Pilot-Projekt im Schullandheim Erstes Feriensprachcamp für GMHütter und Hagener Flüchtlingskinder

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Hagen/Georgsmarienhütte. Während der großen Ferien geht es für die meisten Schüler mit der Familie in den Urlaub. Aber welche Angebote gibt es für Flüchtlingskinder in den unterrichtsfreien Sommerwochen? Für die GMHütter Bildungsgenossenschaft und die Stiftung Stahlwerk war die Frage der Ausgangspunkt, um ein Pilot-Projekt auf die Beine zu stellen.

Mit Kreativität lässt sich einiges bewegen. Das zeigte sich auch bei der Premiere des Feriensprachcamps für Kinder und Jugendliche aus GMHütter und Hagener Flüchtlingsfamilien im Schullandheim Mentrup-Hagen. 13 Teilnehmer im Alter von 10 bis 16 Jahren bekamen eine Woche lang jeweils am Vormittag Sprach- und Förderunterricht. Nachmittags standen dann Aktivitäten wie Sport oder Naturerkundungen auf dem Programm.

Förderunterricht und Freizeitaktivitäten

Den aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und der Türkei stammenden jungen Flüchtlinge, die von festen Abfahrtpunkten mit einem von der Kommune organisierten Bus-Transport zum Schullandheim im Forellental gebracht wurden, war die jeweils die Freude auf das Feriensprachcamp-Programm anzumerken, wenn es um 9.30 Uhr mit Deutschunterricht unter der Regie der Volkshochschule Osnabrücker Land losging.

Drei vom Landkreis finanzierte VHS-Dozenten vermittelten den Flüchtlingskindern hier in Kleingruppen spielerisch Deutschkenntnisse. Sprachkoordinatorin Anke Lehmann: „Vor allem die Kinder, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind, haben hier schnell Fortschritte gemacht.“

Der zweite Teil des Vormittags stand dann im Zeichen von Förderunterricht in den Themenbereichen Deutsch, Mathematik und Umgang mit Smartphones beziehungsweise Digitales Lernen. Projekt-Koordinatorin Anne Ferie von der GMHütter Bildungsgenossenschaft: „Hier haben sich viele Ehrenamtliche engagiert, die auch sonst ein- bis zweimal in der Woche Schülern aus Flüchtlingsfamilien nachmittags Unterstützungsangebote machen, damit die Kinder und Jugendlichen den Schulstoff noch einmal nachbereiten können.“

Zu den Inhalten des Förderunterricht-Teils gehörte zum Beispiel ein Projekt über die Fluchterfahrungen, die von den jungen Teilnehmern gemacht wurden. Stundenleiterin Brigitte Bauer: „Da haben die Camp-Kinder erzählt und festgehalten, wie es in ihrer Heimat ausgesehen hat, welchen Alltag sie dort hatten, und welche Erinnerungen sie über den Fluchtweg nach Deutschland haben.“

Nach der einstündigen Mittagspause, in der die Küche des Schullandheims für die Verpflegung der Teilnehmer sorgte, standen nachmittags dann Freizeitaktivitäten wie Sport, Workshops und Kreativ-Angebote auf dem Tagesplan. Da wurde Fußball gespielt, gab es Führungen durch Wald und Flur oder Geocaching angeboten. Beate-Maria Zimmermann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Stahlwerk, die bis auf den von Kreis finanzierten VHS-Deutschunterricht und den Bus-Transport das Feriensprachcamp finanziert hat: „Das war ein tolles Pilot-Projekt, das wir nach Möglichkeit schon in den Herbstferien mit der Bildungsgenossenschaft fortsetzen wollen. Es macht Spaß zu sehen, mit welcher Begeisterung die Teilnehmer solche Angebote annehmen.“

Neuauflage in Herbstferien geplant

Eine Neuauflage in den Herbstferien ist auch das Ziel von Camp-Koordinatorin Anne Ferie: „Wir wollen diese Ferienaktion nach Möglichkeit zu einem festen Angebot machen, damit die Kinder- und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien auch in dieser Zeit die Chance haben, weitere Sprachfortschritte zu machen.“ Das Team vom Schullandheim Mentrup-Hagen hat schon signalisiert, dass die Einrichtung wieder dabei ist. Vorsitzende Christel Pohlmann: „Das war eine tolle Atmosphäre in der Woche.“


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