Safety first für junge Leute Training fürs Feiern in GMHütter Tanzschule

Training zur Gewaltprävention: Julia hält den imaginären Angreifer, Alina wehrt ihn ab – mit der flachen Hand, um nicht die eigene Hand am harten Schädel zu verletzen. Foto: Markus StrothmannTraining zur Gewaltprävention: Julia hält den imaginären Angreifer, Alina wehrt ihn ab – mit der flachen Hand, um nicht die eigene Hand am harten Schädel zu verletzen. Foto: Markus Strothmann

Georgsmarienhütte. Feiern gehen gehört dazu, aber es birgt auch Risiken, bis in die Nacht unterwegs zu sein. Wie man riskanten Situationen begegnet, zeigte Ju-Jutsu-Trainer Detlef Budszun beim Kurs für Gewaltprävention in der Tanzschule Albrecht in GMHütte.

„Selbstverteidigung ist bei diesem Training nur Beiwerk“, so Trainer Detlef Budszun, „in erster Linie geht es darum, für gefährliche Situationen zu sensibilisieren und Techniken der Selbstbehauptung zu vermitteln. Die richtige Körpersprache reicht häufig schon aus, um Attacken zu vermeiden.“

Den Mädchen machte es sichtlich Spaß, mit Promille-Simulationsbrillen ihren Weg durch den Raum zu finden und auf Pratzen einzuschlagen, wie man sie aus dem Kampfsporttraining kennt. Der Schwerpunkt des zweitägigen Coachings lag aber klar auf Spielen und Übungen mit psychologischem Hintergrund. Beispiel „Vertrauen“: Beim geführten Gang durch die Tanzschule mit verbundenen Augen, bei dem man plötzlich losgelassen wird und blind und ohne Orientierung dasteht. Anschließend beschrieben die Mädchen, wie sie die Situation empfanden. 

„Vergiftete“ Getränke

Ganz nebenbei bot der Trainer immer wieder Getränke an – freilich ohne gleich zu verraten, dass auch das zum Kurs gehörte: Er „vergiftete“ nämlich die Limo zunehmend mit Tabasco. Die Teilnehmerinnen sollten so üben, genau darauf zu achten, was sie zu sich nehmen.

„K.o.-Tropfen werden häufig auch nur aus Spaß angewandt, als Streich“, so Detlef Budszun. Allerdings könne selbst das zum traumatischen Erlebnis werden. „Der Filmriss ist ein anderer als beim Alkohol, bei dem mal eine gewisse Zeitspanne fehlt. Bei K.o.-Tropfen hat man stundenlange Totalausfälle, an die jede Erinnerung fehlt.“ Allein diese Erfahrung mache oft psychologische Betreuung nötig.

Mit Wodkaflasche in Pose

Wie es dazu kam, dass der Kurs erstmals in der Tanzschule Albrecht stattfand? Mit 16 fängt das Partyleben bekanntermaßen offiziell an, und sowohl Detlef Budszun als auch die Mädchen tanzen in der Tanzschule Albrecht. „So einen Kurs zur Prävention mitzumachen, finde ich auf jeden Fall sinnvoll“, so Teilnehmerin Alina. Wie die anderen war sie nicht auf Druck von zu Hause da, sondern auf eigenen Wunsch.

Tanzlehrer Selim Yarin: „Wenn man bei Snapchat reinschaut, sieht man teilweise Bilder von sehr jungen Mädchen, die auf Partys mit Wodkaflaschen posieren. Da kommt man schon ins Nachdenken. Darum haben wir uns entschieden, den Kurs hier anzubieten.“


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