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Oase der Kunst Ausstellung des Kunstkreises

Von Petra Pieper | 12.07.2016, 17:34 Uhr

Natur und Kunst stehen selten in so vortrefflicher Symbiose wie jetzt, als Garten und Atelier von Robert Meyer die Kulisse für die Ausstellung des Kunstkreises Georgsmarienhütte bildeten.

Im lichtdurchfluteten Atelier des Malers und in den verwunschenen Nischen und Lauben des idyllischen Gartens inmitten der traditionsreichen Siedlung Karolinenhöhe präsentierten 14 Künstler eine große Vielfalt an Bildern, Zeichnungen, Objekten und Skulpturen.

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Großformatige Ölbilder

Der Hausherr selbst zeigte diesmal nur drei seiner großformatigen Ölbilder, Waldszenen, die gekonnt mit Licht und Schatten spielen, sowie eine skurrile Familienszene mit allerhand Getier. Den Vortritt ließ er seinen Kollegen vom Kunstkreis. Großformatige Acrylbilder, zumeist abstrakt und mit ausgeprägtem Mut zur Farbe, von Angelika Litzkendorf und Anne Hüsing, Ruth Glasmeyer, Anna Hagemann und Gerlinde Sliwczuk setzten auffällige Akzente im Grün des Gartens.

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 Ulrich Jorkiewicz bevorzugt grafische Muster, Ilona Schmidt hingegen wagt sich an das Gegenständliche. Und sie neigt zu einem Schuss Ironie, wenn der Schoßhund ganz brav fragt: „Wo ist denn der zweite Schuh?“, dessen Pendant er offensichtlich bereits vernascht hat, oder wenn sie den Wölfen einen Gartenzwerg zur Seite stellt.

Schildkröte mit Kopfschmuck

Eine völlig andere Handschrift hat Meike Strunk entwickelt, die erst seit wenigen Monaten Mitglied des Kunstkreises ist. Sie sprüht Acrylspray auf ein Blatt und nach intensiver Betrachtung der entstandenen Linien malt sie ausgewählte Formen mit farbigen Aquarellstiften aus. So entstehen Blüten oder Gesichter wie etwa ihr Lieblingsbild „Fashion Week Mockturtle“, eine Schildkröte mit auffälligem Kopfschmuck.

Nahezu ganz ohne Farbe kommt Sarah Meyer aus, die in ihren schwarzen Tuschzeichnungen - ein Selbstporträt, einen aufrecht gehenden Marienkäfer und eine königliche Bratwurst – letztere mit einem - gelben - Klecks Senf ziert.

Tonkopf mit Segelohren

Ein Gefühl für Ironie offenbart auch Mirjam Rückert , wenn sie einen hellblauen Tonkopf mit Segelohren inmitten riesiger Rhabarberblätter platziert oder einen dicken hellblauen Keramikhund mit Rosenmuster dekoriert. Ihre farbig glasierten Keramikgefäße sind sowohl als Ausstellungsstücke zu sehen wie auch im Gebrauch für den angebotenen Kaffee.

Gebrauchsqualitäten haben auch die von Ilona Schmidt mit Butterbrotpapier grob umhäkelten Blumenvasen, die im Nu ausverkauft sind. „Aber ich arbeite auch auf Bestellung“, macht sie denjenigen Besuchern Hoffnung, die zunächst leer ausgehen. Auch die (Schrott-)Skulpturen von Ute Meyer zu Reckendorf und die bunt bemalten Holzskulpturen von Lisa und Walter Kampe treffen – wie die Sirenen mit den hypnotischen Augen – den Nerv der Besucher.