Seren Özden geehrt Stammzellspenden von und für Migranten aus GMHütte

Dankten Seren Özden (4.von links) für ihre Bereitschaft zur Stammzellspende: Ditib-Gemeindevorsteher Murat Akdas, Dr. Hüseyin Yilmaz, Bürgermeister Ansgar Pohlmann, stellvertretender Stiftungsvorsitzender Hartmut Klipsch und Ratsfrau Emine Kir. Foto: Petra PieperDankten Seren Özden (4.von links) für ihre Bereitschaft zur Stammzellspende: Ditib-Gemeindevorsteher Murat Akdas, Dr. Hüseyin Yilmaz, Bürgermeister Ansgar Pohlmann, stellvertretender Stiftungsvorsitzender Hartmut Klipsch und Ratsfrau Emine Kir. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Mit einem großen Dankeschön-Präsentkorb und Blumen ehrten Petra-Stiftung und Ditib-Moschee-Gemeinde Seren Özden während des Sommerfestes der islamischen Gemeinde. Die 19-Jährige ist die erste Stammzellspenderin, die aus einer Typisierungsaktion in einer Moschee der Region hervorgegangen ist.

Stiftungsvorsitzender und Bürgermeister Ansgar Pohlmann erklärte den Festbesuchern, dass die Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ schon seit 25 Jahren im Kampf gegen Blutkrebs aktiv ist. In Zusammenarbeit mit der DKMS könne man inzwischen für rund 80 Prozent aller mitteleuropäischen Leukämie-Erkrankten einen geeigneten Stammzellspender benennen. Dank immer stärker ausdifferenzierter Untersuchungsmethoden sei dabei die Wahrscheinlichkeit einer Heilung beständig gestiegen.

Typisierung in Moscheegemeinden

Für Menschen mit Migrationshintergrund konnte indessen bei Blutkrebserkrankungen bislang noch nicht so oft ein passender Stammzellspender gefunden werden. Grund sei die im Vergleich zu Mitteleuropäern etwas andere genetische Ausstattung. In Zusammenarbeit mit dem Georgsmarienhütter Arzt Dr. Hüseyin Yilmaz, der auch Mitglied im Beirat der Petra-Stiftung ist, wurden deshalb die Typisierungsaktionen in der Region Osnabrück auf Moscheen ausgedehnt, denn, so Yilmaz, „hier erreichen wir viele Menschen aus dem östlichen Mittelmeerraum“.

1000 Typisierungen in drei Jahren

Auch während des diesjährigen Sommerfestes der Ditib-Gemeinde in Oesede, das insbesondere am Sonntagnachmittag gut besucht war, wurden wieder Typisierungen durchgeführt. Statt einer Blutentnahme wie in den Vorjahren reicht heute ein einfacher Abstrich von der Wangenschleimhaut per Wattestäbchen. Schon fast 1000 zumeist türkischstämmige Mitbürger ließen sich in den letzten drei Jahren registrieren.

Hat gar nicht wehgetan

Aus diesem Kreis ist Seren Özden die erste Stammzellspenderin. Allerdings wurde erst kürzlich schon ein weiterer „Treffer“ registriert, ein Berufsschüler aus Osnabrück. „Ich habe beim Sommerfest im Mai 2016 den Abstrich gemacht“, berichtet Seren Özden, „und bekam schon im September den Anruf, dass man meine Hilfe braucht.“ Nach weiteren medizinischen Tests fuhr sie im Oktober nach Köln, wo sie die Stammzellen spendete. „Hat gar nicht wehgetan und ich war auch kein bisschen krank hinterher“, beruhigte sie. Mit ihrer Spende konnte die Schülerin, die die Berufsfachschule Sozialpädagogik besucht, einem dreijährigen Mädchen in der Türkei helfen. „Das fühlt sich gut an, ich freue mich sehr“, sagte sie im Rahmen ihrer Ehrung. Ob die Kleine tatsächlich geheilt ist, erfährt Seren frühestens nach zwei Jahren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN