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Mit Euroscola in Straßburg Oeseder Gymnasiasten im EU-Parlament

19.04.2015, 16:10 Uhr

pep Georgsmarienhütte. Elf besonders Europa-engagierte Schüler des 11. Jahrgangs am Gymnasium Oesede hatten jetzt die Gelegenheit, gemeinsam mit über 500 Jugendlichen aus 21 EU-Staaten im Plenarsaal in Straßburg zu simulieren, wie europäische Politik gemacht wird. Möglich wurde der zweitägige Ausflug durch das Euroscola-Programm des Europäischen Parlaments.

Mit Plakatentwürfen und schriftlichen Stellungnahmen zu aktuellen politischen Entwicklungen hatten sich die damaligen Zehntklässler bereits im letzten Jahr für die Teilnahme beworben. Als einzige deutsche Gruppe erhielten sie das Ticket für Straßburg. In einer sitzungsfreien Woche konnten die 16- und 17-Jährigen dort in Kleingruppen mit Gleichaltrigen auf Englisch oder Französisch über gesellschaftliche Themen debattieren, in Ausschüssen Resolutionen vorbereiten und diese im großen Plenarsaal dem Jugendparlament zur Abstimmung stellen. „Wir hoffen, dass die EU-Politiker unsere Resolutionen zur Kenntnis nehmen und einiges davon umsetzen“, wünschen sich die Schüler.

In Regina Sandkämpers Gruppe zum Beispiel wurde eine zu geringe Medienpräsenz europäischer Politiker bemängelt und gefordert, dass Schüler in allen Mitgliedstaaten zu einer Projektwoche zum Thema Europäische Union verpflichtet werden. „Wir waren ja gut vorbereitet, aber das konnte man nicht von allen Teilnehmern sagen“, so Sandkämper. Simon Fricke tauschte sich mit Portugiesen und Schotten über Migration und Integration aus. Diese Gruppe plädierte für die gesetzliche Verankerung von Sprachunterricht für Migranten und für die gleichrangige Pflege der Kultur des Herkunftslandes ebenso wie der des Einwanderungslandes. In der Gruppe von Marina Savvides wurde über zukünftige Lebensqualität nachgedacht und unter anderem die Abschaffung des Emissionshandels gefordert, weil er als Instrument zur Klima-Verbesserung gescheitert sei.

Das Treffen war „mega-interessant“, betont Sandkämper, man habe Probleme anderer Länder wahrgenommen und Deutschland einmal aus der Außenperspektive betrachtet. Und man habe ein besseres Verständnis für die Arbeit der Politiker entwickelt. Die Schüler hätten ihren Horizont erweitern können, unterstreicht auch Jan Henrik Beyer, der mit seinem Lehrerkollegen Mark Stoltenberg die Gruppe begleitete. Aber dass als Hürde für die Teilnahme auf deutscher Seite seit drei Jahren ein Wettbewerb vorgeschaltet ist, hält Beyer nicht für glücklich: „Diese Schüler haben von sich aus die Initiative ergriffen und sich in außerunterrichtlichem Engagement selbst bemüht, aber ohne den Wettbewerb hätten wir bis zu 24 Schüler mitnehmen können.“