Flucht aus dem Kongo Missio-Truck besucht Comeniusschule in GMHütte

Von Christian Hehemann

Um Fluchtursachen ging es beim Besuch des Missio-Trucks an der Comeniusschule in GMHütte: (von links) Begleiter Marcus Composs, die Schüler Pia Locht und Justin Steinmetz, Schulsozialarbeiterin Ilana Wolters, Schülerin Nörgül Nas und Begleiter Tété Agbodan. Foto: Christian HehemannUm Fluchtursachen ging es beim Besuch des Missio-Trucks an der Comeniusschule in GMHütte: (von links) Begleiter Marcus Composs, die Schüler Pia Locht und Justin Steinmetz, Schulsozialarbeiterin Ilana Wolters, Schülerin Nörgül Nas und Begleiter Tété Agbodan. Foto: Christian Hehemann

Georgsmarienhütte. Fluchtursachen verstehen und begreifen. Mit diesem Ziel hielt jetzt der Missio-Truck an der Comeniusschule in Georgsmarienhütte. Die Schüler der 10. Klassen sowie Schüler der Sophie-Scholl-Schule und des Gymnasiums Oesede nutzten die Gelegenheit, um die multimediale Ausstellung zu besuchen und am damit zusammenhängenden Workshop teilzunehmen.

Ilana Wolters hat den Besuch des Missio-Trucks mitorganisiert. „Flucht ist ja gerade ein sehr aktuelles Thema und viele Schulen des Landkreises haben Flüchtlinge aufgenommen“, so die Schulsozialarbeiterin der Comeniusschule. In der Ausstellung können sich die Kinder in die Rolle von Flüchtlingen hineinversetzen. Immer zu zweit laufen sie durch die Stationen im Inneren des Lastwagens. Dabei treffen sie für zwei fiktive Menschen aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo Entscheidungen und erleben die Konsequenzen ihres Handelns. „Die Schüler haben damit die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen“, sagt Wolters.

Daten-Workshop

Im dazugehörigen Workshop werden die Erlebnisse der Ausstellung mit Zahlen und Fakten untermauert. Die beiden Begleiter des Missio-Trucks Tété Agbodan und Marcus Composs wollen dabei einen Bogen schlagen von den Konflikten im Bürgerkriegsland Kongo über den Rohstoffabbau bis hin zu den Auswirkungen auf das Leben der Schüler. „Unser Hauptanknüpfungspunkt ist das Handy der Kinder“, erklärt Composs. „Denn das im Kongo abgebaute seltene Erz Coltan wird in jedem Handy genutzt.“

Bereits 2011 wurde die Ausstellung des Missio-Trucks konzipiert. Seit 2012 ist sie im deutschsprachigen Raum unterwegs. „Durch die hohen Flüchtlingszahlen ist das Thema in den Medien jetzt präsenter“, so Composs. Das Bistum Osnabrück hatte den Lastwagen nun gemietet und an verschiedene Punkte im Landkreis geschickt, um Schüler und junge Erwachsene zu informieren. „Die Ausstellung eignet sich von Schülern der achten Klasse bis hin zu Leistungskursen von Gymnasien“, sagt Ilana Wolters.

Reaktionen der Schüler

Das Thema bewegte die Schüler der Comeniusschule. Pia Locht, Schülerin der 10a, betont: „Ich hätte nicht gedacht, dass wegen des Erzes Menschen getötet werden.“ Auch ihr Mitschüler Justin Steinmetz findet das Thema interessant aufbereitet: „Ich wusste nicht, dass es so krass ist.“ Mirco Puls aus der 10b denkt: „Ich würde empfehlen, dass andere die Ausstellung auch ansehen, damit man Bescheid weiß.“

Im Zusammenhang mit der Ausstellung wird auch für ein Handy-Recyclingprogramm geworben. Damit sollen die Schüler konkrete Maßnahmen treffen können, um die Fluchtursachen im Osten des Kongo zu lindern. Die Jungen und Mädchen stehen dem Programm aufgeschlossen gegenüber. „Es ist eine gute Variante, um sein Handy loszuwerden“, so Pia Locht.


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