Party in zehn Lokalen Volle Häuser und Busse bei der GMHütter Kneipentour


Georgmarienhütte. Livemusik in zehn Lokalen, ein kostenloser Shuttlebus von 19 Uhr bis 2 Uhr morgens und großer Andrang durch zahlreiche feierwütige Besucher: Am Samstag war wieder große Kneipentour in Georgsmarienhütte.

„So, jetzt aber. Wo sind wir?“, fragte sich die Besitzerin eines selbst ausgedruckten Busfahrplans, während sechs andere um sie herum standen und ihr miträtselnd über die Schulter guckten. Antwort: auf dem Bürgersteig schräg gegenüber des Gildehauses. Von dort schallte schon der Partylärm herüber. Um ins Lokal zu gelangen, musste man sich erst mal einen Weg durch die Menschenmenge an Bushaltestelle und Eingang bahnen. Drinnen war schon gut was los. Die Band Querbeat gab Beat, Rock, Blues und mehr zum Besten, und zwar richtig schön laut. Der Dienst an der Theke direkt vor den Boxen war somit nichts für zarte Öhrchen, aber die wackeren Mitarbeiter ließen sich nicht stören: stoisch zapfen zu Johnny B. Goode.

Getränk und Frikadelle

Vom Gildehaus liegt das Gasthaus Uthmann nur wenige hundert Meter weiter die Straße herunter. Für diese Strecke war man also nicht auf den Shuttlebus angewiesen, sondern konnte einen entspannten Spaziergang einlegen. Mit etwas Glück traf man schon verhältnismäßig früh am Abend auf romantisch beseelt singende Kneipentouristen. So auch hier. „This will be the day that I die“, sang da mit Leidenschaft einer, der aus Richtung Uthmann kam, und wenige Schritte weiter hörte man Don McLeans „American Pie“ dann richtig: nämlich aus den Außenlautsprechern bei Uthmann, die den Sound des Akustik-Duos The Wild Boyz nach draußen an die Bierbude transportierten. Drinnen wie draußen herrschte viel Betrieb, aber trotzdem war es möglich, ohne großen Ellenbogeneinsatz an ein Getränk und eine leckere Frikadelle mit Senf zu kommen.

Busse am Limit

Dann die geplante Weiterfahrt per Shuttlebus zum Brauhaus Dröge. Als die Linie 4 anrollte, sah man schon: Das wird schwierig. Die Fahrgäste zusammengedrängt bis zum Letzten. Der Bus hielt zwar an und öffnete auch die mittlere Tür, aber nur einer stieg aus. Dafür wollten 30 oder 40 rein, aber mehr als 4 Personen waren nicht reinzukriegen in das öffentliche Verkehrsmittel.

„Das war schon der Zweite, in den man nicht reinkommt“, ärgerte sich da eine wartende Frau und riet ihrem Mann: „Geh du mal auf Toilette, ich überlege mir in der Zeit was.“ Diverse Taxifahrer dürften eine rentable Nachtschicht gefahren sein während dieser Kneipentour. Davon zu sprechen, im nächsten Bus sei ein Platz frei gewesen, wäre übertrieben. Immerhin: Es war möglich, hineinzugelangen. Man musste sich auch im Stehen nicht festhalten, denn zum Umfallen war kein Platz.

Volles Brauhaus

Der Laune der Feiernden tat die große körperliche Nähe zu den Mitmenschen keinen Abbruch. Trotzdem waren alle froh, als der Bus vor dem Brauhaus Dröge hielt und die Fahrgäste in die frische Nachtluft entließ. Doch das Brauhaus ist beliebt und wurde zudem stimmungsfördernd bespielt von den Thirty Toes – für diejenigen, die drinnen mitfeiern wollten, führte am erneuten Mitkuscheln kein Weg vorbei. Allerdings stand auch hier wieder ein Bierwagen, und die Musik wurde per Lautsprechersystem nach draußen geleitet. Da der Herbst bisher noch nicht so richtig kalt ist, war es am Freiluft-Tresen sehr gut auszuhalten, was viele Gäste ausgiebig nutzten.

Entspanntes Feiern zu harter Musik

Das Tor III ist bekanntermaßen eher eine Anlaufstelle für die härtere Rock-Fraktion, was auch bei der Kneipentour galt. Somit ging es hier ohne das ganz große Geschiebe ab. Dafür sorgte Fats Meyer auf der Bühne für umso fetzigere Musik und brachte viele zum Tanzen, was etwa im Saal bei Dröge über weite Strecken gar nicht möglich war. Nach einem Katzensprung hinüber zum Kasinopark musste sich der Besucher dann entscheiden: nach links zur Bistrothek Filou oder nach rechts zu Café und Bar am Kasinopark? Zunächst einmal nach links, in Richtung der lauten Musik. Beim Filou war die Verteilung der Besucher dem sonstigen Bild entgegensetzt: Fast alle standen draußen vor der Bühne, tanzten und tranken zu den Klängen von The Cover Connection, während es sich drinnen ein paar bequemere Zeitgenossen gemütlich machten.

Dicke Mauern schlucken Sound

Zuguterletzt noch ein Abstecher in den Gewölbekeller von Café und Bar. Oben an der Straße war kein Ton zu hören. Ohne die wartenden Menschen an der Bushaltestelle hätte jeder Hinweis darauf gefehlt, dass es sich hier um eine Station der Kneipentour handelte. Dies war aber einzig und allein den dicken Mauern geschuldet. Treppab war die Party dann nämlich schnell gefunden, dank satter Lautstärke sowie beständig ein- und ausströmender Grüppchen von Gästen. „Auch so laut“, kommentierte da ein Besucher beim Eintreten die Musik, den Umstand nicht bemerkend, dass es sich lediglich um die Pausenmusik handelte. Wenn der gute Mann das schon laut fand, dürften ihm beim nächsten Set der Shades of Rock die Ohren geklingelt haben.


Alle Lokale, alle Bands

Cafe & Bar am Kasinopark

Shades of Rock, root 49 und DJ Ingo Mersmann

Bistrothek Filou

The Cover Connection 

Brauhaus Dröge

Thirty Toes

Gildehaus

Querbeat

Heideschänke Rolf

Sound Compound

Klosterschänke

The Beat

Hotel Waldesruh

Red Hot

Kolpinghaus

C.our.age

Tor III

fats meyer

Gasthaus Uthmann

The Wild Boyz

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