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„Wir sind viele und wir sind stark“ Warnstreik: GMHütter Stahlwerker fordern 5 Prozent mehr Lohn

Von Petra Pieper | 04.07.2014, 13:35 Uhr

Rund 400 Beschäftigte der Georgsmarienhütte und der IAG Magnum Osnabrück legten heute für etwa zwei Stunden die Arbeit nieder und versammelten sich zu einer Kundgebung vor dem Werkstor IV.

Grund war die am Montag ergebnislos zu Ende gegangene dritte Runde in den Tarif-Verhandlungen für die 75.000 Beschäftigte der Eisen- und Stahlindustrie in Nordwestdeutschland. Die Arbeitgeber hatten der Verhandlungskommission der IG Metall erneut kein Angebot unterbreitet. Am kommenden Montag geht es in die vierte Verhandlungsrunde.

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„Wir sind hier, um der Arbeitgeberseite klar zu machen, dass wir ein Angebot auf unsere Forderung 5 Prozent mehr Lohn erwarten“, rief der erste Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft Metall Osnabrück Peter Spiekermann und erhielt dafür lautstarke Unterstützung durch Trillerpfeifen und Applaus von den Beschäftigten. Zusätzlich fordern die Metaller qualitative Verbesserungen.

Betriebsratsvorsitzender Ludwig Sandkämper forderte die Kollegen auf, mehr Druck zu machen: „Die alten Abschlüsse haben bisher nicht einmal die Kaufkraftverluste ausgeglichen.“ Jugendvertreter Alexander Püning kritisierte eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen in der Ausbildung: „Wer will denn noch in der Schwerindustrie arbeiten, wenn die Übernahme nach der Ausbildung in Frage gestellt ist?“ Und unter dem Beifall der Streikenden fügte er hinzu: „Ohne die Jugend hat die Stahlindustrie keine Zukunft!“

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„Wir sind viele und wir sind stark“, betonte Peter Spiekermann, der Tarifvertrag müsse verlängert und angepasst werden: „Wir wollen faire Verträge.“ Neben der Lohnforderung von fünf Prozent wollen die IG Metaller Verbesserungen, die, so Spiekermann, „Null Euro kosten“. Er nannte dabei die Zusage einer unbefristeten Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung, die Verlängerung der Altersteilzeitregelung im Rahmen des neuen „Rente mit 63“-Gesetzes, da die dafür erforderlichen Gelder für die Abfindungen längst zurückgestellt seien, sowie faire Werkverträge. Der Betriebsrat müsse die Bedingungen für eine Fremdvergabe von Arbeiten im Vorfeld kennen und Gelegenheit haben, mit Vorschlägen darauf zu reagieren, wie die Arbeit gegebenenfalls mit eigenen Kräften zu bewältigen sei, forderte Spiekermann.

„Wenn am Montag kein geeignetes Angebot auf dem Tisch liegt, wird es ein heißer, trockener Sommer“, kündigte der Metaller mögliche weitere Aktionen an.

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