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Stadt GMHütte soll Info-Abend anbieten Malberger sehen Handlungsbedarf beim Hochwasserbecken

30.06.2016, 13:51 Uhr

Die Interessengemeinschaft (IG) Hochwasserschutz Malbergen hat die Unwetterfolgen am vergangenen Donnerstag und Freitag zum Anlass genommen, die Stadt noch einmal auf die „Unzulänglichkeiten des bisherigen Hochwasserschutzes im Ortsteil“ aufmerksam zu machen.

IG-Sprecher Georg Jansen-Wätjen sieht Handlungsbedarf. Er bedankt sich zunächst bei Fachbereichsleiter Torsten Dimek für die „klare Entscheidung“, nach dem Gewitter am 23. Juni das Technische Hilfswerk (THW) zu bestellen und von Freitagmittag bis Samstagmittag aus beiden Becken abzupumpen. „Ohne diese Maßnahme wäre die Ortsmitte Malbergens, vor allem die Straßen Am Gleisdreieck und Unterbauernschaft, wieder einmal überschwemmt worden.“ Die Wassermenge, die am Freitagnachmittag nachgerechnete, sei doppelt so groß gewesen, wie die bis dahin abgepumpte Volumen.

IG: Ableitung des Wassers vorrangig bearbeiten

Aus IG-Sicht gebe es folgende Fragen und Schlussfolgerungen zu bedenken. So sei weniger Wasser im Hochwasserbecken besser, als zu viel Wasser abführen zu müssen. Hierzu führt Jansen-Wätjen aus: „Deshalb muss die Frage der Ableitung des Wassers von der Unterbauernschaft unter der Straße Hinterm Schlohe dringend von der Straßensanierung abgekoppelt und umgehend vorrangig bearbeitet werden.“ Eine Durchleitung unter der Straße Hinterm Schlohe durch ein 30er Rohe sei heutzutage technisch möglich, ohne dass dafür die geöffnet werden müsste. Das würde aus IG-Sicht die Überlastung des neuen Hochwasserbeckens „zumindest reduzieren“.

Auch wird die Notwendigkeit gesehen, die Ableitung aus beiden Becken nachzusteuern. Der Vorschlag der Interessengemeinschaft: „Beim alten Regenrückhaltebecken sollte der Abfluss wieder etwas gedrosselt, und beim neuen Hochwasserschutzbecken um die gleiche Menge erhöht werden.“ Die Malberger Einschätzung: Ein variabler Abfluss des Hochwasserbeckens würde das Risiko verringern.

Eine höhere Priorität bei der Pflege der Ablauf-Gräben wird ebenfalls für sinnvoll gehalten. Eine ein- bis zweimalige Pflege im Jahr reiche hier nicht aus.

Grundsätzlich wird von der Interessengemeinschaft noch einmal darauf hingewiesen, dass „Quantität und Qualität von Starkregenereignissen als Folge des Klimawandels“ eher eine Verschärfung der Situation erwarten ließen.

Informations- und Diskussions-Veranstaltung vorgeschlagen

Zum Schluss geht der IG-Sprecher noch auf die Planungen für ein Gewerbegebiet Osterheide-West ein. Auch eine Regenrückhaltung werde „die Gefahr im zu erwartenden Fall eines Überflutens nicht verringern, sondern im Gegenteil erhöhen.“Im Falle eines „auf diese Art und Weise verringerten Hochwasserschutzes und weiterer Schäden in der Malberger Ortsmitte sei mit Regressforderungen zu rechnen.

Abschließend schlägt die IG Malbergen der Stadt vor, noch im Juli eine Informations- und Diskussions-Veranstaltung vorzusehen, um die kritisierten Punkte öffentlich zu besprechen.