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Holi Farbrausch und Hütte rockt Veranstalter müssen in GMHütte zahlreiche Auflagen erfüllen

Die Bühne steht schon: Die Aufbauarbeiten für das „Holi Farbrausch“-Festival auf der Grünfläche Im Spelle waren Freitag voll im Gang. Foto: Stadt GMHütte/OttenDie Bühne steht schon: Die Aufbauarbeiten für das „Holi Farbrausch“-Festival auf der Grünfläche Im Spelle waren Freitag voll im Gang. Foto: Stadt GMHütte/Otten

Georgsmarienhütte. Seit auch Groß-Konzerte und Festivals Ziel von Terroranschlägen sind, müssen Veranstalter erhöhte Auflagen erfüllen. Das gilt auch schon für Events wie „Holi Farbrausch“, das „Hütte Rockt“-Festival oder „Rosenhof on tour“. Sicherheit geht vor, lautet bei Veranstaltern und Kommunen die Devise.

Fünf Seiten umfasst zum Beispiel die „Ordnungsrechtliche und Straßenverkehrsbehördliche Genehmigung“ der Stadt GMHütte für das Samstag zum vierten Mal auf der Grünfläche Im Spell stattfindende „Holi Farbrausch“. Fachbereichsleiterin Bärbel Lührmann: „Da geht es um die Beschilderung auf dem Gelände, Rettungswege, Lärmschutz oder Sanitätsdienst, aber natürlich vor allem um die Vorgaben hinsichtlich des Sicherheits- und Ordnungsdienstes am und auf dem Gelände.“ Alles ist seit dem „Love Parade“-Unglück von Duisburg vor sieben Jahren im Detail geregelt.

Betonsperren kein Thema

Auf die Anordnung einer Brandschutzwache ist aber von der Verwaltung verzichtet worden. Grund: Es handele sich um eine Freifläche und die Besucher kämen im Notfall problemlos vom Gelände. Außerdem sei hier auch zum Beispiel kein Feuerwerk vorgesehen. Für „feste Betonsperren“ auf der Zufahrt zum Gelände muss Veranstalter Justa Events aus Hannover ebenfalls nicht sorgen. Lührmann: „Da eine Gefährdung durch größere Fahrzeuge unter anderem durch die Lage als nahezu unwahrscheinlich einzustufen ist, wurde auf solche Sperren verzichtet.“

Seit Donnerstag läuft der Aufbau für die GMHütter Auflage des Holi-Events, das seit 2014 jeweils mehr als 4000 weitgehend zwischen 16 und 25 Jahre alte Besucher zählt. Ab einer Größenordnung von 1000 Teilnehmern ist auch der Landkreis als Genehmigungsbehörde mit im Boot. Katharina Hummert vom Kulturbüro der Stadt, das mit den Veranstaltern im Vorfeld die Abwicklung koordiniert: „Die Bauordnungsbehörde im Kreishaus ist grundsätzlich zuständig, wenn zum Beispiel ein als Wiese ausgewiesener Bereich für eine Veranstaltung genutzt wird und eine vierstellige Zahl von Besuchern vorgesehen ist.“

In der Regel mehr als ein halbes Jahr vorher beginnt der Genehmigungsablauf mit der Einreichung der Übersicht zu Erreichbarkeit, vorgesehenen Aufbau oder zum Beispiel den Fluchtwegen auf der als Veranstaltungsstätte vorgesehenen Fläche. Zahl der notwendigen Parkplätze im Umfeld oder der erforderlichen Toilettenwagen – alles wird geprüft und gegebenenfalls auch kontrolliert. Das betrifft bei Festivals zum Beispiel die so genannten „fliegenden Bauten“ – darunter fällt der Bühnenaufbau, der vor Veranstaltungsbeginn abgenommen wird.

Ab 5000 Besucher Sicherheitskonzept

Ab einer Zahl von 5000 Besuchern ist dann von Veranstalterseite ein detailliert ausgearbeitetes Sicherheitskonzept erforderlich, in dem verschiedenste Szenarien durchgespielt werden. Dort ist zum Beispiel genau anzugeben, wie die Abläufe bei außergewöhnlichen Situationen sind, welche Beleuchtung dann sofort auf die Gelände anspringt, welche Durchsagen erfolgen oder wie in solchen Krisenfällen die Kommunikation mit den Hilfsdiensten gewährleistet wird.

Inzwischen sind in GMHütte auch kleinere Veranstalter dazu verpflichtet, ein Konzept für solche Ausnahmefälle zu hinterlegen. „Hütte Rockt“ -Vorsitzender Marius Kleinheider: „Wir bewegen uns unterhalb der Größenordnung, wo ein solches Konzept zwingend vorgeschrieben ist. Aber für die elfte Festival-Auflage Mitte August haben wir auch erstmals solche erweiterten Sicherheitsaspekte bei den Vorplanungen berücksichtigt.“

Bisher hat es aber weder bei „Hütte Rockt“ noch beim „Holi Farbrausch“ solche Ernstfälle gegeben. Katharina Hummert: „Natürlich gibt es immer Situationen, in denen der Sanitätsdienst zum Einsatz kommt. Aber der Ordnungs- und Sicherdienstdienst ist bei einer Kirmes oder traditionellen Zeltveranstaltungen mehr gefordert als bei solchen Konzertevents.“


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