„Hilfe für Petra und andere“ wird 25 Jahre 1100 Lebensspender dank GMHütter Stiftung

Im Rathaus Georgsmarienhütte unterschrieben (von links) Hartmut Klipsch, Heinz Lunte, Hans Licher und Heinz Schröder (stehend) im Beisein von Elisabeth Lindemann die Satzung der neugegründeten Stiftung „Hilfe für Petra und andere“. Archivfoto (1992): Ulla NiemannIm Rathaus Georgsmarienhütte unterschrieben (von links) Hartmut Klipsch, Heinz Lunte, Hans Licher und Heinz Schröder (stehend) im Beisein von Elisabeth Lindemann die Satzung der neugegründeten Stiftung „Hilfe für Petra und andere“. Archivfoto (1992): Ulla Niemann

Georgsmarienhütte. Das Erfolgsprojekt dürfte einmalig sein: Die vor 25 Jahren aus einer Hilfsaktion für eine an Leukämie erkrankte GMHütter Schülerin hervorgegangene Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ hat bis heute durch ihre Typisierungsaktionen 1100 Lebensspender ermittelt.

Am Samstag feiert „Hilfe für Petra“ unter dem Motto „Seit 25 Jahren ein guter Weg!“ ihr Jubiläum. Der Stiftungsvorsitzende Ansgar Pohlmann: „Wir wollen hier vor allem denen danken, die Stammzellen für einen Leukämiekranken gespendet haben, oder sich als Ehrenamtliche seit Jahren für den Stiftungszweck engagieren, also zum Beispiel dem vielköpfigen Helferteam, das immer wieder für einen reibungslosen Anlauf der Typisierungsaktionen sorgt.“

Stammzellenspender

Bis Mitte Oktober hat die Petra-Stiftung mehr als 250 solcher Termine durchgeführt – vor allem an den Gymnasien und Berufsschulen in Osnabrück und dem Landkreis. Dabei haben sich in der Region knapp 58.000 potenzielle Stammzellenspender mit ihren Gewerbemerkmalen registrieren lassen. Das erfolgte früher per Blutentnahme und wird heute per Wangenschleimhaut-Abstrich durchgeführt.

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Nirgendwo in Deutschland ist die Quote von Menschen zwischen 17 und 65 Jahren, die sich für einem an Blutkrebs Erkrankten als Spender zur Verfügung stellen wollen, höher als im Osnabrücker Raum. Das ist das Verdienst der Arbeit von „Hilfe für Petra und andere“, der Ende 1992 gegründeten GMHütter Stiftung, die seit Langem eng mit der DKMS, der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei, zusammenarbeitet.

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Weltweit vernetzt

In deren weltweitem Datennetzwerk finden sich auch die durch „Hilfe für Petra“ erfassten Typisierten. Für die 1988 im Alter von zwölf Jahren an Leukämie erkrankte GMHütter Gymnasiastin konnte Anfang der 90er kein passender Spender gefunden werden, da es noch keine zentrale Datei gab. Aber die im Mai 1991 durchgeführte Aktion, die mit der Typisierung von rund 5000 Personen und Spendengeldern in Höhe von damals rund 200.000 DM – heute um die 100000 Euro – weit über die Hüttenstadt hinaus die Menschen bewegte, ist Ausgangspunkt der Stiftung gewesen.

Wie wichtig deren Arbeit ist, unterstreicht eindrucksvoll, dass jeden Monat drei bis fünf aus Aktionen der Petra-Stiftung hervorgegangene Typisierte zu Lebensspendern werden. Sechs von sieben Leukämiekranken finden heute durch die weltweite Datenbank einen so genannten „genetischen Zwilling“ mit den passenden Gewebemerkmalen. „Hilfe für Petra“ will diese zweite Lebenschance weiter erhöhen.

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Spender-Pool

Stiftungsvorstand Ansgar Pohlmann: ,,Wir wollen die erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Natürlich bleibt die Kernaufgabe, weiter kontinuierlich vor allem junge Menschen an Gymnasien und Berufsschulen im Osnabrücker Raum zu typisieren. Außerdem ist das Ziel, einen Spender-Pool für Menschen mit Migrationshintergrund aufbauen.“

Diese seien mit ihren Gen-Strukturen in den bisherigen Spender-Dateien kaum vertreten. Deshalb versuche die Petra-Stiftung, türkischstämmige Personen zu typisieren, um an Leukämie erkrankten Mitbürgern aus dieser Bevölkerungsgruppe helfen zu können. Dazu wird zum Beispiel im Umfeld von Moscheen in der Region über die Arbeit von „Hilfe für Petra“ informiert.

Folgekosten

Außerdem will die Stiftung künftig Personen und Familien, die von einer Leukämieerkrankung betroffen sind, dabei unterstützen, entstehende Folgekosten bewältigen zu können. Pohlmann: „Hier geht es darum, durch eine Soforthilfe finanzielle Engpässe zu überbrücken, da es keine Leistungen anderer Stellen gibt.“ Auch bei medizinischen Spezialfragen soll es Unterstützung geben.

Am Samstag werden zum Jubiläum zwei neue Aktionen präsentiert: Schüler des achten Jahrgang des Gymnasiums Oesede haben Plakate mit Märchenmotiven hergestellt, um für Typisierungsaktionen zu werben, sowie mit Unterstützung eines Medien-Fachmanns kurze Werbespots für den Kinoeinsatz produziert. „Hilfe für Petra und andere“ zeigt sich auch für die Zukunft auf einem guten Weg.


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