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GMHüttes neuer Bürgermeister Ansgar Pohlmann ist heute 100 Tage im Amt Keine Zeit verlieren, es gibt in GMHütte viel zu tun

Von Wolfgang Elbers | 07.09.2011, 17:07 Uhr

Es ist sofort zu merken: Der neue Job im Rathaus macht Ansgar Pohlmann Spaß. Egal, ob Repräsentationstermine oder die Chance, etwas zu bewegen und GMHütte weiter voranzubringen – dem neuen Bürgermeister ist die Umstellung vom „betriebswirtschaftlichen Job“ im Kreishaus als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung mit 15 Mitarbeitern zur neuen Aufgabe, einen Apparat mit rund 250 Stadt-Beschäftigte zu führen und Entscheidungsprozesse zu steuern, problemlos gelungen. „Nett und kompetent“, lautet häufig das Urteil von Bürgern zum Auftreten des Stadtchefs.

Der Arbeitstag: Des 46-Jährige beginnt auch am 100. Arbeitstag früh: Zwischen 7.30 und 8 Uhr ist er normalerweise im Büro. Routinemäßiger Start: der Blick auf den Terminkalender. Ein Zwölf-Stunden-Programm ist keine Seltenheit. Rund 440 Termine und Besprechungen weist die Übersicht für die vergangenen drei Monate aus. Der neue Mann ist gefragt: „Ich habe mir das ja ausgesucht und wusste, was auf mich zukommt.“ Am Donnerstag zieht er auch selber mit den engsten Mitarbeitern der Verwaltung Zwischenbilanz: Nachmittags gibt es einen Workshop mit den Fachbereichsleitern zu den bisherigen Erfahrungen: „Da steht der gegenseitige Austausch im Mittelpunkt.“

Die Veränderungen: Die Strukturen im Rathaus werden moderner. Eine der ersten Veränderungen des neuen Bürgermeisters: Sein Schreibtisch wurde mit einem Internetanschluss ausgestattet, um direkt erreichbar zu sein. Der Computer spielt alles Wichtige sofort aufs Handy. Pohlmann ist so immer online und sofort im Bild, wenn es Neues gibt. Der Bürgermeister legt auch Wert darauf, bei den Diskussionen in den Ratsgremien präsent zu sein. Bisher hat er an jeder Ausschusssitzung teilgenommen, und das soll – „falls es sich einrichten lässt“ – auch so bleiben: „Es ist mir wichtig, die Diskussionen mitzubekommen und auch zu wissen, wie die Stimmung bei Bürgern zu Themen ist.“ Mit den Fraktionen will er den „offenen Dialog“ in Sachfragen fortsetzen. Nach seiner Wahl hat sich Pohlmann mit allen Parteien zu einem Meinungsaustausch getroffen und will künftig im Vorfeld wichtiger Entscheidungen „Info-Gespräche“ mit den Fraktionsspitzen führen. Ziel: größtmögliche Transparenz. Seine Ankündigung: „Wir werden bei den Beschlussvorlagen künftig auch immer Alternativen vorstellen und bewerten.“

Die Verwaltungsstruktur: Keine Notwendigkeit sieht der neue Amtsinhaber, nach dem Modell größerer Städte einen sogenannten Verwaltungsvorstand oder einen zweiten Wahlbeamten als Stellvertreter einzuführen. „Dafür sehe ich derzeit keinen Bedarf“, lautet die Einschätzung des Verwaltungsfachmanns. Statt im oberen Bereich will er vielmehr gezielt beim Unterbau nachlegen: „Wir haben wichtige Zukunftsprojekte abzuwickeln, aber bisher nicht die notwendigen Personalressourcen für diese Aufgaben.“ Einen hohen Stellenwert hat für Pohlmann die Personalentwicklung und Fortbildung: „Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig, nicht nur die Qualität im Job zu verbessern, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.“ Den Hebel will er auch bei der Aufgabenstruktur ansetzen: „Wir haben noch Potenziale, effizienter zu arbeiten.“ Ein Beispiel: In allen Fachbereichen fallen derzeit Aufgaben an, die aufgrund von vorhandenen Liegenschaften mit Gebäudemanagement zu tun haben. Dies soll künftig zentralisiert werden.

Aktuelle Baustellen: Froh ist Pohlmann, dass es mit allen Stimmen des Rates gelungen ist, die Ganztagsangebote der GMHütter Schulen für das laufende Schuljahr durch eine finanzielle Absicherung der Stadt sicherzustellen: „Aber das bleibt ein Thema, das uns weiter beschäftigt und auch bei der Runde der Landkreis-Bürgermeister auf der Tagesordnung stand.“ Seine Hoffnung: dass sich das Land hier noch bewegt. Große Erwartungen hat er auch hinsichtlich des Beteiligungsverfahrens für die künftige Gestaltung des Schulsportbereichs an der Holzhauser Antoniusschule: „Wie haben bisher nur positive Rückmeldungen.“ Außerdem ganz oben auf der Liste: die Verbesserung des „Entree-Bereichs“ Hindenburg/ Ulmenstraße in Alt-GMHütte („Hier ist eine Aufwertung wichtig“), die Nahversorgung am Harderberg und in Kloster Oesede, der Lärmschutz an der B51 oder das Bolte-Haus („Wir sind mit dem Investor in Kontakt“).

Die Projekte: Ein ganz wichtiger Baustein ist die Zentrumsentwicklung, wo ein entscheidender Schritt gelungen ist. Durch den jetzt vollzogenen erfolgreichen Abschluss der Grundstücksverhandlungen mit der Familie Potthoff dürfte 2012 die geplante vorgesehene direkte Anbindung des Rathausbereichs an den vierten Arm des Düte-Kreisels Realität werden. Auch die Chance zur Erweiterung der Wohnbebauung östlich der Michaelisschule ist jetzt gegeben. Weitere Themen: die künftige Nutzung des Overbergschule-Areals, Verbesserungen im Nahverkehr durch neue Strukturen oder die Verkehrssituation zwischen der Harderberger B-51-Brücke und Malberger Kreisel. Pohlmann: „Eins ist sicher, der Job wird nie langweilig.“