„Mischung aus pädophiler Neigung und Langeweile“ GMHütter wegen pädophiler Bilder zu Bewährungsstrafe verurteilt

Von Heiko Kluge

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Amtsgerichtes Bad Iburg. Foto: Michael SchwagerAmtsgerichtes Bad Iburg. Foto: Michael Schwager

Georgsmarienhütte. Weil er sich im Internet kinder- und jugendpornografische Bilder verschafft hat, verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen heute 34 Jahre alten Mann aus Georgsmarienhütte zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten im September vergangenen Jahres hatte die Polizei 88 Kinder- und 675 Jugendpornografische Bilddateien sichergestellt. Vor dem Strafrichter räumte der 34-Jährige den Anklagevorwurf ohne Umschweife ein.

„Mischung aus pädophiler Neigung und Langeweile“

Aus einer „Mischung aus pädophiler Neigung und Langeweile“ heraus habe er sich die Bilder aus dem Internet heruntergeladen. Der Anwalt des Mannes betonte, sein Mandant befinde sich in einer glücklichen Beziehung mit einer gleichaltrigen Frau, die Pädophilie sei eine Art „Nebenströmung“. Erst mit der Durchsuchung seiner Wohnung sei dem Mann bewusst geworden, dass hinter den pornografischen Bildern eine Maschinerie des Missbrauchs von Kindern stehe. „Hinter jedem Bild steht ein Schicksal“, führte auch die Staatsanwältin dem Mann auch während der Verhandlung noch einmal deutlich vor Augen.

Therapie

Ohne Zögern erklärte der bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getretene Angeklagte dann auch seine Bereitschaft, eine Therapie zu machen. Er habe bereits im Anschluss an die Durchsuchung begonnen, sich in Beratungsgesprächen mit der Thematik auseinanderzusetzen. „Es tut mir leid und ich werde dafür Sorge tragen, dass das nicht wieder vorkommt.“

Bemerkenswerte Einsicht

Mit acht Monaten auf Bewährung hatte das Gericht eine Freiheitsstrafe festgesetzt, die sechs Monate unterhalb des Antrags der Staatsanwältin gelegen hatte. „Sie haben es uns leicht gemacht und mit bemerkenswerter Offenheit über ihre pädophilen Neigungen gesprochen“, sagte der Richter. Auch habe der Mann eine bemerkenswerte Einsicht gezeigt, hieß es in der mündlichen Begründung des Urteils.

Geldauflage

Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre an, während der ein Bewährungshelfer dem 34-jährigen zur Seite stehen soll. Zusätzlich wurde dem Mann eine Geldauflage festgesetzt: Der Mann soll insgesamt 1200 Euro an die Opferhilfe zahlen oder wahlweise eine entsprechende Stundenzahl gemeinnütziger Arbeit ableisten. Schließlich erteilte der Richter dem Mann noch die Weisung, sich einer Verhaltenstherapie zu unterziehen, die es ihm ermöglichen soll, die pädophilen Neigungen zu beherrschen.


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