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Kunst als kreative Beteiligung GMHüttes Stadtgeburtstag steht seit 21 Jahren im Zeichen des Ehrenamtes

Von Wolfgang Elbers | 18.09.2019, 16:29 Uhr

Am Donnerstag stellt die Stadt wieder das besondere ehrenamtliche Engagement GMHütter Bürger in den Blickpunkt: Diesmal werden im Rahmen der Feierstunde zum 49. Stadtgeburtstag im Rathaus Personen ausgezeichnet, die im kulturellen Bereich dazu beitragen, dass in der Hüttenstadt Jüngere und Ältere die Chance haben, das Leben und ihr Umfeld unter einer anderen, ungewohnten Perspektive zu betrachten und zu neuen Einsichten zu kommen.

Neben Ehrengaben an die im kommenden Jahr das 25-jährige Jubiläum feiernde Kunst- und Kulturstiftung, die Kunstschule Paletti und die Waldbühne Kloster Oesede, die alle drei dafür sorgen, dass GMHütte in der Region als Kulturstandort geschätzt wird, verleiht die Stadt in diesem Jahr auch den Ehrenring, die höchste GMHütter Auszeichnung.

Ehrenring

Die Ehrung bekommt Helmuth Köhnke. Der 76-Jährige ist im vergangenen Jahr beim Stadtgeburtstag als Ehrenamtslotse verabschiedet worden, aber weiter im Unruhestand, was ehrenamtlichen Einsatz betrifft. Seit Anfang der 90er Jahre steht Köhnke dafür, sich für andere einzusetzen und Netzwerke zu knüpfen, um eine gute Sache voran zu bringen – egal ob beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), als stellvertretender Beiratsvorsitzender der "Hilfe für Petra und andere"-Stiftung sowie der Mitarbeit in einem weiteren Stiftungsgremiumn, als Präsident des Lions-Clubs GMHütte-Dörenberg, als Aufsichtsratsmitglied der Bildungsgenossenschaft, als Organisator des Senioren-Kinos im Rathaus oder in der Flüchtlingsarbeit. Der 2001 bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Oeseder ist durch die Übergabe der Ehrenamtslotsen-Tätigkeit im Vorjahr an Nachfolger Andreas Viehoff flexibler geworden, was die eigene und familiäre Freizeitplanung anbetrifft. Aber er bringt sich als Ehrenamt-Allrounder weiter ein, wenn er helfen kann, die Dinge voranzubringen und nachhaltige Strukturen zu schaffen. Helmuth Köhnke hat wie kaum ein Zweiter dazu beigetragen, der ehrenamtlichen Tätigkeit in GMHütte den öffentlichen Stellenwert zu verschaffen, den sie heute in der Stadt besitzt.

Ehrengaben

Kunst- und Kulturstiftung: Stadtgeburtstag und Kunst- und Kulturstiftung, da gibt es eine besondere Verbindung. Denn die Stiftung ist 1995 zum 25-jährigen Bestehen GMHüttes aus der Taufe gehoben worden. Das Ziel: die Förderung von Kunst und Kultur sowie das Interesse für die künstlerische Sicht auf Alltag und gesellschaftliche Entwicklungen zu wecken. Das langjährige Engagement, das mit "wenig Geld, aber vielen guten Ideen" betrieben wird, nimmt neben dem seit 1998 alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerb für Künstler aus der Region, besonders die junge Generation in den Fokus. 2007 hat der seither im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführte Kunstwettbewerb für Jugendliche von 14 bis 19 Jahren seine Premiere erlebt, und seit rund zehn Jahren wird bei jungen Menschen auch das Interesse am Theater geweckt – erst mit Aufführungen in der Aula der GMHütter Realschule und aktuell mit einem Vertrag, der es den Klassen fünf bis zehn der Realschule ermöglicht, einmal im Schuljahr eine Theateraufführung in Osnabrück zu besuchen.

Stellvertretend für die Arbeit des fünfköpfigen Vorstands und des sieben Mitglieder zählenden Beirats werden der Vorsitzende Klaus Seifert, die mit ihren Ideen seit 1997 immer wieder für frische Impulse im Vorstand sorgende Annegret Rammholdt und Marion Dieken-Schulte, die sich als Lehrerin zur Aufgabe gemacht hat, den Stiftungsprojekten im Schulbereich den notwendigen Bekanntheitsgrad zu verschaffen, ausgezeichnet.

Kunstschule Paletti: Für das Konzept "Bilden mit Kunst" steht die 1992 gegründete GMHütter Kunstschule, die 2015 von den Räumen im Untergeschoss der Villa Stahmer ins direkt daneben liegende und von der Stadt sanierte Kutscherhaus umgezogen ist. Über zwei Etagen findet Paletti hier auf insgesamt 163 Quadratmetern mit zwei gut ausgestatteten Ateliers, einer Bildhauerwerkstatt und einem Medienraum nahezu optimale Bedingungen, um das Kunst-Angebot in der Stadt bunter zu machen. Die 13 hier tätigen Dozentinnen und Dozenten fördern mit ihren Kursen und Projekten die Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmer und setzen wichtige Impulse, dass die Teilnehmer durch entdeckendes Lernen oder Interaktion gesellschaftliche Schlüsselkompetenzen erwerben. Dies gilt vor allem für die Nachwuchskünstler, die ab zwei Jahren bei Paletti kreative Anregungen geboten bekommen, um eigene Ideen mit verschiedenen Techniken umzusetzen – bis hin zu neuen Medien. Für den organisatorischen Rahmen dieser ästhetischen und künstlerischen Bildungsarbeit sorgt das ehrenamtliche Vorstandsteam, das die Voraussetzungen für die große Bandbreite der Aktivitäten schafft, die von der Kooperation mit Kindertagesstätten bis zu Ferienpass-Aktionen und der Zusammenarbeit mit Altenheimen reicht. Der Erfolg lässt sich auch an den Teilnehmerzahlen ablesen: Rund 3000 Teilnehmer und Gäste erreicht die Kunstschule inzwischen jedes Jahr insgesamt mit ihren Veranstaltungen. Außerdem werden noch Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschulkollegien im Bereich Kunsterziehung angeboten.

Ein prall gefülltes Kunst-Paket, für dessen Organisation und Begleitung die beiden Vorsitzenden Elisabeth Ackermann und Sascha Ceglarksi sowie die langjährigen Vorstandsmitglieder Beate Klippel und Caroline Rißmann-Albers die Ehrengabe der Stadt als Anerkennung der Arbeit des gesamten Teams entgegen nehmen.

Waldbühne Kloster Oesede: Einer der Publikumsfavoriten des GMHütter Kulturangebots ist über die Stadtgrenzen hinaus das Amateurensemble der Waldbühne, das inzwischen seit Jahren jeweils zwischen 25.000 und 30.000 Saisonbesucher zu den Aufführungen auf der vor 31 Jahren reaktivierten Freilichtbühne begrüßt. Seit 16 Jahren läuft der Spielbetrieb unter der Regie des Waldbühnen-Vereins, der mit mehr als 600 Mitgliedern einer der größten in der Stadt ist. Rund 250 sind Aktive, die auf sowie vor und hinter der Bühne dafür sorgen, dass sowohl die Produktionen als auch der gesamte Ablauf der Vorstellungen einen Standard bieten, der für eine Amateurbühne außergewöhnlich ist. Das Ergebnis perfekter Teamarbeit, die im Winterhalbjahr mit den Proben für die neuen Stücke beginnt, aber frühzeitig von Bühnenbau, Kostümgruppen sowie Requisite-Spezialisten begleitet wird. Denn da wird das Konzept für die Bühnengestaltung mit dem Regie-Verantwortlichen entwickelt, müssen Gegenstände und passende Dekorationen aus der Zeit, in der die jeweilige Handlung spielt, besorgt werden, oder die Kostüme besprochen und gefertigt werden. Arbeiten, die einen monatelangen Vorlauf und Zuverlässigkeit erfordert, denn am Ende muss von den Akteuren über die Ausstattung bis zur Technik eins ins andere greifen, damit die Spielzeit reibungslos klappt. Sechzehn verschiedene Gruppen sind hier bis hin zu Verkaufshaus, Einlass und Parkplatz-Einweisern im Einsatz.

Für die komplette Waldbühnen-Mannschaft bekommen Martina Fühner (langjährige Leiterin der Kostümgruppe für Familien- und Winterstück), Marion Holz (Bühnenmalerei), Silke Kobuß (Leiterin Maske Familienstück), Uschi Körner (Requisite Abendstück), Bernd Kossenjans (Leiter Bauausschuss), Dieter Sommer (Bühnenentwicklung) und "Allrounder" Karl-Heinz Otten (Finanzen, Homepage oder Veranstaltungsleitung) die Ehrengabe überreicht.

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