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Holzhauser Volkskarneval Irrer Abend zwischen Tanz und blauem Blut in Holzhausen

Von Frank Muscheid | 19.02.2017, 18:35 Uhr

„Bühne frei, der Spaß beginnt!“, ist am Samstagabend Motto und Ansage des Holzhauser Volkskarnevals gewesen. Die Nummern der Galasitzung vor etwa 300 feierverrückten Närrinnen und Narren brauchten richtig viel Platz.

Keine Büttenreden, dafür starke „Show-Werte“ und die volle Dröhnung Musik zum Abfeiern boten die Veranstalter MGV „Sängerlust“ Sutthausen, BSV Holzhausen, Kolping Holzhausen und Schützenverein Holzhausen diesmal in der erstklassig geschmückten Sporthalle auf. Sitzungspräsident Frank Frommeyer führte mit seinem komplett weiblichen Elferrat souverän und fetzig durch die Galasitzung, die mehr auf Glamour als auf Bissigkeit baute. Kein Wunder, dass der Elferrat so entspannt war – hatten die Damen mit den Riesen-Sonnenbrillen, Stirnbändern und Hippie-Kleidern mit „Swinging Sixties“-Kreismustern wie aus einem Drogentripp doch immer den Joint zur Hand.

Hagen-Holzhauser Liebeserklärung

„Make love not war“ – von Nachbarschafts-Konkurrenz war kaum was zu spüren. Denn mit „Hi! Spencer“-Frontmann Sven Bensmann, der sich als Verstärkung Tasten-Zauberer Jan Niermann mitbrachte, durfte ein Hagener auf die große Bühne. Trieb noch über den eigenen Ort seine Späße von „Geschwisterliebe“ oder scherzte frech über seine Nummern: „Für Holzhausen reicht es“.

Die Menge hatte ihren Spaß. Mehr als versöhnlich holte er nicht nur mit Tina Turner, Michael Jackson, Joe Cocker, Peter Maffay oder Udo Lindenberg die ganz großen Stimmen aus seiner Kehle auf die große Holzhauser Bühne. Sondern bändelte auch noch mit Holzhausenerin Rita an. Als er sich ihr, trotz kürzlich überstandenen Hexenschusses, zu Füßen legte.

Der nächste Kracher schepperte in den Trommelfellen: Die aus einer Hobbytruppe an der Hagener Musikschule gegründeten Show-Schlagwerker Greenbeats erwiesen sich als ein Tornado an den Schlagzeug-Lafetten. Die Jungs und Mädels fegten taktsicher und mit irrem Tempo und genialer Choreografie zwischen sich drehenden Pauken, wütendem Drumset und Snare-Reihen umher: Weltklasse!

Aber die Holzhauser Karnevalisten legten auch mit eigenem Show-Personal nach: Die Tanzgruppe Seven up steigerte den Glamour-Faktor rapide, als sie mit Glitzer-Outfit zu ABBA-Hits über die Bühne tanzte. Anmach-Pfiffe aus dem Publikum kommentierten den sexy Auftritt.

Im All bekannt und „very british“

Verrückt, wer so alles mitfeierte: Ein ganzes Ufo Außerirdischer oder eine komplette Westernranch. Die begehrte Trophäe fürs beste Kostüm holte sich aber die Queen mit Leibgarde ab. „Meine Frau hat mir eine echte Dauerwelle gemacht“, klärte Achim Gach auf. Ein Vierteljahr bereitete die Truppe ihren sehr britischen Auftritt vor.

Selten so einmütig zu sehen war ein ganzes Schachbrett um die Könige Marten Schmidt und Matthias Ehrenreich und die Königinnen Jana Granitzki und Andrea Sall, die Platz zwei abräumten. Moritz Tegeler und Johanna Pleye tranken als Prinzenpaar mit Frommeyer einen „Kurzen“ auf ihren dritten Platz. Die Funky Gagas boten noch einmal tänzerische Klasse auf – gesitteten Schrittes im Wiener Walzer, oder im „Scheiß egal, Aprés Ski ist nur einmal im Jahr“-Macho-Modus, in dem sie die Körperposen „echter Kerle“ nachahmten. Um danach zum „Mambo No 5“ vor zwei Tänzern choreografisch dahinzuschmelzen. An diesem Abend hatte jeder was zum Gucken.