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Notunterkünfte an zwei Standorten GMHütte bereitet sich auf bis zu 450 Flüchtlinge vor

Von Wolfgang Elbers | 11.12.2015, 11:38 Uhr

Das war keine Überraschung: Die Zahl von 209 weiteren Flüchtlingen, die GMHütte nach der vom Landkreis diese Woche veröffentlichten Quote bis zum Frühjahr 2016 aufnehmen muss, hat weder die Politik noch die Verwaltung im Rathaus unvorbereitet getroffen. Bis Ende kommenden Jahres wird hier mit einer Zuweisung von bis zu 450 Schutzsuchenden gerechnet.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann: „Das entspricht in etwa einer Verdoppelung der jetzt auf Basis von 50000 Asylbewerbern für Niedersachsen errechneten Quote. Das Land Niedersachsen geht aber bisher von insgesamt 100000 Flüchtlingen in 2016 aus.“ (Weiterlesen: So verteilen sich weitere 2092 Flüchtlinge auf die Kommunen) 

82 Wohnplätze entstehen derzeit

Die Stadt trifft auch schon Vorbereitungen, dass in Kürze in GMHütte mit wesentlich höheren Flüchtlingszuweisungen zu rechnen ist. Derzeit stehen im Stadtgebiet 42 Plätze in dezentralen Notunterkünften als Zwischenlösung zur Verfügung. Weitere 82 Unterbringungsmöglichkeiten entstehen derzeit. Die Standorte: die Fläche am früheren DRK-Heim in Oesede, einschließlich Räumen im Jugendheim Peter und Paul sowie dem Umbau einer Obdachlosenunterkunft am Osterberg.

An letzterer Stelle werden als modulartiger Holzbau zwei zusätzliche neue Wohngebäude einfacher Form realisiert, die auch langfristig genutzt werden können. Sie sollen perspektivisch dann einmal die Unterkünfte für Menschen ohne festen Wohnsitz in den beiden Osterberg-Häusern ersetzen. (Weiterlesen: GMHütter Sporthalle wieder frei) 

Standortsuche in allen Stadtteilen

Die noch bestehende Lücke von 326 weiteren Wohnplätzen, die voraussichtlich im kommenden Jahr für Flüchtlinge benötigt werden, soll durch Anmietungen sowie weitere Einfachbauten abgedeckt werden. Bei der Standortsuche werden alle Stadtteile einbezogen. Favorisierte Flächen sind derzeit neben dem Bereich am Osterberg auch größere Grundstücke in Holzhausen, am Oeseder Stadtring und in Kloster Oesede, wo eine Möglichkeit für eine befristete Lösung zum Beispiel der Schützenplatz wäre.

Nicht in der Diskussion: das ehemalige Areal der Spedition Dälken am Heinrich-Schürmann-Weg, wie GMHüttes Bürgermeister zuletzt beim ersten Info-Abend zur Flüchtlingssituation noch einmal klargestellt hat. (Weiterlesen: Fragezeichen hinter Notunterkunft für Flüchtlinge in GMHütte) 

24 Personen pro Einheit

Geplant sind jeweils Einheiten, in denen insgesamt bis zu 24 Personen Platz finden. Hier könnten Familien oder Wohngemeinschaften für allein nach Deutschland gekommene Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf finden. Um die notwendigen Investitionen für die Notunterkünfte zu finanzieren, wird die Stadt voraussichtlich einen Betrag von mehr als einer Million Euro in den Haushalt 2016 einstellen. Die Stadt hofft, dass die Summe durch Zuschüsse des Landes für die unterzubringenden Flüchtlinge abgedeckt wird.

Das Thema ist am kommenden Donnerstag auch ein Punkt bei der Haushaltsverabschiedung.