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Treffen der Kläranlagenbetreiber Wenn aus Klärschlamm Phosphor-Dünger wird

Von PM. | 31.10.2016, 15:24 Uhr

Wo geklärt wird, bleibt am Ende Schlamm über. Viel Schlamm. Die meisten Kläranlagenbetreiber eint damit ein Problem: Wohin damit? In Georgsmarienhütte fand jetzt die zweite Regionalveranstaltung des Norddeutschen Netzwerkes Klärschlamm statt.

36 Kläranlagenbetreiber von Glandorf bis zur Küste trafen sich auf Initiative der Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) zu einem Erfahrungsaustausch auf der Kläranlage in Georgsmarienhütte. Der langfristig geplante Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung bewegt viele Kläranlagenbetreiber dazu, sich Gedanken darüber zu machen, wie der Klärschlamm dauerhaft gesichert entsorgt werden kann.

Klärschlammentsorgungskonzept

Viele Kommunen haben bereits ein Klärschlammentsorgungskonzept. Im Rahmen der Veranstaltung haben die Stadtentwässerung Lingen, der Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband und die Stadtwerke Georgsmarienhütte ihre Konzepte vorgestellt. „Da wir bereits seit 2008 die landwirtschaftliche Klärschlammentsorgung eingestellt haben, der komplette Klärschlamm weiter behandelt wird und abschließend in die Verbrennung geht, sehen wir uns bei den zukünftigen Anforderungen gut aufgestellt“, so Olaf Lietzke, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft der Stadtwerke Georgsmarienhütte.

Phosphor aus Klärschlamm rückgewinnen

Ein weiteres Thema der Veranstaltung war die von der Bundesregierung geplante Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Martin Czwalinna von der Gelsenwasser AG stellte das Pyreg-Verfahren vor. Bei diesem Verfahren wird der entwässerte und getrocknete Klärschlamm mineralisiert. Die übrig gebliebene Klärschlammasche kann als Dünger mit einem hohen pflanzenverfügbaren Phosphoranteil genutzt werden.