Königin der Instrumente Zeremonie der Klänge: Kloster Oesede weiht Orgel ein

Von Eduard Ebel


ebl Georgsmarienhütte. „Musik ist tiefsinnig und eröffnet Welten zum Staunen.“ Mit diesen feierlichen Worten begrüßte Pastor Reinhard Walterbach seine Kirchengemeinde am Sonntagmorgen zu einem ganz besonderen Gottesdienst. Nach sieben Jahren Planungszeit konnte die neue Orgel eingeweiht werden.

Pünktlich um halb elf morgens begann der Gottesdienst in der kleinen, rappelvollen Kloster Kirche – so groß war das Interesse an ihrer neuen „Königin der Instrumente“, wie der Pastor die neue Anschaffung beschrieb. Dabei war es keine Zeremonie der Worte, sondern vielmehr eine der Klänge. So eröffnete Martin Tigges, Kirchenmusikdirektor des Bistums Osnabrück, den Klang mit Johann Sebastian Bachs „Praeludium“.

912 Pfeifen

Dabei wurden Bestandteile der alten Orgel mit in die neue übernommen: 200 Pfeifen steuerte der Vorgänger bei. „Bei den alten Pfeifen handelt es sich um Exemplare aus dem Jahr 1670 – sie gehören somit zu den ältesten des ganzen Bistums“, erklärte Andreas Albers vom Orgelbauverein Kloster Oesede. Für Statistiker: Insgesamt besteht die Orgel aus 790 Metallpfeifen und 122 Holzpfeifen, also insgesamt 912.

Pfeifenpatenschaft

Auf den Orgelbauverein kommen nach sieben Jahren Planung Kosten in Höhe von 220000 Euro zu. „Es fehlen nur noch 20000 Euro“, so Albers. Um das Vorhaben zu finanzieren, wurde viel Geld gesammelt und gespendet. Ganz kreativ: Jedes Gemeindemitglied hatte die Möglichkeit, eine Pfeifenpatenschaft zu erwerben, je nach Größe der Pfeife variierte der Preis zwischen zehn und 500 Euro.

Made in Freiburg

Beauftragt mit dem Bau wurde die Firma „Späth“ aus Freiburg im Breisgau. In Absprache mit den 80 Mitgliedern des Vereins plante und konstruierte das Unternehmen aus dem Schwarzwald das neue Schmuckstück der Kloster-Kirche. So wurde die Orgel in Freiburg zusammengebaut und ausprobiert, dann wieder abgebaut und in Einzelteilen in Containern nach Kloster Oesede gebracht. Für die Abstimmung des perfekten Klangs sorgte der bekannteste deutsche Intonateur Reiner Janke, der fünf Tage lang an der neuen Orgel für Kloster Oesede tüftelte.


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