftigt: „Glandorf strahlt nicht so, wie es strahlen könnte“, ist schließlich das Fazit des Abends. Das liege nicht nur am Ort im „hintersten Zipfel des Osnabrücker Landes“ selbst. Die umliegenden Ort – das wird auch bei der späteren Diskussion angesprochen – scheinen Glandorf kaum wahrzunehmen. Doch, genau das soll sich ändern. Für Inspiration könnte nun auch die Abschlusspräsentation der Studenten der Hochschule Osnabrück sorgen. Besonders reizvoll: der Blick von Außen. Denn Bewohner sehen auch schon mal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder: die Allee. Nicht nur an der B51, sondern auch in Schwege sind sie zu finden. Für die Studenten: Ortsbildprägend. Sie regen an, dort anzuknüpfen, Fahrradrouten mit Bäumen oder Blumen zu säumen. Gedankenanstöße. „Das war die Grundidee, wir haben nicht erwartet, einen Flächennutzungsplan zu erhalten“, so Ratsvorsitzender Reinhard Lefken.

Eigene Produkte im Ortskern

Auch andere Aspekte des Lebens haben die Studenten unter die Lupe genommen: das Vereinsleben, die Identifikation mit dem Ort, die relativ kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Diese könnten in Zukunft mehr für Glandorf produzieren. „Sie haben den Thie, der ist wertvoll“, betont Dirk Junker. Doch die Produktpallette könnte mit besonderen Erzeugnissen aus der Region ergänzt werden.

Ortskern stärken

Doch die Studenten warnen auch: Immer mehr Menschen ziehen ihren Analysen zufolge in Neubausiedlungen am Ortsrand, durch den demografischen Wandel könnte es in Zukunft zu Leerständen im Dorfkern kommen, während der Ortsrand zerklüftet. Schließlich wird die Umgehungsstraße in den Ort integriert. Dem gelte es entgegenzuwirken, durch intelligent angelegte innerörtliche Bauplätze, durch eine Stärkung des Projektes Jung kauft Alt, durch Mehrgenerationenhäuser.

App für Mitfahrerbank

Einen Blick in die Zukunft müssen die Studenten nicht werfen, um die Problemlage des öffentlichen Nahverkehrs zu erfassen. Mit einer Mitfahrerbank versuchen die Glandorfer, dem Problem entgegenzuwirken. Die Studenten schlagen eine digitale Weiterentwicklung vor: Mit einer App und einem Terminal vor Ort, der Fahrer und Mitfahrer zusammen bringt.

Auch auf einer Insel ist Neues erforderlich

Doch mit Umfragen von Alteingesessenen und Neubürgern blickte eine Studentengruppe auch in die Seele. „Glandorf ist eine „Insel im Osnabrücker Land“, sagen sie. Das Zusammengehörigkeitsgefühl sei groß, die Tendenz sich Neuem und Neuzugezogenen zu verschließen auch. Dieser Punkt wurde diskutiert und teils auch widersprochen. „Doch auch auf einer Insel ist Neues erforderlich“, betont Junker.