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Warten auf Ergebnisse Sitzung zum Hochwasserschutz: Düte-Stollen ist nicht das Problem

Von Wolfgang Elbers | 21.09.2011, 15:40 Uhr

Das Fazit war nicht neu: „Es gibt keinen 100-prozentigen Hochwasserschutz. Die Natur ist uns immer einen Schritt voraus“, räumten die beiden Gutachter zu Beginn ihrer „Vorstellung des Hochwasserschutzkonzeptes“ ein. Diplom-Ingenieur Michael Kipsieker (Osnabrück) und Dipl.-Geograf Stephan Bandermann (Hoppegarten) stellten anschließend Berechnungsgrundlagen, zahlreiche Einzelheiten und Bausteine des beauftragten „Hochwasserrisiko-Management-Plans“ für GMHütte vor. Bis zu endgültigen konkreten Ergebnissen dauert es allerdings noch ein bis zwei Wochen.

Die Zeitschiene: Rund zehn Tage ist der von den beiden Fachleuten angegebene Zeitraum, der noch nötig ist, um die „ökonomisch und ökologisch“ sinnvollste Kombination der Verbesserungsmöglichkeiten per Computersimulation zu errechnen. „Wir wissen, welche Verbesserungsmöglichkeiten im Düte-Verlauf oder im Bereich der Zuflüsse wie Schlochterbach oder Oeseder Bach möglich sind, können aber noch keine Aussagen zum Zusammenspiel der einzelnen Komponenten machen“, machten sie zur komplexen Thematik deutlich. Allerdings soll die Verzögerung der Konzept-Fertigstellung keine Folgen hinsichtlich der notwendigen Förderanträge haben, die für 2012 bis Anfang Oktober zu stellen sind. Fachbereichsleiter Herbert Reinersmann: „Wir werden sicherstellen, dass hier keine Frist versäumt wird.“ Es bestehe auch Klarheit hinsichtlich der vordringlich umzusetzenden Dinge.

Die Verbesserungen: Die beiden Experten machten deutlich, dass sie bei den Verbesserungen beim Hochwasserschutz vor allem auf Abgrabungen und Verwallungen setzen: „Dadurch können wir bei drohenden Überschwemmungen zusätzliche Stauräume schaffen, die Entlastung bringen.“ Eine der Stellen, die im Zentrum für eine Verbesserung der Situation sorgen soll: eine Fläche gegenüber der Möbelfabrik Wiemann. Hier soll genauso wie hinsichtlich der bereits beschlossenen Sofortmaßnahmen schnell etwas geschehen. Ansonsten sind die Stellen ermittelt, an denen Eingriffsmöglichkeiten bestehen, aber die optimale Maßnahmenkombination aus neuen Hochwasserregenbecken oder Änderungen an den Drosseln vorhandener Rückhaltebecken fehlt noch. Generelle Empfehlung: keine Ausweisung von Baugebieten in Auenbereichen.

Die Überraschungen: Hierzu zählen die Aussagen zum Dütestollen, der bisher als Rückstauauslöser galt. „Die Stadt ist aufgrund der Wassermassen bereits überflutet, wenn der Stollen vollläuft und es sich hier staut“, lautete die Botschaft der Gutachter. Die Berechnungen zum Hochwasser 2010 hätten gezeigt, dass hier die vorgesehenen Abfluss-Volumen bewältigt worden seien. Es wird aber empfohlen, unnötige Einbauten zu entfernen.

Das Warnsystem: Die Hochwasser-Prognose für GMHütte befindet sich in der Testphase. Aussagen zum Vorwarn-Effekt brauchen aber genauso wie Gesamtschau und notwendige Finanzmittel noch etwas Zeit.