Abschlussfeier der Comeniusschule 85 Prozent der Entlass-Schüler haben Ausbildungsanschluss

Von Wolfgang Elbers

Gruppenbild der Entlass-Schüler der GMHütter Comeniusschule nach der Aushändigung der Abschlusszeugnisse. Foto: ComeniusschuleGruppenbild der Entlass-Schüler der GMHütter Comeniusschule nach der Aushändigung der Abschlusszeugnisse. Foto: Comeniusschule

Georgsmarienhütte. Die jährliche Schulabschluss-Feier läuft in der GMHütter Comeniusschule immer etwas anders ab: Die gesamte Schule ist eingebunden, wenn die Entlass-Schüler verabschiedet werden. 18 der 21 Zehntklässler haben diesmal einen Ausbildungsplatz gefunden.

Die hohe Zahl der Schulabgänger, die auch diesmal wieder direkt eine Berufsausbildung beginnen, hat Schulleiter Andreas Viehoff auch in seiner Rede hervorgehoben: „Fast 85 Prozent der Zehntklässler fahren mit verschiedenen Schnellzügen in die direkte Ausbildung weiter“, bediente sich dabei des Bildes vom Umsteigebahnhof „Schulabschluss“, um den Anwesenden die Bedeutung dieser Lebens-Zwischenstation und jetzt wartenden neuen Herausforderungen deutlich zu machen.

Viehoff: Gute Weiterfahrt

„Der Aufenthalt ist kurz, denn der nächste Zug steht bereits auf dem Nachbargleis“, machte er weiter die gegebenen „Umstiegssituationen“ deutlich: „Die Mannschaft des Führerhauses – eure Eltern, Lehrerinnen und Lehrer – vom ,Schulzug‘ gratuliert euch und wünscht gute Weiterfahrt“, brachte der Schulleiter dabei die Hoffnung zum Ausdruck, dass keiner den Einstieg verpasse und keiner „allein und einsam“ am Bahnhof stehen bleibe. Das Personal des Anschlusszuges, die „Ausbilder und Berufsschullehrer“, sei startklar, um die Förderschüler zum nächsten Ziel zu bringen.

Viehoff ging auch darauf ein, dass es das letzte Mal war, dass die Sekundarstufe in sechs Jahrgängen an der Comeniusschule Kinder und Jugendliche unterrichtet hat: In Zeiten „diskriminierender Aussagen über Förderschulen“ sei es mutig von den Eltern gewesen, ihre Kinder „viele Jahre in die Obhut unserer Schule zu geben“. Er glaube, dass dies vor allem in der Überzeugung geschehen sei, dass die Schüler nach dem Abschluss auf der Comeniusschule „selbstverantwortlich das Leben und den Beruf“ bewältigen können.

„Wir Lehrkräfte sind stolz darauf, dass viele Abschluss-Schüler den Hauptschulabschluss erreicht haben und zudem die meisten nach den Ferien in den ersten Arbeitsmarkt kommen oder gar den Realschulabschluss anstreben“, erklärte der Schulleiter. Er hofft, dass „alle, die wir heute entlassen, in der Gesellschaft einen Platz finden, an dem sie ihre Talente entfalten können“. Wenn das gelinge, sei es möglich, ernsthaft von einer gelungenen gesellschaftlichen Inklusion zu reden.

Bis 2022 Auslaufen der Förderschule

Anschließend wurden alle Entlassschüler noch einmal in einem Rap-Song den Anwesenden vorgestellt. Die Gäste der Abschlussfeier klatschten dabei im Rhythmus mit. Danach folgten die Glückwünsche von GMHüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann. Er setzte die Bahn-Bilder fort und gab den Empfängern der Abschlusszeugnisse für die jetzt wartenden neuen Wege, auf denen es viele Weichen sowie Täler und Berge geben werde, mit auf den Weg: „Lasst euch nicht verbiegen und überrascht eure Mitmenschen mit unkonventionellen Ideen.“ Sein Rat: Behaltet immer euer Ziel vor Augen und erkennt, wann es sinnvoll ist, Brücken zu nutzen.“

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Mit dem Song „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen, bei dessen Refrain Schüler wie Gäste mit einstimmten, ging die Entlassfeier dann zu Ende. Die fröhliche Stimmung hatte aber auch einen Wermutstropfen: Die Zahl der Teilnehmer am Schulabschluss wird sich in der Comeniusschule jetzt bis 2022 durch das Auslaufen der Förderschule jedes Jahr verringern. Zum neuen Schuljahr wird es erstmals keinen neuen fünften Jahrgang geben.


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