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Projekt „70 Jahre danach“ GMHütte sucht Zeitzeugen der NS-Zeit

Von Wolfgang Elbers | 21.07.2014, 20:24 Uhr

Jungen Menschen einen lokalen Zugang zum Alltag der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 zu ermöglichen ist das Ziel des Projekts „70 Jahre danach – Generationen im Dialog“ des Berliner Anne-Frank-Zentrums. GMHütte ist eine von acht Kommunen, die sich bundesweit beteiligen.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann, der die Schirmherrschaft übernommen hat, hofft auf eine große Resonanz bei älteren GMHüttern. „Wir wollen hier ältere und jüngere Bürger unserer Stadt zusammenbringen, damit erfahrbar bleibt, was diese schlimme Zeit damals für den Einzelnen bedeutet hat“, erklärte Pohlmann am Montag bei der Vorstellung des Projekts im Rathaus. Er hofft wie Stadthistorikerin und Museumsleiterin Inge Becher auf ein ähnliches Interesse auf Schülerseite wie in den beiden vergangenen Jahren bei der Aktion „Stolpersteine“ Da stand die Aufarbeitung der Schicksale von Menschen im Vordergrund, die in GMHütte während der Zeit des Dritten Reiches in ein Lager transportiert und umgebracht wurden. Becher: „Das ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer aktiven Erinnerungskultur in unserer Stadt.“

Lehrerin Maren Stindt-Hoge von der Realschule: „Da war bei den Schülern zu spüren, wie sehr sie das Gehörte nachdenklich gemacht hat, wenn Zeitzeugen von ihren persönlichen Erfahrungen in der damaligen Zeit berichtet haben. Das hat für die Jugendlichen eine ganz besondere Intensität.“

Rund 20 Schüler des 9. Jahrgangs werden sich nach den Sommerferien in einem Wahlpflichtkurs mit der von Diktatur und Krieg geprägten NS-Zeit beschäftigen. Auch das Gymnasium plant, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Gesucht werden Zeitzeugen, die bereit sind, aus ihrem damaligen Lebensalltag zu erzählen. Als Kooperationspartner im Boot: Ehrenamtslotse Helmuth Köhnke, der mit den Seniorenbeauftragten in den Stadtteilen in Kontakt steht, um das Projekt vorzubereiten.

Zum Abschluss des Projekts soll es im Mai 2015 dann eine Präsentation der Ergebnisse geben. GMHüttes Bürgermeister: „Ich bin gespannt, was da alles an verschiedenen Aspekten zusammenkommt.“ Dies sei eindeutig auch ein Projekt, das rechtsradikalen Tendenzen in unserer Gesellschaft vorbeuge.