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Schweriner vor Gericht Hund in GMHütte mit Falschgeld bezahlt: Freispruch

Von Danica Pieper, Danica Pieper | 23.02.2017, 17:49 Uhr

Weil er beim Kauf eines Hundes zum Teil mit Falschgeld bezahlt haben soll, musste sich ein Mann aus Schwerin vor dem Amtsgericht Bad Iburg verantworten. Da sich jedoch nicht nachwiesen ließ, dass die falschen Fünfziger von ihm stammen, sprach der Richter ihn frei.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, beim Kauf des American Staffordshire Terriers wissentlich mit sechs falschen 50-Euro-Scheinen bezahlt zu haben. Der ehemalige Hundebesitzer, ein GMHütter, war der Überzeugung, das Falschgeld von dem Schweriner erhalten zu haben. Ein Autoverkäufer hatte den GMHütter angezeigt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass dieser einen erworbenen BMW zum Teil mit Falschgeld bezahlt hatte. Der 22-Jährige erklärte, dass das Geld, das er für den Autokauf zurückgelegt hatte, fast ausschließlich aus 100- und 500-Euro-Scheinen bestanden habe: „Da waren vielleicht zwei oder drei Fünfziger dabei.“ Erst durch den Angeklagten habe er mehrere 50-Euro-Scheine erhalten, die er in den Kauf des BMW steckte.

Geld für Hundekauf geliehen

Der Angeklagte bestritt, dem GMHütter wissentlich Falschgeld untergeschoben zu haben. Er habe den Hund für 800 Euro gekauft. 500 Euro davon habe er sich von einem Bekannten geliehen, der das Geld wiederum durch einen Autoverkauf am selben Tag eingenommen hatte. Der Schweriner erklärte, den 22-Jährigen einige Tage nach dem Hundekauf gebeten zu haben, ihm einen Kaufvertrag zu schicken: „Ich wäre ja doof, so etwas zu machen, wenn ich mit Falschgeld bezahlt hätte“, argumentierte der 27-Jährige. Der GMHütter bestätigte, dass der Angeklagte ihn um einen Vertrag gebeten hatte.

Verdächtiges Verhalten

Dem Gericht zufolge waren die Fälschungen relativ gut gemacht. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Schweriners fand die Polizei keine Hinweise auf Falschgeld. Es kam ihr jedoch verdächtig vor, dass der Angeklagte nicht seinen Bekannten nennen wollte, von dem er sich das Geld für den Hundekauf geliehen hatte. „Ich wollte ihn da nicht mit reinziehen“, so der 27-Jährige.

Staatsanwalt beantragt Freispruch

Der Staatsanwalt machte es kurz: „Ich beantrage, den Angeklagten freizusprechen.“ Der Richter folgte dem Antrag. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass der Schweriner mit den gefälschten Fünfzigern bezahlt habe, es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass er dem GMHütter vorsätzlich Falschgeld unterschob. Der Vorsitzende: „Dass Sie dem Käufer Ihre Adresse geben spricht auch dafür, dass Sie ein reines Gewissen haben.“