Wahlkampf in GMHütte Diskussion mit Landwirtschaftsminister in Oesede

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (l.) diskutierte in Oesede mit Gabriele Mörixmann (Landwirtin), Anna Kebschull (Grüne) und Andreas Brinkmann (Landvolkhochschule). Foto: Stefan BuchholzNiedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (l.) diskutierte in Oesede mit Gabriele Mörixmann (Landwirtin), Anna Kebschull (Grüne) und Andreas Brinkmann (Landvolkhochschule). Foto: Stefan Buchholz

Georgsmarienhütte. Rund um die Landwirtschaft ging es in einer Diskussion mit Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) in der Katholischen Landvolkhochschule in Oesede. Ein Lehrstück, wie es sich auch in Wahlkampfzeiten sachlich und ideologiefrei zwischen Politik und Landwirten besprechen lässt.

Kaum ein (Reiz-)Thema wurde in der Katholischen Landvolkhochschule ausgelassen. Warum sprechen Grüne von Massentierhaltung und was ist das eigentlich, wollte ein junger Landwirt vom Minister wissen. Der Begriff Massentierhaltung sei schillernd, weil wenig eindeutig und schon gar kein Rechtsbegriff, so Meyer. „Der Agrarbeirat der Bundesregierung hat gesagt: Die jetzige Tierhaltung ist nicht von der Gesellschaft akzeptiert.“ Den Weg in ein neues System wolle man aber zusammen mit den Landwirten gehen, betonte der Minister.

Sehr konkret wurde es beim Thema Tierwohl. Schweinehalter berichteten, dass das Kupierverbot nebst vergrößerten Boxen und Strohausstreu nicht verhinderten, dass sich die Tiere weiterhin die Ringelschwänze abfräßen. „Das hat mit dem Wetter, Futter, teilweise auch mit der Genetik der Tiere zu tun“, erklärte Landwirtin Gabriele Mörixmann dem Minister.

Stichwort Wolf: Meyer meinte, dass, wenn ein gewisser Haltungsbestand erreicht sei, dann auch ein Wolfsmanagement nötig werde.

Vielfach geäußert wurde der Wunsch, die Landwirte von unnötiger Bürokratie zu befreien. Man habe nichts gegen Kontrollen in Ställen, aber dort müsse eine gründliche Tierschau doch ausreichen. „Stattdessen müssen wir noch zig Aktenordner an Dokumentationen bereitstellen“, ereiferte sich Landwirtin Mörixmann. Was man auf Landesebene an Bürokratieabbau machen konnte, habe man umgesetzt, antwortete Meyer. „Das sind aber nur fünf Prozent, der Rest sind EU- und Bundesgesetze.“


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